Follow Me
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Ein Song aus dem Broadway-Stück “Camelot”, den Sinatra an seinem 52. Geburtstag (12.12.1967) mit einem Billy May Arrangement und Duke Ellington und Band für das Reprise-Album „Francis A. & Edward K.“ in Hollywood aufnahm. Eine weitere (Live-)Aufnahme existiert nicht.
Übersetzung
Follow me
Durch die Wolken, grau an Jahren, über Berge, von Tränen benetzt,
Werden wir einer jungen und freien Welt entgegenfliegen, folge mir!
Aprilgrün allenthalben, Aprillieder allgegenwärtig:
Komm und lausche, komm und schau, stets mir nach!
Zu dem Baum, an dem unsere Hoffnungen hoch hängen,
Zu dem Traum, der nie vergehen sollte,
Dorthin, wo unsere seit langem verlorengegangenen Zukunftspläne immer noch Wirklichkeit werden können.
Die Zeit geht vorüber – oder vielleicht wir? Schließe deine Augen, und du wirst sehen,
Daß, wie wir einst waren, wir wieder sein können; drum weine nicht, schließe dich mir an,
Folge mir, folge mir!
(Orchester-Zwischenspiel)
Zum Baum mit unseren hochfliegenden Plänen,
Zu unserem unsterblichen Traum,
Wo unsere längst verlorenen Pläne für ein Morgen allmählich wieder zum Leben erwachen.
Die Zeit vergeht – oder tun es wir? Mach deine Augen zu, und dann siehst du,
Daß so, wie wir einmal waren, wir sein können; sei also nicht traurig, komm mir nach,
Folge mir, folge mir, folge mir, folge mir;
Auf, mir nach, folge mir!
© Übersetzung: Uwe Domnick für Sinatra – The Main Event, 2009
Stimmen zum Song:
Holger Schnabl:
Bei „Follow Me“ hat man das Gefühl, man wollte nicht schon in der ersten Nummer des Albums das gesamte Pulver verschießen. Nichts trotz Desto kann der Titel sehr gut gefallen. Wie alle Songs dieses außergewöhnlich guten Albums (mit dem Erscheinungsdatum 1968 bereits und getrost als Spaeth-Werk zu bezeichnen) sollte man ihn mehrmals hören, um ihm volle Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Das wunderbare Zusammenspiel der Instrumentalisten der Ellington-Band greift erst beim wiederholten Hören richtig Platz. Gleiches gilt für die Feinheiten des Arrangements! Sinatra selbst singt wunderbar kontrolliert, fast verhalten und holt so für meine Begriffe das Optimale aus dem Song heraus.
Man hört hier nicht Sinatra als unangefochtenen Hauptdarsteller, sondern eher als Ensemble-Mitglied, den Mitmusikern sicherlich gleichberechtigt, aber sie nie überschattend. Hier agieren nicht ein Star-Sänger und sein Hintergrund-Begleitorchester, sondern lauter gleichberechtigte Partner, die gut zusammenwirken, ohne zu versuchen, einander zu übertrumpfen. Besonders hervorzustreichen ist jedenfalls die exzellente Trompeten- und Saxofonarbeit und das getragen, ja fast gemächlich swingende Arrangement. Ein kleiner Minus-Punkt ergibt sich höchstens aus der Tatsache, dass der Song in einem Fade-Out endet, ein Umstand, der mir bei einer Sinatra-Aufnahme stets etwas Unbehagen verursacht.
Alfred Terschak:
Na vielleicht schließt da sogar noch mal wer Freundschaft mit den Jobim-Alben.
Also mir ist hier Frank einfach zu wenig präsent und vor allem paßt er einfach nicht so gut zum Duke wie man sich das vorher vorstellen könnte. Und was die Sache noch retten könnte, der Song ist für mich nur Duchschnittsware. Während sich das Album schon gelegentlich in den CD-Player verirrt (irgendwie hat nämlich der Sound was - ist diese Nummer garantiert keine, die ich je gezielt anwählen würde. Prädikat " entbehrlich" - eine Seltenheit bei Frank
Andreas Est:
ich habe mir den Spass nun (Premiere - per Endlosschleife) heute noch einmal gegönnt. Ich finde, es ist ein sehr hörenswertes Lied. Die Kombination (Big-)Band - Sänger finde ich bei Sinatra in der Regel sehr gelungen (was mich unter Anderem zum großen Fan dieses Herrn gemacht hat). Hier gefällt mir die Mischung fast genial und zwar gerade weil Sinatra quasi als Teil der Band auftritt !
Tim Bialek:
Mit Sicherheit wirkt die Zusammenarbeit zwischen Sinatra und Ellington eher "gesetzt" und nicht so emotional überquellend wie bei Basie. Das mit dem Funken, der nicht so recht überspringen will, trifft es ganz gut.
Frank wirkt sehr konzentriert und dabei geht die Spontaneität ein um andere Mal verloren.
Ich weiß nicht, was Ellington und solche genialen Leute wie Johnny Hodges von Sinatra gehalten haben, aber alle Soli auf dem Album sind phantastisch! Glaubt man Friedwald, soll die Probe ja das reinste Chaos gewesen sein, weil kaum einer der Herren notenfest war.
Trotzdem rein musikalisch finde ich das Album nicht so schlecht und unter den schlechtesten kommt es bei mir sicher nicht vor.
Auch für "Follow Me" gilt das Geschriebene: Musikalisch beachtenswert, aber Sinatra wirkt irgendwie angestrengt und swingen konnte die Basie-Band besser. Vielleicht passte einfach der Stil der Ellington-Band nicht so zu Franks.
Andreas Kroniger:
Ich hatte, wie ich bereits an anderen Stellen geschrieb, keinen Zugang zum Album. Dies liegt wahrscheinlich auch an "Follow me". Der Song ist "schwach". Dies liegt einmal an Sinatra selbst, der scheinbar zum echten (schwarzen) Jazz sowenig Zugang hat wie ich.
Das Album hat jedoch auch einige Höhepunkte und mit "Sunny" und "All I need is the girl" auch Songs, die ins Ohr gehen.
