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I’m A Fool To Want You

Titel

I’m A Fool To Want You

Text & Musik

Jack Wolf, Joel Herron & Frank Sinatra

Infos

Eines der eindruckvollsten Sinatra-Songs ist sicherlich und unbestritten die Columbia-Fassung von "I'm a Fool to Want You". Um diese Aufnahmen reihen sich Gerüchte, die ich hier nicht aufführen möchte, da sie nicht belegt sind. Hinweis: Frank Sinatra & Ava Gardner heirateten am 7.11.1951 in West Germantown (Bundesstaat Pennsylvania) - die Ehe mit Nancy wurde im gleichen Jahr geschieden.

Die Aufnahme, mit einem Axel Stordahl-Arrangement, stammt vom 27. März 1951. Damals verkaufte sich der Song sehr schlecht - man spricht von nur 35.000 Kopien und stieg in den Billboard-Charts lediglich auf Nummer 14. Billy Eckstine (zumindest heute unbekannt) nahm den Song zur gleichen Zeit ebenfalls auf und stahl Sinatra die Show.

Sinatra nahm den Song am 01. Mai 1957 mit einem Gordon Jenkins-Arrangement noch einmal auf. Die eher belanglose Aufnahme - im direkten Vergleich - erschien im gleichen Jahr auf dem Capitol-Album "Where Are You". Nie sang Sinatra den Song in seinen Konzerten oder bei seinen TV-Auftritten - schade.

Übersetzung

Ich Bin Ein Narr Dich Zu Wollen
(I'm A Fool To Want You)

Ich bin ein Narr dich zu wollen
Ich bin ein Narr dich zu wollen
Eine Liebe zu wollen, die nicht wahr werden kann
Eine Liebe, die auch für andere da ist

Ich bin ein Narr an dir festzuhalten
Solch ein Narr an dir festzuhalten
Einen Kuss zu begehren, der nicht mir allein gehört
Eine Kuss zu teilen, den der Teufel gesehen hat

Immer und immer wieder sagte ich ich würde dich verlassen
Immer und immer wieder ging ich fort
Doch dann sollte die Zeit kommen
In der ich dich brauche
Und einmal mehr muss ich diese Worte sagen:

Nimm mich zurück, ich liebe dich
Bedauere mich, ich brauche dich
Ich weiß, es ist falsch - es muss falsch sein
Aber ob richtig oder falsch
Ich komme nicht ohne dich aus

Übersetzung: Verena Kroniger und Marc Rothballer für Frank Sinatra - The Main Event, 2008

Stimmen zum Song:

Holger Schnabl:

Ich gebe ... der Capitol-Version aus dem Jahre 1957 den Vorzug. Zwar ist auch die Columbia-Version gut – wie ja überhaupt fast alles aus dieser Zeit – trotzdem halte ich die spätere Fassung für gelungenerer und das aus zwei Gründen: Erstens wird hier auf den eher unnötigen Hintergrundchor der Columbia-Version verzichtet und zweitens ist das Ende des Songs nicht so übertrieben dramatisch wie bei der Columbia-Version. Auch singt Sinatra in der Capitol-Fassung kontrollierter, auf der Columbia-Fassung dagegen singt er die lauteren Passagen mit etwas gar übertriebenem Pathos, wie mir scheint.

Andreas Bergmann:

Obwohl die Capitol-Aufnahme ebenfalls hervorragend ist, finde ich die Columbia-Aufnahme besser. Sinatra singt ihn einfach so emotional und glaubwürdig, dass der Song für mich etwas ganz besonderes ist. Ich kann auch am Chor nichts schlechtes finden, da der Schluss, wie ich finde, trotzdem nicht überladen wirkt. Dramatisch ist er, das stimmt, aber gerade das finde ich gut.

