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Auf der Suche nach einem Film?

In unserer Rubrik "Sinatra auf DVD" haben wir alle erhältlichen Film auf DVD aufgelistet. Ist der gesuchte Film nicht dabei? Dann schaut doch mal unter "Sinatra im TV" nach. Vielleicht kommt Euer Film bald im Fernsehen.

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Patrick schrieb am 20.09.2008

Hello,
I just wanted to complement you on your fantastic site!

Patrick Conlon


Guys And Dolls/ Schwere Jungen und leichte Mädchen

Deutscher Titel: Schwere Jungen und leichte Mädchen
Originaltitel: Guys And Dolls
USA 1955
149 Minuten

Cast:
Marlon Brando (Sky "King" Masterson)
Jean Simmons (Sarah Brown)
Frank Sinatra (Nathan Detroit)
Vivian Blaine (Adelaide)
Robert Keith (Lt. Brannigan)
Stubby Kaye (Nicely-Nicely Johnson)
Johnny Silver (Benny Southstreet)
B. S. Pully (Big Jule)
Regie: Joseph L. Mankiewicz
Oscar-Nominierung für 1955 für Oliver Smith, Joseph C. Wright, Howard Bristol (Ausstattung-Farbe)
Oscar-Nominierung für 1955 für Harry Stradling (Kamera-Farbe)
Oscar-Nominierung für 1955 für Irene Sharaff (Kostüme)
Oscar-Nominierung für Jay Blackton, Cyril J. Mockridge (Musik-Musical)

Inhalt:

Die gerissenen New Yorker Spieler-Asse Sky "King" Masterson und Nathan Detroit (Frank Sinatra) können keiner Wette widerstehen. Als eine hübsche Heilsarmee-Angehörige in der Nachbarschaft einen Laden eröffnet, wettet Nathan, dass es Sky (Marlon Brando) nicht gelingt, sie zu verführen. Doch schon bald sind alle Wetten vergessen. Sky verliebt sich Hals über Kopf, und die romantische Musicalshow versetzt den Big Apple in flammende Begeisterung...

Stimmen zum Film:

Tim Bialek:

Es gibt Filme mit FS, die habe ich mir noch nie bis zum Ende angesehen und dieser gehört dazu. Irgendwie ist das nicht mein Ding, sorry. Aber ist doch auch irgendwie belanglos die ganze Story, oder?
Obwohl ich gerade die tänzerische Choreographie über die Geschehnisse auf der Straße am Anfang mehr als gelungen finde...aber die Story selber...nee
Ganz anders natürlich die Musik: Luck Be A Lady, The Oldest Established, der Titelsong, Sit Down You're Rockin' The Boat sind als Studio-Aufnahme mit Sinatra und/oder seinen Kumpels absolute Höhepunkte ! Davon kann ich mich gar nicht satthören, aber um mich daran zu erfreuen, dafür brauche ich den Film nicht.

Andreas Kroniger

Ich mag den Film! Ich habe ihn leider nur in der Originalfassung, aber ich finde ihn "bärenstark".
Ehrlich gesagt finde ich meist sogar die Originalsongs besser, als jene auf der Reprise-CD. Ich meine hier die Duette mit den Schauspielerkollegen... Wahrscheinlich stehe ich mit dieser Meinung alleine da......
Ein "Luck be a Lady" MUSS selbstverständlich von THE VOICE gesungen werden!


Bernhard Vogel:

