You're the Best Thing That Ever Happened to Me
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YOU'RE THE BEST THING THAT EVER HAPPENED TO ME
AMOR MIO
GET ON WITH YOUR LIVIN'
BABY, WON'T YOU PLEASE COME HOME
I'M CONFESSIN' (THAT I LOVE YOU)
I DON'T KNOW WHY
FREE TO CARRY ON
TIE A YELLOW RIBBON (ROUND THE OLD OAK TREE)
YOU BETTER MOVE ON
Review
Dieses Album ist eines der wenig bekannten Alben von Dean Martin. Aber für viele Fans enthält es doch seine schönsten Songs. Zur damaligen Zeit sank die Popularität von Dean Martin, denn seine Show war mittlerweile nicht mehr so zeitgemäß.
Gleich das erste Stück singt Dean unwiderstehlich. Das Lied „You are the best thing that happened to me“ ist sein längstes Stück. Dean singt sehr gefühlvoll, melancholisch über alte Liebe mit einem sehr zarten Arrangement. Noch ergreifender kann man ein Liebeslied nicht singen.
Im Gegensatz dazu erinnert „Amore mio“ an ein Bert Kaempfert Arrangement. Der Chor begleitet Dean im Hintergrund, ohne sich aufzudrängen. Vor allem hier singt Dean recht cool, entspannt und verleiht so diesem Lied einen besonderen Glanz.
Ein Ausflug in den Rock gibt es mit „Get on with you livin“ mit den typischen klirrenden Gitarren. Auch hier interpretiert Dean den Song recht fröhlich mit einer schönen Chorbegleitung.
Ganz große Gefühle kommen bei „Baby won’t you please come home“ auf, einem alten Klassiker, den Dean auch schon in den 50ern aufnahm. Hier stört vielleicht etwas, dass dieses Lied etwas überproduziert wurde (so viel Gefühl mit vielen Streichern und einem eher lauten Chor). Hier geht Deans Stimme leider etwas unter. Dafür wird man mit „I am confessin that I love you“ gebührend entschädigt. Westerngitarre und Streicher ergänzen sich perfekt und Dean hat hier wesentlich mehr Raum und kann seine Interpretationskunst frei ausspielen. Im Alter von 58, in dem viele an ihren Ruhestand denken, hatte Dean immer noch eine kräftige Stimme mit perfekter Intonation.
Die perfekte Liebeserklärung kommt mit „I don’t know why I love you“: romantische Streicher mit viel Chor, der synchron mit Dean den Refrain singt. Das Lied wirkt sehr imposant, aber der Song ist dennoch ein kleiner Schatz auf dieser Platte. Auch hier eine emotionale Darbietung von Dean, der das Lied rettet. Das eher moderne Stück „Free to carry on“ beginnt mit einer schönen Klavierbegleitung. Eigentlich wirkt dieser Song auch relativ belanglos, aber die gereifte Stimme von Dean verleiht ihm eine gewisse schöne Melancholie. Das Lied handelt von einem Mann, der frei ist und sich nach einer neuen Beziehung umsieht. Gewisse Parallelen zu Deans Leben kann man nicht leugnen, aber dies soll hier nicht weiterverfolgt werden.
Nach einem alten Brauch werden Heimkehrer in den USA mit einer gelben Schleife am Eichenbaum empfangen. Darum geht es in dem Lied „Tie a yellow ribbon round the old oak tree“. Ein passender Song, weil zu der damaligen Zeit viele Amerikaner aus dem Vietnameinsatz nach Hause zurückkehrten.
Den Abschluss bildet „You better move on“; hier gibt Dean Martin den Ratschlag, sich nach einer neuen Frau umzusehen, wenn einen die alte Frau nicht mehr liebt. Dean macht genau die richtigen Pausen und betont an der richtigen Stelle – auch ein rundum gelungenes Stück. Auch hier könnte man jetzt Spekulationen anstellen, aber dafür sind die Klatschreporter zuständig.
Im Herbst seiner Karriere gelingt Dean nochmals eine sehr ansprechende Platte mit einem Ausrutscher. Besonders am Ende seiner Gesangskarriere gelingen viele seiner Lovesongs noch abgerundeter und wärmer. Man merkt deutlich, dass Dean nicht einfach vom Blatt herunter singt, sondern sich anstrengt und genau interpretiert. Diese Fähigkeit zeichnet große Sänger aus.
Alex Schicke für Sinatra - The Main Event, 2009



