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Das schönste Cover

Der Main Event wählt ab 07/2006 das schönste Album Cover. Hier geht es zur Abstimmung.



September of My Years

Review:

SEPTEMBER OF MY YEARS
Reprise, 1965

Das 1965 veröffentlichte Album gewann Grammy Awards in den Kategorien “Album Of The Year”, “Best Male Vocal Performance”, “Best Album Notes” sowie “Best Arrangement”. Nominiert war es außerdem noch für die Kategorien „Song Of The Year“ und „Best Engineered Record“. Das Album toppte die Billboard-Charts und blieb dort 69 Wochen – nicht schlecht für einen 50jährigen zu einer Zeit, in der Rock’n’Roll und Pop die musikalische Welt dominierten.

Aber vermutlich brauchte man diese 50 Lebensjahre, um das Gefühl des Septembers, dem Herbst des Lebens, in wunderschönen Liedern festhalten zu können. Zu herrlich reizenden Arrangements macht der Philosoph und Lebenskünstler Sinatra das, was er am besten kann: er singt von Liebe, vom Verlassenwerden, von Einsamkeit, von den Freuden der Liebe und der folgenden Ernüchterung. Dabei wirkt er nicht aufdringlich, sondern wie ein weiser Mann, der sein Wissen und seine Erfahrungen mit den Jüngeren teilen will und dem man zwangsläufig zuhören muss – so fesselnd und ergreifend sind seine Schilderungen.

Schon die beiden ersten gesungenen Zeilen des Albums tragen unheimlich viel Weisheit, aber auch Sehnsucht und Melancholie in sich: „One day you turn around and it’s summer / next day you turn around and it’s fall“. Der Titelsong „The September Of My Years“ ist ein gelungener Einstieg in das Album, in das Thema des Alterns und man merkt bereits dort, zu welchen stimmlichen Meisterleistungen Sinatra zum Zeitpunkt der Aufnahme in der Lage war.

„Don’t Wait Too Long“ und „This Is All I Ask“ leben vom lieblichen und behutsamen Gesang Sinatras und den stellenweise schon sphärischen Streicherklängen Jenkins’. Ein weiteres Highlight, bei dem die perfektionierte Nuancierung vollends zu tragen kommt ist „Last Night When We Were Young“. Der wundervolle Schlusston, voll von Verzweiflung und Trauer, beinhaltet zugleich trotzdem Hoffnung und auch Zuversicht.

„The Man In The Looking Glass“ hat eine leicht eindringliche Melodie und erzählt die reflektierende Geschichte eines Mannes, der sich selbst im Spiegel betrachtet. Ein Stück zum Träumen. Hitpotential hingegen hatte „It Was A Very Good Year“, das Sinatra auch in sein Konzertrepertoire aufnahm. 2001 wurde die Aufnahme für ein posthumes Duett mit Robbie Williams verwendet.

Während seiner Columbia-Zeit hatte Sinatra bereits eine Aufnahme von „Hello, Young Lovers“ eingespielt. Diese Neubearbeitung übertrifft die Erstaufnahme jedoch bei weitem. Das kongeniale Zusammenspiel zwischen Sinatra und dem Arrangement von Jenkins sucht seinesgleichen. Selten durften wir Sinatra so sanft und „klug“ erleben. Es folgt ein weiteres Glanzlicht des Albums, das schöne „Once Upon A Time“ – das hätte durchaus auch ein alternativer Titel für das Album werden können. Es war einmal. Auch hier erleben wir wieder einen Sinatra in Bestform und mit einem Timbre, das einen geradezu zwingt, dem Gesang zu lauschen.

Der „September Song“ beschließt das Album und somit auch die Reflexion über die Vergangenheit, die Lieben des Lebens und das Altern. Und zugleich trägt er doch eine eindeutige Botschaft an alle Zuhörer, verpackt in ein Versprechen an die eine, die große Liebe: „these few precious days I’ll spend with you“

Die streicherlastigen Arrangements von Jenkins kreieren eine atemberaubende Atmosphäre, sie erschaffen eine auditive Herbstlandschaft voll farbenfroher Blätter und wärmenden Sonnenstrahlen und Frank Sinatra nimmt uns mit auf eine Reise durch diese traumhafte Welt. „As long as there’s a song to sing / then I will stay younger than spring“

© Marc Rothballer, Dezember 2006, für Sinatra – The Main Event

Besucher des "Main Event" zum Album:

UMFRAGE (Start: 01.06.2004)

Ein geniales Album mit erstklassigen Songs
Ein überdurchschnittliches Album
Ein durchschnittliches Album
Ein unterdurchschnittliches Album
Nur ein Album für Hardcore-Fans

 

© Sinatra - The Main Event | Online since 1999

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