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Don’t Cry Joe

Titel

Don’t Cry Joe

Text & Musik

Joe Marsala

Infos

Sinatra nahm diese Blues-Ballade von Joe Marsala zweimal auf. Die erste Aufnahme, von Sy Oliver arrangiert, wurde für Columbia am 10. Juli 1949 mit "The Pastels" aufgenommen. Diese Aufnahme ist auf der selbstverständlich auf der Columbia-Box zu finden.

„Don´t Cry Joe“ steigt am 10. Juli 1949 in die amerikanischen Billboard Charts ein. Der Song bleibt insgesamt 8 Wochen in den Charts und belegt als höchste Platzierung Platz 21.

Die zweite, mit einem Billy May-Arrangement, wurde am 23. Mai 1961 in Los Angeles für Reprise aufgenommen. Diese Aufnahme ist auf dem Album "Swing Along with me" zu finden. Außerdem kann der Song auf "Frank Sinatra - A Man And His Music + Ella + Jobim" gesehen/ gehört werden.

Übersetzung

Diskographie:

(1) COLUMBIA-STUDIOAUFNAHMEN vom 10.7.1949
aufgenommen in New York City, Columbia Studios
Arrangement: Sy Oliver
Orchester geleitet von Hugo Winterhalter
The Pastels (vocal quartet): David Vogel, Jerry Packer, Naomi Sunshine, Lillian Clark
(1a) Take 1
Erstveröffentlichung: Columbia 78 rpm single(1949).
CD: The Columbia Years (12 CD Box, Columbia/Legacy) CD 10
CD: Best of The Columbia Years (Columbia/Legacy)
(1b) Take 2
Erstveröffentlichung: Columbia LP "That Old Feeling" (1956).
CD: Portrait of Sinatra (2 CD set, Columbia/Legacy)

(2) REPRISE-STUDIOAUFNAHME vom 23.5.1961
aufgenommen in Hollywood, United Recording Studios (take 8)
Arrangement: Billy May
Orchester geleitet von Billy May
Album/CD: Sinatra Swings [aka Swing Along With Me] (Reprise)

Stimmen zum Song:

Andreas Est:

Die Columbia-Fassung ist nicht so ganz nach meinem Geschmack, das Lauschen lohnte sich dennoch wegen des nachfolgenden Liedes: That Lucky Old Sun!
Die 61er Aufnahme habe ich sehr gern (wieder) gehört. Top war für mich der Mitschnitt auf der DVD, obwohl Frank das Lied ja eigentlich nur kurz ansingt, ist das nachfolgende Duett mit Ella (Ode To Billy Joe) einfach nur schööööööööööön!!

Alfred Terschak:

Hm, also unser beinahe-Klassiker ist einfach sehr, sehr interessant, aber irgendwie trägt er einen Jahresring.
Capitol: nett, spannend, einfach gut
Reprise: sehr ambitioniert, untadelig vorgetragen - aber irgendwie ist es vergebene Liebesmühe, der Song ist nicht mehr zum Leben zu erwecken.
Version mit Ella: genau dafür ist der Song noch gut, als Überleitung für die Vergangenheit. Auch hier ein ambitionierter (und sehr guter) Versuch den Song zum Leben zu erwecken. Mir gefällt die Version fast am besten, nur auf dieser DVD sind halt ein paar Sachen drauf, die absolut Weltspitze sind - da geht das nette Zeilchen einfach unter.

Tim Bialek:

Ich mag beide Aufnahmen, weil sie für die Zeit, in der sie entstanden, beide großartig sind. Das Oliver-Arrangement hebt sich sehr wohltuend von den üblichen Streicher-Balladen eines Stordahl ab und die Gesangsgruppe "Pastels" ist phänomenal gut.
Bei Billy May werde ich kaum ein Arrangement schlecht finden, und so auch dieses nicht. Der Vergleich zwischen beiden war für mich sehr lehrreich, zeigt er doch beispielhaft, wie sich die Musik, und hier besonders die Harmonisierung, in 14 Jahren entwickelt hat.
Und Frank? Der ist natürlich sowieso großartig.
Ein besonderer Song meine ich, weil er in einem bluesartigen Rhythmus gehalten ist, den man bei Frank nur selten hört.

Bernhard Vogel:

Mir gefallen auch beide Arrangements (Columbia und Reprise) gut, wobei die Billy-May-Fassung vielleicht auch deswegen subjektiv etwas abfällt, weil sie auf dem Album von 1961 von so vielen Up-Tempo-Swingern umgeben ist und irgendwie nicht recht zum Zuge kommt sozusagen (jedenfalls gings mir so als ich das Album vor 15 Jahren zum ersten Mal hörte, und lange Zeit habe ich "Don't Cry Joe" immer übersprungen... heute ist es mitunter eher umgekehrt...). Aber Mays Chart ist in jedem Falle großartig.
Ich persönlich mag aber das Arrangement von Sy Oliver für die Columbia-Aufnahme von 1949 lieber. Da kommt Olivers Big-Band-Herkunft deutlichst zutage - das Stück gehört zu den bei mir meistgespielten Columbia-Aufnahmen. Es war eine der sehr wenigen Sinatra-Sessions bei Columbia, an der keinerlei Streicher im Orchester mitspielten, nur Bläaser und die übliche Piano-Bass(Trigger Alpert!)-Drums-Rhythm-Besetzung. Das Orchester leitete Hugo Winterhalter, der sonst kaum je mit FS gearbeitet hat. Erfreulicherweise sind, was bislang noch nicht erwähnt wurde, gleich zwei verschiedene Fassungen von der Columbia-Session von Columbia herausgebracht worden (deswegen häng ich noch die kleine Diskographie in gewohnter Form an), recht interessant, beide miteinander zu vergleichen.
Ganz interessant ist auch die Songgeschichte - das Lied wurde für das Orchester von Gordon Jenkins(!) geschrieben, der es mit Betty Bower als Gesangssolistin auch als erster auf Platte einspielte. Jenkins hat einige bluesige Platten in jener Zeit gemacht, dieses Stück gehört auch dazu. Sinatras Aufnahme war im übrigen bald so populär, daß er das Lied im Herbst 1949 fast wöchentlich in seiner "Light-Up Time"-Radioshow sang, wobei das Arrangement noch etwas verändert wurde. Alles in allem finde ich all die Versionen von 1949 besser als das Remake mit Billy May.
Insgesamt aber vielleicht ein Stück, das es von anderen Interpreten "besser" gibt als von Sinatra? Mir fielen Billy Holiday und Judy Garland ein, aber es gibt sicher noch mehr.
Die "Pastels" sollen aber schließlich mal genannt sein - denn sie singen in der Tat großartig. Das Quartett bestand aus David Vogel (nein, kein Verwandter), Jerry Packer, Naomi Sunshine und Lillian Clark.

 

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