Andreas Kroniger:

Was nun an der Geschichte war ist und was nicht, sei darhingestellt:

Ava hatte sich von Frank getrennt und Sinatra nahm 1951 den Song "I´m a fool to want you" auf. Nach der Aufnahme rannte Frank Sinatra sofort (weinend) aus dem Studio. Die Aufnahme war so gut, dass man beschloss Sinatra mit als Texter des Songs anzugeben. Als Tribut für seine grandiose Interpretation.

Ich persönlich finde die 57er Version hat hingegen weder Höhepunkt noch Tiefgang. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich die 51er Columbia-Version bekomme.

Der große Unterschied ist, dass die 51er Version zum Ende einen Höhepunkt erreicht. Das macht diesen Song so genial. Diesen Höhepunkt vermisse ich bei der Capitol-Version. Der Song endet einfach - schade.

Bernhard Vogel:

Bei der Columbia-Fassung ist die Verzweiflung in Sinatras Stimme unmittelbarer und direkter als im Remake von 1957, deswegen wäre die erste Version eigentlich vorzuziehen. Ich finde sie aber ziemlich ruiniert von dem gräßlichen Chor - wer hat sich das bloß ausgedacht? Wenn man versucht ihn zu überhören, ist die 51er Fassung m.E. besser.

Am Ende des Mastertakes von 1951 sagt Sinatra erst ein paar Sekunden gar nichts [vielleicht hatte er da wirklich Tränen in den Augen?], dann sagt er "sheeeshshsh... okay that's it, folks, let's go ahead and [folgen noch zwei Worte, die ich aber nicht verstehen kann, das Band ist ziemlich rauschig]", und beginnt dann sofort damit, kurze einzelne Sätze und Grußadressen zur Verwendung bei Promo-Spots und ähnlichem aufzusprechen (wie er es oft am Ende einer Session tat). Weinend aus dem Studio gerannt ist er also mal nicht.

Marc Rothballer

Jetzt (11.02.2007) läuft bereits seit einiger Zeit "I'm A Fool To Want You" (Columbia) in der Endlosschleife und ich wundere mich immer noch und - obwohl ich das Lied bestimmt schon 3,9 Millionen Mal gehört habe - immer wieder aufs neue, wie genial Frank einfach war. Dürfte ich nur ein einziges Lied auswählen, um jemandem zu verdeutlichen, welche Emotion man mit Musik übermitteln kann - das wäre der Song! Für den Song braucht man keinen Waffenschein, das ist eine Weapon Of Mass Destruction. Oder doch eher heart destruction?!

Wie pointiert Frank singt, alles ist an seinem Platz und es klingt doch so, als wäre der Song "aus einer Situation heraus" entstanden. Kaum zu glauben, dass das nicht geprobt und ein One Take Song ist. Die Geige, die bei "but then would come the time when I would need you..." so einsam vor sich hinstreicht und gegen Frank "antritt"; die pompösen und stimmgewaltigen Passagen gegen die zerbrechlich geflüsterten Worte "pity me, I need you"; der Chor, der ausnahmsweise gar nicht mal so störend wirkt, sondern eher als Zeuge des drohenden Unheils apokalyptisch das zum Unglücklichsein verdammte lyrische Ich besingt und im grandiosen Finale mit ihm in die Verdammnis zu gleiten scheint - all diese Kleinigkeiten machen den Song zu einer der emotionalsten Nummern im gesamten Repertoire Sinatras. Wenn nicht gar zu der emotionalsten überhaupt. Eines dürfte der Song aber wohl unumstritten sein: der ehrlichste Song überhaupt, das ist Sinatra in konzentriertester Form...

Ich bin dann mal Pulsadern aufschneiden...

"Ol´blue eyes - A Frank Sinatra Encyclopedia":

By all accounts, this is one of the most gorgeous and emotional ballads in the Sinatra canon. Legend has it that the song is about Sinatra's failing relationship with Ava Gardner and that he fled from the studio in tears after recording it the first time. Be that as it may, both recordings of the song, which Sinatra helped to compose, are stunners. ....

 

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