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Allgemein

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Change Partners

Titel

Change Partners

Text & Musik

Irving Berlin

Infos

Dieser Song aus Fred Astaires Film "Carefree" (1938) wurde von Claus Ogerman im Bossa-Nova-Stil arrangiert und erschien auf dem 1967er Reprise-Album "Francis Albert Sinatra & Antonio Carlos Jobim". Das Lied wurde am 30. Januar 1967 aufgezeichnet. Die Gitarre spielte übrigens Al Viola.

Übersetzung

Change partners

Mußt du unbedingt jeden Tanz mit dem selben vom Glück bevorteilten Mann tanzen?
Du tanzt mit ihm jetzt schon, seitdem die Musik begonnen hat;
Möchtest du nicht mal den Partner wechseln und mit mir tanzen?!

Mußt du denn so nah an ihm tanzen, daß deine Lippen sein Gesicht berühren?
Siehst du denn nicht, wie ich mich danach sehne, an seiner Stelle zu sein?
Willst du nicht doch den Partner wechseln und mit mir tanzen?

Bitte ihn doch, diesen Tanz mal auszulassen; und während du alleine bist,
Bitte ich den Ober, ihm auszurichten, er werde am Telefon verlangt …

Du bist nun schon weiß der Himmel wie lange fest in seine Arme geschlossen;
Wechsle doch mal den Partner, und dann
Willst du vielleicht nie wieder einen anderen Partner haben!

(Orchester-Zwischenspiel)

Vielleicht möchtest du doch mal einen neuen Partner, und dann
Wirst du vielleicht nie wieder deinen Partner tauschen wollen.

Übersetzung: Uwe Domnick für Sinatra - The Main Event, 2009

Diskographie

CD: 46013-2 The Complete Reprise Studio Recordings Disc 11
CD: 1021-2 Francis Albert Sinatra & Antonio Carlos Jobim
LP: FS1021 Francis Albert Sinatra & Antonio Carlos Jobim

Stimmen zum Song:

Marcus Prost:

Der Studio-Aufnahme dieses Liedes auf dem Jobim-Album kann ich nun gar nichts abgewinnen. Sehr schade, daß Sinatra dieses Lied nicht mit klassischen US-Big-Band-Swing aufgenommen hat. Live gelang dies ja bekanntlich absolut hervorragend!!!
Holger Schnabl:

„Change Partners“ ist ebenso wie „Baubles, Bangles And Beads“ nicht der beste Song des Jobim-Albums, gleichwohl aber eine echte Perle! Eine hübsche Melodie, ein guter Text und ein bestens phrasierender Sänger machen den Song herausragend. Sicherlich hatte die Stimme von Sinatra 1967 bereits viel vom Glanz früherer Jahre verloren, aber sein Gefühl für einen Song und seine einzigartige Phrasierung waren noch weitgehend erhalten geblieben. Eine kluge Entscheidung von Sinatra, dieses Album aufzunehmen, hier macht Sinatra aus der stimmlichen Not eine Tugend und es gelingt ihm das Kunststück, trotz der stimmlichen Einbußen ein Meisterwerk abzuliefern.

Ich kenne zwar keine Aufnahme des Songs im Swing-Gewand (wahrscheinlich ist eine solche nur als grummeliges Bootleg erhältlich), aber ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Sinatra später in den 70er oder 80er Jahren den Song mit einem plakativ polternden Arrangement und ziemlich auf den Hund gekommener Stimme jeglicher Seele beraubt hat. Die Jobim-Version dagegen hat wirklich Seele und wurde von Claus Ogermann mit einem sehr einfühlsamen Arrangement gleichsam veredelt. Immer wieder bewundernswert: die dezente und dennoch komplexe Rhythmus-Arbeit, die nicht nur diesen Song, sondern das ganze Album kennzeichnet. Ich kann mir nicht denken, was es hier puncto Aussagekraft noch zu verbessern gäbe, in welchem Arrangement vom wem auch auch immer... Es muss nicht immer Swing sein...


Bernhard Vogel:

Eine echter Klassiker: Eines der schönsten Lieder, wie ich finde, von Irving Berlin (1888-1990), und einer der meistgecoverten Berlin-Songs. Dabei ist Fred Astaires „Urfassung“ als tanzbeschwingte Streicherballade bereits ziemlich unschlagbar (Astaire wird m.E. als Interpret überhaupt stark unterschätzt).

