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Am 30.12.2003 schrieb Werner Stulz

Herzliche Gratulation zu dieser wirklich informativen und professionellen Webseite über den wohl erfolgreichsten Sänger des letzten Jahrhunderts!

Mit freundlichen Grüssen aus der Schweiz

Event & Consulting
Werner Stulz


Am 21.12.2003 schrieb Edith

It is wonderful to know there are other people out there who just ache when they here "I'm a Fool to Want You" and and cannot help but to dance and sing at the top of their voice when they hear "Summerwind". LONG LIVE SINATRA!!!


HE and ME - Oder: Wie ich Sinatra Fan wurde

HE and ME - Oder: Wie ich Sinatra Fan wurde

Von Andreas Est

So etwa im Verlauf des Jahres 1974 gab es in unserer Haus und Hof Fernsehzeitschrift (HÖR ZU) einen Artikel mit einer etwa wie folgt lautenden Überschrift „Was finden die Frauen an der Zitrone?“ Der Artikel handelte über einen singenden US-amerikanischen Superstar und seine Frauengeschichten. Sein Name: Frank Sinatra. Warum der Begriff Zitrone verwandt wurde – keine Ahnung! Meine Neugierde an diesem Sänger wurde jedenfalls durch diesen Bericht geweckt. Einige Zeit später sendete das ZDF recht spät am Abend das heute legendäre Main Event Konzert. Zu meiner Überraschung erlaubte mir meine Mutter, dass ich mir das Konzert ansehen durfte. Schon die ersten Töne von „The Lady Is a Tramp“ haben mich gefesselt und ich war von Sinatra und der Art der Performance, wozu bei ihm ja nun auch ein toller Big Band Sound zählt, total begeistert. Auch die Freude des Publikums an seiner Musik empfand ich ansteckend (und die heute teilweise als unmöglich empfundene Kleidung wurde damals eben als normal empfunden).

Die Zitrone

Es war um mich geschehen – Die Zitrone hatte einen neuen Fan. Kurze Zeit später wurde Strangers in the Night mein Lieblingslied und die bis heute andauernde Bindung zu Frank Sinatra nahm ihren Lauf. Die ersten Jahre als Fan –geprägt durch das knappe Budget eines Schülers – verfügte ich nur über zwei LP’s von ihm – die in England erworbene Main Event sowie Greatest Hits. Diese beiden Platten gestalteten fortan über Jahre hinweg meine Entspannung nach der Schule: Die Welt lesend wurden die Platten täglich rauf und runter gehört. Es endete damit, dass ich beim Main Event sogar die Kratzer mitgesungen habe .... Als Sinatra Fan stand ich zur damaligen Zeit übrigens recht allein da. Meine Freunde hörten z.B. Zappa, Led Zeppelin, Dylan, Bob Seeger, Stones – aber Sinatra? - NO diese Leidenschaft musste ich schon allein ausleben.

Fußballbilder und Sinatra

Ab meinem 18. Geburtstag durfte ich endlich Blutspenden. Was das mit Sinatra zu tun hat? Viel! Die Blutbank in Essen zahlte pro Spende 50 DM. Ein großer Teil davon wurde bei Karstadt Hören und Lesen in Platten umgesetzt (ein ausreichender Rest jedoch auch in Bier und Zigaretten investiert)! Irgendwie bin ich direkt vom Sammeln von Fußballbildern auf Sinatra-Platten-Sammeln umgestiegen... So wurde der Grundstock meiner Frank Sinatra-Plattensammlung tatsächlich mit Blut bezahlt. Im Laufe der Jahre, mit zunehmendem Wuchs der Sammlung, wurde deutlich erkennbar, dass das künstlerische Werk Frank’s sich nicht nur auf „netten Swing“ beschränkt, sondern, dass zu seinem Lebenswerk auch so geniale Scheiben wie Only The Lonely, Point Of No Return, All Alone etc. zählen. Diese Konzeptalben sind sicher nicht für jeden Tag und jede Stimmung geeignet, jedoch gerade aus diesem Grund ein enorm wichtiger und auch hörenswerter Teil seines Schaffens.

