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Das schönste Cover

Der Main Event wählt ab 07/2006 das schönste Album Cover. Hier geht es zur Abstimmung.



She Shot Me Down

Review:

SHE SHOT ME DOWN
Reprise, 1981

Das letzte große Concept-Album nahm Sinatra von April bis September 1981 für Reprise in Angriff. Einmal mehr griff er auf Gordon Jenkins als Arrangeur zurück und einmal mehr tat Sinatra das, was er eigentlich am besten konnte, aber sträflicherweise allzu lang vernachlässigt hatte: ein Album mit Saloon-Songs einzuspielen.

„She Shot Me Down“ ist ein melancholisches, sentimental-düsteres Album über Einsamkeit, verpasste Chancen und offene Wunden. Beinahe alle Songs sind Sinatra wie auf den Leib geschrieben und die Arrangements passen wundervoll zu seiner dunkler gewordenen Harvest-Stimme und verbreiten ein Gefühl von angenehmer Wärme.

Was Sinatra mit „Hey Look, No Crying“ schafft, hat er in folgenden Jahren im Studio nur noch sehr selten wenn überhaupt vollbracht: Sinatra klingt unheimlich emotional und harmoniert perfekt mit der pointierten Orchestrierung Jenkins’. Die Phrasierung stimmt bis in die letzte Nuance und besonders bei den langen Noten merkt man, wozu Sinatra mit dieser gealterten Stimme noch fähig war. Gänsehaut pur, spätestens ab „meeeee, I’m flying“ dürfte der letzte Zweifler ergriffen sein.

„Thanks For The Memories“ ist ein signature song von Bob Hope aus der Feder von Raigner/Robin, den Sinatra erhaben vorträgt. Stechend und schmerzend sind die ersten Sekunden des Intros von „A Long Night“. Ein tödliches, suizidales Stück, gestrickt aus Verzweiflung und Traurigkeit – idealer Stoff für den Saloon-Singer Sinatra.

Den Titelgeber des Albums „Bang Bang (She Shot Me Down)“ von Sonny Bono nahm Sinatra bereits kurz nach seiner Rückkehr aus dem Retirement 1973 auf. Der Song, der in seiner Pop-Form in Versionen von Sonny oder auch Nancy Sinatra vollkommen belanglos ist, erhält durch Sinatras lähmenden Gesang und Jenkins’ gediegenes Arrangement ein theatralisches, rührendes Element.

Der „Monday Morning Quarterback“ ist ein sentimentales, beinahe surrealistisches Stück mit herrlicher Lautmalerei und vielen tollen Sinatra-Momenten („a moment passes, something lovely dies“). „South – To A Warmer Place“ fällt im Vergleich zu den anderen großartigen Songs etwas ab. Zu unrhythmisch, zu unmelodisch und die vielen hohen Noten wollen nicht so recht passen.

„I Loved Her“ wurde von Gordon Jenkins selbst geschrieben und ist ein träumerisches Lied. Das Arrangement ist für Jenkins’sche Verhältnisse stellenweise unheimlich dünn, wodurch natürlich Sinatra nur noch mehr in den Vordergrund tritt und mit diesem kleinen aber unüberhörbaren Hauch Traurigkeit in seiner Stimme abermals Gänsehaut erzeugt.

Den Abschluss des Albums bildet ein von Nelson Riddle brillant arrangiertes Medley von Arlen/Gershwins „The Gal That Got Away“ und Rodgers/Harts „It Never Entered My Mind“. Ein Saloonsong par excellence, der unglaublich disziplinierte Gesang Sinatras harmoniert hervorragend mit dem mal sanften, mal energisch-kraftvollen Arrangement Riddles. Für viele Jahre war das Medley noch Bestandteil von Sinatras Konzertrepertoire und er ließ keine Gelegenheit aus, das Medley in den höchsten Tönen zu loben.

Das letzte Saloon-Album (das zugleich auch Sinatras letztes Album auf Reprise war) zeigt den Meister einmal mehr von seiner allerbesten Seite. Wer den Saloon-Sinatra mag dürfte wohl kein besseres und öfter spielbares Album als dieses finden. Vorausgesetzt er findet es überhaupt. Denn dieses Juwel aus Sinatras Alben-Repertoire ist aus den Katalogen von Reprise gestrichen worden und so gut wie nirgendwo mehr erhältlich.

© Marc Rothballer, Dezember 2006, für Sinatra – The Main Event

Besucher des "Main Event" zum Album:

UMFRAGE (Start: 01.06.2004)

Ein geniales Album mit erstklassigen Songs
Ein überdurchschnittliches Album
Ein durchschnittliches Album
Ein unterdurchschnittliches Album
Nur ein Album für Hardcore-Fans

 

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