Bye Bye Baby
Text & Musik
Jule Styne & Leo Robin
Infos
Dieser Song wurde für Columbia am 10. Juli 1949 aufgezeichnet. George Siravo und Sid Cooper arrangierten und Hugo Winterhalter leitete das Orchester.
Stimmen zum Song:
Bernhard Vogel:
Ein schönes Lied, geschrieben im gleichen Jahr 1949 für das Musical "Gentlemen Prefer Blondes", aus dem später der gleichnamige Film (deutscher Titel "Blondinen bevorzugt") erwachsen sollte. Während Sinatras Stimme sich dem Capitol-Höhepunkt zuzuneigen begann, sanken seine Plattenverkäufe bei Columbia kontinuierlich; so experimentierte er mit anderen Orchestern und Arrangeuren, sowohl im Plattenstudio als auch im Radio in seiner im Herbst 1949 startenden Serie "Light Up Time" - die Zusammenarbeit mit George Siravo sollte dabei zukunftsweisend werden, seine Arrangements würden die Brücke bilden zu den ersten Aufnahmen mit Riddle im Frühjahr 1953.
An der Session im Juli 1949 wirkten viele bekannte Jazzmusiker mit, etwa der Gitarrist Al Caiola (nicht zu verwechseln mit Al Viola), der Pianist Johnny Guarnieri oder der Bassist Trigger Alpert. Als Begleitung ist zudem ein Vokalquartett namens "The Pastels" zu hören (Lilian Clark, Jerry Pecker, Naomi Sunshine und David Vogel).
Gleich drei verschiedene Versionen des Songs gibt es bislang:
Take -1 kam 1949 als Single heraus und findet sich auf der 10-CD-"Blue Box".
Take -PB1 kam 1996 auf der Columbia/Legacy CD "Swing And Dance With Frank Sinatra" als Bonus-Track heraus.
Take -2 schließlich erschien 1958 auf der Columbia LP "Love Is A Kick" und ist bislang noch nicht auf CD erschienen.
Alfred Terschak:
Eine huebsche Swing-Nummer, die auch waehrend meiner Sinatra-Woche zum Einsatz kam. Eine schoene "alte" Nummer, die aber immer noch spielbar ist. Fuer mich bleibt die Nummer aber immer gecovert - ich denke da an den Monroe-Film, wobei man leider eines zugeben muss: Vor allem im Film hat die Nummer einfach noch mehr Schmiss. Wobei - und mir ist das erst jetzt durch den Topic zu Bewusstsein gekommen, mir die LP-Version (Love Is A Kick) besser gefaellt als die CD-Version aus der Columbia-Box (und vor einer halben Stunde haette ich nicht einmal geglaubt, dass das zwei Versionen sind). Wer die LP im Schrank hat, muss sie jetzt einfach auflegen, aber ehrlich, da gibt's staerkere Nummern, etwa Franks Top-Klassiker You Do Something To Me,The Continental oder Five Minutes More .... doch auch My Blue Heaven und Bim Bam Baby wirken frischer als ich es in Erinnerung hatte.
Marcus Prost:
"Bye Bye Baby" ist wirklich eines der wenigen Lieder bei der ich die Fassung eines anderen Künstlers der Sinatras vorziehe.
Franks Fassung ist ja wirklich ganz nett, an das schmissige Arrangement der legendären Filmfassung kommt Frank aber nicht heran.
Marilyn hat in ihrem kurzen Leben nur sehr wenige Lieder, und diese ausnahmslos für ihre Filme, aufgenommen, unter diesen wenigen, waren aber gleich ein paar wirklich geniale Würfe.
Und "Bye Bye Baby" war hiervon einer.
Holger Schnabl:
Diese Nummer aus Sinatra´s bester Schaffensperiode ist – wie könnte es auch anders sein - ausgesprochen erfreulich, ja geradezu erhebend! Mehr noch, ich neige dazu, den Song koeniglich zu nennen.
Ein wirklich sehr belebender, unterhaltsamer Song, sicherlich ohne Ewigkeitsanspruch, aber ein durch und durch gelungenes Beispiel dafür, dass Sinatra auch schon vor seiner Capitol-Zeit ein äußerst kompetenter Swing-Mann war. Sehr erfreulich ist auch das sehr Jazz-orientierte, transparente Arrangement. - Überhaupt waren ja die Columbia-Swing-Aufnahmen generell um ein Beträchtliches jazziger als die Swing-Titel der kommenden Jahrzehnte, woselbst das Orchester dann mitunter schon allzu präsent und „wuchtig“ arrangiert wurde. Das Arrangement von „By Bye Baby“ hat im Vergleich dazu eine wunderbare, scheinbar schwebende Leichtigkeit, die sich auch in Sinatra´s Gesang wiederfindet.
An Sinatra´s stimmlicher Verfassung gibt es – wie eigentlich immer in diesen frühen Jahren – nichts zu bemäkeln. Man hört deutlich, dass Sinatra seine Swing-Qualitäten nicht erst in den 50er Jahren entwickeln musste, sondern dass sie schon immer in ihm schlummerten – übrigens gibt es schon aus der Zeit mit Dorsey und James viele berückende Beispiele für Sinatra´s frühe Swing-Qualitäten. (Pers. Anm. Nr. 1: Nichts macht mich rasender als das leider ziemlich verbreitete Vorurteil, Sinatra habe in der Dorsey- bzw. Columbia-Periode nur „Schnulzen“ gesungen! Welch grausige und im Grunde bejammernswerte Fehleinschätzung! Gar schauerlich knirsche ich sodann mit den Zähnen, schieße bedrohliche Blicke nach links und rechts und kann im wahrsten Sinne des Wortes kaum mehr an mich halten... sogar jetzt, hier an den Tasten meines PC´s beschleunigen sich meine Pulse in einem ersten Anflug von düsterer Grimmigkeit... )
Andreas Kroniger:
"Bye Bye Baby" ist ein solches Überraschungswerk, das den Hörer in seinen Bann zieht. Ein kurzweiliges, erfrischendes Werk.
