Just One Of Those Things
Infos
Aus dem Broadwaystück "Jubilee" und mit einem Nelson Riddle Arrangement, nahm Sinatra den Song am 07.04.1954 in Los Angeles für das Capitolalbum "Swing Easy!" auf. Einige Monate später, am 13. und 14.07.1954 nahm Sinatra den Song erneut. Diese Aufnahme für den Film "Young at Heart" mit Sinatra und Doris Day findet Ihr auf der Box "In Hollywood". Eine offizielle Live-Version des Songs vom 01.04.1959 findet Ihr auf der Blue Note CD Frank Sinatra with the Red Norvo Quintet: Live in Australia, 1959. Darüber hinaus gibt es etliche Live-Versionen, beginnend 1943 (Songs by Sinatra) bis hin ins Jahr 1988. Viele diese Versionen sind auf inoffiziellen CDs erschinen. Sinatra sang "Just one of those Things" aber auch im Fernsehen: am 08.11.1953 (The Colgate Comedy Hour), 25.04.1958 und 19.10.1959 (The Frank Sinatra Show) und am 07.12.1966 (A Man & His Music Part 2).
Übersetzung
Nur so eine Sache
(Just one of those things)
Es war nur so eine Sache
Nur einer dieser verrückten Ausrutscher
Eine dieser Glocken, die nur hier und jetzt läuten
Nur so eine Sache
Es war nur so eine Sache
Nur einer dieser sagenhaften Gefühlsflüge
Ein Trip zum Mond mit seidenen Flügeln
Nur so eine Sache
Wenn wir ein bisschen darüber nachgedacht hätten
Bevor es vorbei war
Als wir noch die ganze Welt umarmten
Wäre uns bewusst geworden, dass unsere Affäre
zu heiß war, um sie abzukühlen
Also Good Bye, Liebling, und Amen
Ich hoffe, wir sehen uns ab und zu
Es war großer Spaß
Aber es war nur so eine Sache
Übersetzung: Andreas Bergmann
für Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de
Stimmen zum Song:
Bernhard Vogel:
„Just One Of Those Things“ ist so etwas wie die Inkarnation von Sinatras früher Zusammenarbeit mit Nelson Riddle bei Capitol: Kompromißlos erstklassiges Songmaterial (Cole Porter war nie zweitklassig, aber dies ist wirklich eines seiner schönsten Stücke), subtil-swingende Charts mit kleiner Besetzung, in denen jede Note sitzt und jedes Instrument seinen hörbaren Platz findet, und „on top“ Sinatra mit seiner allerbesten Stimme. „Swing Easy“ ist sicher eines seiner überhaupt besten Alben, und „Just One Of Those Things“ wiederum ein Highlight daraus. Zeitlos und genial.
Wie so viele seiner Klassiker, so hat auch dieses Stück, was Sinatra betrifft, seinen Ursprung in Franks Zusammenarbeit mit Axel Stordahl in den frühen Columbia-Tagen. Im Herbst 1943 schrieb Stordahl erstmals ein getragenes Arrangement für Sinatra (zu hören auf „Songs By Sinatra“ vom 28.11.1943), das in den folgenden Jahren immer wieder mal im Radio zu hören war. Ich könnte mir vorstellen, hätte es den „Union Ban“ für Studiomusiker nicht gegeben, hätte FS das Lied 1943/44 auch für Columbia auf Schallplatte aufgenommen; so blieb es vorerst bei Aufnahmen fürs Radio. 1949 experimentierte FS dann auch erstmals mit einer Swing-Version; Jeff Alexander schrieb ein Arrangement, das Sinatra auf „Light-Up Time“ vorstellte. George Siravo adaptierte diese Version für einen neuen Swing-Chart, mit dem Sinatra Anfang der Fünfziger Jahre gelegentlich auf Tour ging, und diese Fassung wiederum ebnete den Weg für Nelson Riddles Arrangement für „Swing Easy“.
Die Filmversion aus „Young At Heart“ ist ebenso gut gelungen, wenngleich in einer ganz anderen Stimmung. Sinatra nahm das Stück hier zusammen mit seinem Pianisten Bill Miller auf (der allerdings in den offiziellen Credits von Warner Brothers keine Berücksichtigung fand, daher die weite Verbreitung der Fehlinformation, Sinatra habe das Lied mit André Previn am Klavier eingespielt – es war, genau wie auf der Filmaufnahme von „One For My Baby“, aber Bill Miller. Tom Rednour konnte das bei seinen Recherchen für seine Diskographie vor einigen Jahren endgültig klären). Miller und Sinatra hatten das Lied auch schon gemeinsam für Sinatras Radioshow „To Be Perfectly Frank“ kurz zuvor neu interpretiert.
Interessant ist, daß Sinatra in beiden Aufnahmen nur den Refrain singt und die Eingangsverse wegläßt, wie er es bei so vielen seiner Klassiker (z.B. „The Lady Is A Tramp“) auch getan hat. Cole Porter war in solchen Dingen offenbar sehr empfindlich, jedenfalls trug es dazu bei, daß er Sinatras Schaffen stets ziemlich kritisch beargwöhnte, obwohl neben Fred Astaire und Ella Fitzgerald wohl niemand seine Songs so meisterhaft interpretierte wie Sinatra. Die Verse sind von einem unschlagbaren hintergründigen Witz – nur Cole Porter konnte solch „große Stoffe“ abendländischer Liebesliteratur so unwiderstehlich zu Zweizeilern verarbeiten (mir als Mittelalterforscher gefällt natürlich die Passage über Abelaerd und Heloise besonders gut). Hier der Text:
As Dorothy Parker once said to her boyfriend:
„Fare yee well!“
As Columbus announced when he knew he was bounced:
„It was swell, Isabelle, swell!“
As Abelaerd said to Heloise:
„Don’t forget to drop a line to me, please!“
And as Juliet cried in her Romeo’s ear:
„Romeo, why not face the facts, my dear“.