Sinatras Interpretation ist kongenial, man kann sich bildlich vorstellen, wie er in einem kleinen etwas schummrigen Tanzlokal sitzt und seinem Schwarm auf der Fläche zusieht und dabei seinen Plan ausheckt, aber vielleicht eben nur in Gedanken, ohne ihn umsetzen. Vor allem ist es wieder einmal sein „living the lyrics“ (z.B. in der Zeile „can’t you seeeeee I’m longing to be in his place“)... unwiderstehlich!

Genau wie von „Baubles Bangles and Beads“ gibt es auch von „Change Partners“ noch zwei andere Versionen von Sinatra: Einmal mit jazzigem Quintet (1982), allerdings nicht ganz so „kicking“ wie „Baubles...“ (1978),
und dann ein sehr rassiges Swing-Arrangement von Joe Parnello (1985) mit ‚richtigem’ Orchester.
Die feinen Nuancen des Textes bzw. der „Geschichte“ gehen im Swing-Tempo größtenteils verloren (was nicht an FS liegt, das ist z.B. bei Ellas Version mit Buddy Bregman genauso), und anders als im Text von „Baubles...“ gibt’s hier keine Alliterationen, jing-a-lings und ring-a-dings, mit denen das auszugleichen wäre.

Die Quintett-Version swingt etwas moderater; leider gibt’s davon (bis jetzt) nur Audience-Tapes. Das Parnello-Arrangement hingegen gibt’s in offiziellem Warner-Stereo gleich mehrfach, z.B. aus dem Golden Nuggett (Oktober 85) oder Norman (Januar 86). Sinatra hatte hörbar Freude an dem rassigen Sound („now won’t you change partners and-uh Cha-Cha-Cha!“ mit der unvermeidlichen Gene-Kelly-„Tanz“-Einlage).

Irving Berlin selbst hat übrigens in einem Telephoninterview auf NBC an seinem hundertsten Geburtstag 1988 gesagt, Sinatras „Change Partners“ von 1967 sei die schönste Version des Songs, die er kenne.
Andreas Kroniger:

Bisher hatte ich "Change Partners" ausschließlich mit dem Album "FAS und ACJ" und dem TV-Special verbunden.

Kurz nachgeschaut, fand ich eine Version vom "Homecoming Concert, 1986" und einen erfrischendem Sound. Leider gefällt mir diese Version auch nicht, was diesmal allerdings an der Stimme Sinatras liegt. Sinatra kann bei diesem Auftritt den Schwung des Orchesters, dass wieder mit dem bekannten und ursprünglichen "Fred Astaire Sound" rüberkommt, leider nicht ganz standhalten.

"Change Partners" gehört sicherlich zu den besseren Songs auf dem Album "FAS & ACJ", so als wollte Sinatra zeigen, dass man gute Songs nie ganz "verhunzen" und "verbossanovern" kann.

Irgendwie fehlt halt immer noch ein "Jing-Jinga-Linga" eines "Boubles, Bangles and Beats"...

Bernhard Vogel:

Interessant finde ich auch, daß, nachdem Sinatra als erster auf die Idee gekommen war, neben Jobim-Stücken auch Standards zu "bossanovaisieren" (oh yach![rolling_eyes]) wie z.B. Change Partners oder I Concentrate On You, auf vielen späteren "Jobim"-Alben anderer Künstler, allen voran Ella Fitzgerald's Jobim Songbook, eben diese Standards auch auftauchen... gewissermaßen sind sie also über "Sinatra-Jobim" zu Jobim-mäßigen Repertoire geworden.

Florian Kerz:

Sicherlich ist "Change Partners" einer der Songs vom Jobim-Album, die am wenigsten schrecklich sind.
Musikgeschmack ist ja glücklicherweise sehr unterschiedlich - und für meine Begriffe macht das Bossanova-Dingens aus guten Songs nervtötende schwere Brocken, die zwei, drei und vier Minuten wie eine Ewigkeit erscheinen lassen - als wollten sie nie vorbei gehen.

Michael Dörffler:

Die Interpretation und die Begleitung vermitteln eine ganz intime, wundebare Atmosphäre - Sinatra at his very best! Das "Swing Partners" kann da keineswegs mithalten. Die "Bossa" Version ist meiner Meinung nach eindeutig die "Definitive Recording" des Songs und bestimmt auch nicht die einzige auf dem Album!


 

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