Eintritt nur 50 DM

Mit dem Aufbau meiner Sammlung wurde ein Wunsch immer größer: Ich wollte IHN live on Stage erleben. Hier kam mir der Zufall zur Hilfe: In der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben las ich, dass Sinatra im Oktober `84 ein Benefizkonzert in Wien geben würde. Sofort schrieb ich den Veranstalter an und bekam tatsächlich postwendend Antwort, ich sollte 50 DM auf ein Konto überweisen und bekäme dann mein Ticket zugesandt. So geschah es dann auch und ich fuhr per Zug ins schöne Wien. Jedoch immer mit der Sorge, dass Frank das Konzert doch noch ausfallen lassen würde (so etwas war immer mal wieder zu lesen ...). Nun denn, es fand in der Wiener Stadthalle am 2. Oktober 1984, begleitet von der Buddy Rich Band, statt und ich konnte mich an folgendem Programm erfreuen: Overture, Fly Me To The Moon, The Lady Is A Tramp, Come Rain Or Come Shine, This Is All I Ask, L.A. Is My Lady, Pennies From Heaven, Luck Be A Lady, My Way, Here’s To The Band, Guess I’ll Hang My Tears Out To Dry, Don’t Worry ‘Bout Me, Theme from ‘New York New York’, Strangers In The Night, Mack The Knife.
Seit Wien zählt das dort als Zugabe dargebotene Mack The Knife zu meinen TOP 10, die, wie bei vielen anderen Sinatraphilen auch, direkt nach Festlegung schon wieder eine andere Zusammenstellung haben könnte ....
Zu Beginn der 80er Jahre war die Zeit des Sinatra-Fans als klassischem Außenseiter unter den 20-jährigen endlich vorbei – der Hit New York New York zeigte Wirkung. Endlich wurde auf Feten Sinatra gespielt und mir wurde nicht mehr der Kopf abgerissen wenn ich den Jahreswechsel mit Strangers in the Night und New York ankündigte und My Way in den Wechsel hinein spielte. Plötzlich fanden das alle toll und genial!
Durch mein Studium in Konstanz hatte ich Zugang zu diversen Radioprogrammen und Fernsehsendern (wer kann sich heute noch an die Zeit mit ausschließlich 3 TV-Programmen erinnern?). Traumhaft schön fand ich in Ö(sterreich) III die sonntags morgens ausgestrahlte Sendung „Die Drei“ (heute im Volksmund „Die großen Drei“ genannt). Abwechselnd wurden Lieder von Mr. Davis, Mr. Martin und Mr. Sinatra gesendet. Dadurch bekam ich Zugang zu Sammy und Dean, die untrennbar mit Frank verbunden sind und heute zu meinen Lieblingssängern zählen.

Warum ER?

Frank ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Teil meines Lebens und für mich die beste Medizin gegen schlechte Laune. Für jede Stimmung hat er das richtige Lied aufgenommen. Allein die enorme Bandbreite seines künstlerischen Schaffens zeigt wie außergewöhnlich er als Sänger war.
Was ist jedoch so toll an ihm, was macht seine Faszination aus? Es ist schwer in Worte zu fassen, ich denke jedoch es ist die Kombination aus einer wunderschönen Stimme, eine erstklassige Gesangstechnik (wer kann Töne schon so lang und präzise halten?), ein phantastisches Gefühl für den Text, eine sehr saubere Aussprache der Texte (welchen Sänger kann man so gut verstehen wie ihn?) und last but not least: das in der Regel geniale Zusammenspiel zwischen Big Band und Francis Albert Sinatra!

Zum Schluss noch ein Erlebnis: Bei einer Kalifornien-Rundreise zog es mich nach Palm Springs. Dort zählte ein Besuch an seinem Grab natürlich zum Pflichtüprogramm. Wen es interessiert: Der Friedhof ist mit einer Straße erschlossen und dem Auto befahrbar. Er besteht aus der Straße, einer Rasenfläche und ein paar Bäumen. Die Gräber werden ausschließlich mit einer ca. 50x30 cm großen Platte gekennzeichnet, die bei uns üblichen großen Grabsteine und individuelle Bepflanzungen gibt es dort nicht. Nachdem ich mir von der Dame der Friedhofsverwaltung den Weg habe erklären lassen ging ich zurück zum Auto. Und, was lief im Radio? Frank Sinatra mit CLOSE TO YOU! Ich bin sicher, es war ein Gruß von Oben.

Übrigens: Den Begriff Zitrone habe ich in seinem Zusammenhang nie wieder gehört...

(Ein Beitrag von Andreas Est, geschrieben für das Magazin "The Voice" der DSS) für Frank Sinatra - The Main Event

 

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