It was just one of those things...
Die Swing-Fassungen mit Red Norvo und seinem Quintett von den beiden Australien-Konzerten des 31.3.1959, von denen eine auf der Capitol/Blue-Note CD zu hören ist, sind für mich der Gipfel von Sinatras Jazz-Ausflügen, das Tempo des Riddle-Charts ist nochmal erhöht und Sinatra spielt mit dem Text. Wunderbar.
Eine ganz wichtige Studioaufnahme fehlt noch in der Main-Event-Aufstellung: 6. Juni 1966 für CBS. Gordon Jenkins schrieb das Arrangement, und Sinatra ließ das Stück auf diese Weise in gänzlich neuem Licht erstrahlen: Nicht mehr als ironisch-sarkastischen Abgesang auf eine „in beiderseitigem Einvermehmen“ beendete Affäre, sondern als tieftraurige Ballade von jemandem, der sich mit dem Ende nicht abfinden will oder kann. Daß dafür kein einziges Wort von Cole Porters Text geändert werden mußte, unterstreicht die Meisterhaftigkeit dieses Komponisten aufs Neue. Sinatra benutzte die Aufnahme als „Rahmensong“ für sein Saloon-Medley in der TV-Show „A Man and His Music 2“, erstmals ausgestrahlt am 7.12.1966.
Leider tauchte der Song danach nur noch sehr selten in Sinatras Repertoire auf, zum Beispiel bei den legendären Konzerten mit der großen Sarah Vaughan im Londoner Palladium im November 1975. Don Costa schrieb wohlweislich keinen neuen Chart, sondern beließ es dabei, Riddles Arrangement für die Big Band etwas aufzupeppen. Diese Fassung wiederum bildete die Grundlage für den Instrumentaltrack, der 1993 bei den Sessions für „Duets“ aufgenommen wurde. Sinatra probte das Stück zwar, aber zu einer neuen Aufnahme kam es nicht mehr. So bleibt eine mitreißende Live-Version vom Juni 1988 Sinatras letzter Kontakt mit diesem schönen Song.
Holger Schnabl:
Diese Nummer gehört, um es gleich vorweg zu sagen, zu meinen persönlichenTop-20 der Capitol-Ära. Ein richtiger Klassiker, den man kaum je müde wird, erneut zu hören.
Der Song ist ein beliebtes Ausgangsthema für Jazzer und auch die Sinatra-Version hat eine deutliche Nähe zum Jazz, nicht zuletzt durch die vergleichsweise sparsame Instrumentierung, die irgendwo zwischen einer Combo und einer Big-Band liegt. Sinatra spielt hier alle seine Trümpfe aus und das auf unnachahmliche Weise! Großartig, wie er durch die Betonung der Worte und das in-die-Länge-Ziehen von Silben Stimmung schafft und Emotionen deutlich macht. Fantastisch, wie er öfters gleichsam das Tempo verschleppt, um doch wieder zusammen mit der Band genau „auf dem Punkt“ zu landen.
Diese Nummer ist sicherlich eine der vielen, vielen Sternstunden der Capitol-Phase und die Version vom „Swing Easy“-Album ist allen anderen Sinatra-Versionen, ob Live oder Film-Version, weit überlegen. Die scheinbar mühelose Lockerheit der Interpretation und das sehr gelungene Arrangement von Nelson Riddle schaffen hier einen zeitlosen Klassiker. Höchst erquickend!
Katharina Herrmann:
Ich besitze 3 Verionen dieses Songs und kann mich nicht entscheiden welche besser ist. Sie übertrumpfen sich gegenseitig!
Die Piano-Version ist besonders gut gelungen weil er gut bei Stimme ist und außerdem ist ein Klavier für Sinatra der perfekte Duetpartner.
Aber auch bei den anderen Versionen gibt es nichts zu meckern.
Diese Kunst des Phrasierens, keiner beherrscht sie besser als Sinatra und es gibt wenige Songs von ihm aus dieser Zeit, die "just one of those things" noch übertreffen.
Wunderbar. Einer der Songs die man sich 100 mal hintereinander anhören kann.
Michael Dörffler:
"Just One Of Those Things" gehört auch zu meinen absoluten Lieblingssongs. Ich finde es äußerst bedauerlich, daß Sinatra die Einleitung nicht gesungen hat.
Vor allem die Zeilen "And as Juliet cried in her Romeo’s ear/„Romeo, why not face the facts, my dear“" hätte ich sooo gern von Sinatra gehört. Diese Zeilen sind einfach nur genial und leiten das Lied perfekt ein!!
Wobei ich der Meinung bin, daß sie bei der Balladenversion wirklich nicht gepasst hätten.
Interessant finde ich auch Sinatra's leichte Textänderung beim Australien Konzert, bei dem er "Here‘s hoping we do it again" singt. Ob das Cole Porter gefallen hätte?
