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Everybody Loves Somebody

Titel

Everybody Loves Somebody

Text & Musik

Text von Irving Taylor, Musik von Ken Lane

Infos

Ein Lied, das die beiden Freunde Frank Sinatra und Dean Martin verbindet: Für den einen wurde es geschrieben, und der andere machte es unsterblich.
Das Bindeglied zwischen beiden heißt in diesem Falle Ken Lane, von 1944 bis 1952 bei vielen Studiosessions und Konzerttourneen (unter anderem beim legendären Engagement im Londoner Palladium 1950) einer von Sinatras regulären Pianisten, später dann für drei Jahrzehnte „Hauspianist“ und Orchesterleiter für Dean Martin.
Lane schrieb, zusammen mit Irving Taylor, 1947 „Everybody Loves Somebody“ für Sinatra, der den Song im Dezember 1947 für Columbia einspielte (= Version #1), arrangiert von Axel Stordahl, und im Jahr darauf als Single herausbrachte.
Im Herbst 1948 war Sinatra zu Gast im „Spotlight Review“ bei Spike Jones, dem experimentierfreudigen Bandleader, und sang zusammen mit dessen „City Slickers“ bei dieser Gelegenheit unter anderem auch dieses Lied (=#2).
Neun Jahre später schließlich, im Herbst 1957, planten Sinatra und Nelson Riddle ein neues gemeinsames Album bei Capitol Records, und zu den sieben dafür eingespielten Liedern zählt auch ein von Riddle arrangiertes Remake von „Everybody Loves Somebody“ (=#3). Aus dem Plattenprojekt wurde aber nichts, und die sieben Stücke erschienen dann im Frühjahr 1958 als Teil der Sampler-LP „This Is Sinatra Vol. 2“. 1990 brachte Capitol das Stück dann auch erstmals in Stereo heraus.
Zum weltweiten Höhenflug setzte der Song aber erst in den Sechziger Jahren an – Ken Lane hatte sein Lied zu Dean Martin „mitgebracht“, und Martin nahm es 1963 und 1964 gleich mehrfach für Reprise auf (zuerst für sein Album „Dream With Dean“). Für Dino wurde das Stück bald zur Erkennungsmelodie, kein Konzert und keine Show mit ihm ohne diesen Song. Für nähere Infos einfach mal in der neuen Dean-Martin-Page stöbern!
In vielen Fällen, die wir hier schon als Wochentopic diskutiert haben, ist es ja so, daß Songs, die ursprünglich für andere Künstler geschrieben wurden, erst durch Sinatra nachhaltig geprägt bzw. in seiner Version berühmt geworden sind (bestes Beispiel: I’ve Got You Under My Skin). Hier ist es aber nun einmal umgekehrt: Ein für Sinatra geschriebenes und mehrmals von ihm aufgenommenes Lied wurde in einer Coverversion ungleich bekannter – so bekannt, daß es vielleicht sogar spontan etwas schwerfällt, sich auf Sinatras Interpretation einzulassen, weil man immer Deans Fassung im Ohr hat. Sinatras Aufnahmen lohnen es aber (wie stets) allemal, angehört zu werden.

Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event

Diskographie:

(1) COLUMBIA-STUDIOAUFNAHME vom 4.12.1947
aufgenommen in New York City
Arrangement: Axel Stordahl
Orchester geleitet von Axel Stordahl
Erstveröffentlichung: Single (Columbia 38225, 1948)
CD: The Columbia Years (12 CD Box, Columbia) CD 8
CD: Love Songs (Columbia/Legacy)

(2) „Spotlight Review“ (CBS Radio/Coca-Cola) vom 1.10.1948
aufgenommen in Hollywood
Arrangement: Spike Jones
Orchester: Spike Jones & His City Slickers
CD: Spike Jones – The Radio Years (Rhino)
CD: Frank Sinatra & Friends (30 CD set, Radio Spirits) CD 26

(3) CAPITOL-STUDIOAUFNAHME vom 25.11.1957
aufgenommen in Hollywood, Capitol Tower (take 4)
Arrangement: Nelson Riddle
Orchester geleitet von Nelson Riddle
mono
Erstveröffentlichung/Album: This Is Sinatra Vol. 2 (Capitol, 1958)
CD: This Is Frank Sinatra (2 CD set, EMI-UK)
stereo
CD: The Capitol Years (3 CD set, Capitol) CD 2

Übersetzung

Stimmen zum Song:

Andreas Est:

Wie gut, dass ich "This is Sinatra II" zumindest auf Cassette besitze. Ich hatte auch noch eine bessere Fassung dieses Liedes in Erinnerung als die Aufnahme, die sich auf dem Sampler "Most Famous Hits of ...." befindet. Und meine Erinnerung trog nicht! Die Capitol Scheibe ist wirklich toll. Ein geniales Zusammenspiel zwischen Frank und den äußerst sparsam und dezent im Hintergrund agierenden Instrumentalisten! Ein echtes Meisterstück von FAS, dennoch, siehe unten, DEAN IS (here) BEST!!!

Michael Dörffler:

Mir ist zwar bewußt, daß dieser Song dem guten Dino "gehört", allerdings gefällt mir tatsächlich Sinatra's Capitol Aufnahme einfach besser.

Alfred Terschak:

Zzzzz, da hatte ich die Capitol-Version doch glatt verdrängt,aber es bleibt dabei, sie klingt zwar besser als die Columbia-Version, aber hier gilt DINO ist DINO, Franks-Interpretationen zählen dagegen einfach zur Abteilung Schlafwagen...(erinnert mich an SleepWarm).

Andreas Kroniger:

Es gibt viele Song, aus denen Sinatra mehr raus holt (z.B. All of me, For once in my Life oder April in Paris). Es gibt ein paar schöne Songs, bei denen man streiten kann, welche Version besser ist (Gentle on my mind, For the good times oder By the time I get to Phoenix). Bei "Everybody loves somebody" gibt es eigentlich keinen Zweifel: Dieser Song gehört Dean. Es gibt aber neben der Fassung, die Ihr alle im Ohr habt auch noch weitere, sanftere Versionen von Dean. Auch diese gefallen mir besser als die Sinatra Version.
Eigentlich müßte die Dean-Fassung aber auch "E-E-E-Everybody loves somebody" heißen . Denn das macht die Dean Fassung so unschlagbar.

Bernhard Vogel:

Gegen Deans Versionen als Ohrwurm aber immer noch ohne rechte Chance, müßte ich mich entscheiden, würd ich auch Deans Versionen wählen (der das Lied ja auch schon längere Zeit vor seinen Reprise-Studioaufnahmen im Programm hatte). Zum Glück aber kann man ja einfach beide genießen, Sinatra und Martin, und Sinatras Capitolaufnahme hör ich sehr oft.

 

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