Die deutsche Version ist zusammengeschnipselt und um 18 Minuten gekürzt, das Original dauert 150 Minuten.
Ich glaube auch, das Qualitätvollste an diesem überlangen Streifen ist die tolle Musik von Frank Loesser, der schon das Original konzipiert hatte: "Guys and Dolls" eröffnete 1950 als Musical am Broadway, wurde vor allem dank Robert Alda zum Erfolg und sorgte drei ununterbrochene Jahre lang für volle Häuser, einer der größten Broadway-Erfolge der 50er Jahre.
Erstaunlich finde ich, daß Sinatra bei der Besetzung der männlichen Hauptrolle als Sky Masterson nicht einmal in Betracht gezogen worden ist. Der Favorit von Regisseur Joseph Mankiewicz für die Rolle war Gene Kelly, doch hier kamen dann Zwistigkeiten zwischen den Studios zum Tragen, Produzent Samuel Goldwyn legte sein Veto ein. Danach wurden über ein dutzend Namen großer Stars gehandelt und wieder verworfen, darunter so prominente Namen wie Clark Gable und Cary Grant, aber zeitweise auch Dean Martin. Die Entscheidung für Brando war schließlich ein Kompromiß. Um die Rolle des Nathan Detroit hat Sinatra sich dann persönlich beworben, obwohl dem Part ursprünglich nur ein Song (Sue Me) zugedacht war. Loesser schrieb ihm daraufhin die weiteren Nummern in die Rolle hinein.
Die Rivalität zwischen Brando und Sinatra dürfte ihren Ursprung vor allem in der Tatsache haben, daß man Sinatra, obwohl schon gültige Verträge existierten, die Titelrolle in "On The Waterfront" wieder abgenommen und an Brando vergeben hatte, der damit Kassenerfolge feierte und überdies während der Dreharbeiten zu "Guys and Dolls", die im März 1955 begannen, auch noch mit dem Oscar für "Waterfront" ausgezeichnet wurde.
Ein paar Wochen später hatte Sinatra dann seinen neuen Filmvertrag mit United Artists in der Tasche und zwei Projekte (The Man With The Golden Arm und Johnny Concho) gestartet, so daß ihm der Konflikt mit Brando nicht mehr so wichtig erscheinen mußte, zumal mit "The Tender Trap" im selben Jahr auch noch eine weitere Hauptrolle bei MGM für Sinatra anstand.
Im Ärger über Brandos Unprofessionalität und sprachliches Unvermögen (eine an sich harmlose Sequenz mußte 135 Mal gedreht werden, bis Brando endlich seinen Text fehlerfrei hersagen konnte) waren sich aber die anderen Stars mit Sinatra einig, wenngleich sie ihren Protest nicht so lautstark äußerten wie Sinatra, dem(passenderweise an einem Tag, an dem die Presse bei den Dreharbeiten zugelassen war) der Kragen platzte und der Brando anfuhr: "You fucking New York actors!".
Der englische Filmgeschichtler Daniel O'Brien hat Sinatras Auftritt in dem Film einen "Walk-through" genannt, und so ist eigentlich auch mein Eindruck, sein Spiel hat weder Höhen noch Tiefen, ist einfach durchschnittlich (was bei jemandem wie Sinatra immer noch bedeutet, durchaus unterhaltsam). Amüsant die Anspielungen auf Ava Gardner. Was mir an dem Film nicht gefällt, sind die vielen überflüssigen Längen und die manchmal arg gestelzten Dialoge, mit denen auch der Sprachkünstler Sinatra so seine Probleme hatte, jedenfalls kommen seine Texte an manchen Stellen nicht so natürlich wie sonst (die deutsche Synchronfassung bemüht sich manchmal gar nicht erst darum, die Dialoge halbwegs wortgetreu wiederzugeben, und war damit vielleicht mitunter gar nicht schlecht beraten, obwohl durch die Kürzung die clevere Schlußwendung der Story ganz fehlt). Dabei sind die Musiknummern, wie gesagt, gut gesungen und auch gut choreographiert, sie sind die Höhepunkte des Films, wenngleich manchmal durch zu große Längen voneinander getrennt.
Ich denke, Mankiewicz war der falsche Regisseur für dieses Projekt; er selbst sagte, er habe "keine Ahnung, wie man ein Musical inszeniert", und er hatte wohl recht. Wenigstens für das Drehbuch (das auch von Mankiewicz) stammt hätte man auf jeden Fall jemand anderes gewinnen müssen, vielleicht Stanley Dohen oder Artie Bobster.
Die Premiere fand im Herbst 1955 im New Yorker Capitol Theatre statt. Die Kritiken waren gemäßigt zurückhaltend bis vorsichtig negativ; in den US-Kinos lief der Streifen aber gut und spielte auch in Europa über eine Million Dollar ein.
Daß der Film so selten gesehen und/oder besprochen wird, hat er sicher nicht verdient, aber für die zweieinhalb Stunden braucht man trotz Sinatra schon etwas Sitzfleisch.
Die DVD kenne ich nicht - zur Orientierung, das Orginal dauert 150 Minuten, die verstümmelte Fassung nur 132 Min.
Was die Remakes angeht, so finde ich neben "Luck Be A Lady" - der Song gehört seit 1963 allein Sinatra - auch "Guys and Dolls" und "The Oldest Established" mit Dino bzw. Dino und Bing Crosby mindestens so gut wie die Filmversion, wenn nicht, dank des von Loesser zu Rat-Pack-Zwecken maßgeschneiderten Textes, besser. Auch das schöne zehnminütiuge "Guys and Dolls"-Medley, das Sinatra, Liza und Sammy 1988/89 beim "Ultimate Event" sangen, ist eine gelungene Reminiszenz.
Die Originalaufnahmen aus dem Film von 1955, mit Arrangements von Nelson Riddle und einem Orchester geleitet von Jay Blackton, sind jetzt auf CD 4 der "Hollywood Box" zu hören.

Besucherbewertung:

Der Film ist

sehr zu empfehlen.
zu empfehlen.
sehenswert.
noch guckbar.
einfach nur schlecht.

 

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