Mack The Knife
Text & Musik
Text von Marc Blitzstein (Ergänzungen für Sinatra von Frank Foster), Musik von Kurt Weill
Infos
In den düsteren Straßen des frühneuzeitlichen London spielt „The Beggar’s Opera“ aus der Feder von John Gay, die 1728 am Londoner Opernhaus Premiere hatte und die mörderische Geschichte von „Captain MacHeath“ mit großem Erfolg erzählte. Der Stoff, immer wieder umgearbeitet, blieb über die Jahrhunderte hinweg populär; die bekannteste moderne Fassung der „Bettleroper“ ist sicher die britische Verfilmung von 1953 mit einem großartigen Sir Lawrence Olivier in der Rolle des MacHeath.
Im Berlin der späten zwanziger Jahre taten sich der Dichter Bertolt Brecht (1898-1956) und der Komponist Kurt Weill (1900-1950) zusammen, um aus dem Stoff der Bettleroper ein neues sozialkritisches Singspiel zu entwerfen. Brecht baute die Geschichte in vielerlei Hinsicht aus und um, behielt aber die Hauptfiguren McHeath (ohne den „Captain“), Lucy Brown (die „Lucy Lockit“ des Originals), Polly Peachum und Jenny Diver bei. Ein zentrales Lied der so entstandenen „Dreigroschenoper“ war die „Moritat“, eine Ballade in sieben Strophen über die Untaten von Mäckie Messer.
Schon bald nach der Berliner Premiere von Ende August 1928 wurde die „Moritat“, vom Sänger Kurt Gerson vorgetragen, zu einem recht beliebten Lied in den Musiktheatern der Metropole. Kurt Weills damalige Frau Lotte Lenya (1898-1981) nahm das Lied dann 1930 erstmals auf Schallplatte auf. Im gleichen Jahr wurde die Dreigroschenoper auch verfilmt, mit Lotte Lenya als Jenny Diver, eine Rolle, der sie zeitlebens treu bleiben würde.
1933 gab erstmals eine englische Fassung (mit Texten von Gifford Cochran); doch gingen Brecht und Weill-Lenya nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten noch im selben Jahr ins amerikanische Exil, und mit ihnen verschwand die Dreigroschenoper zunächst fast völlig von der musikalischen Bildfläche, zumal Kurt Weill sich zunächst ganz der amerikanischen Musik zuwandte.
Erst zu Beginn der 50er Jahre – Kurt Weill war bereits 1950 gestorben – kam es zu einem erfolgreichen englischen „Revival“ der Dreigroschenoper und damit auch von „Mack The Knife“, wie der Song jetzt genannt wurde. Der Amerikaner Marc Blitzstein (1905-1964), der 1928 in Berlin studiert und dabei Brecht und Weill persönlich kennengelernt hatte und danach zu einem von Weills besten Schülern geworden war, schrieb neue englische Texte für das Werk und die Songs. Die Uraufführung fand 1952 statt und wurde vom großen Leonard Bernstein geleitet.
Über 2800 Mal lief die „Three Penny Opera“ dann am Broadway, eines der erfolgreichsten Stücke dort aller Zeiten, und immer noch brillierte Lotte Lenya als Jenny Diver, während George Price „Mack The Knife“ sang. Lenya nahm in dieser Zeit auch den Mäckie-Song mehrmals auf, in englischer ebenso wie in deutscher Sprache.
Dafür, daß „Mack The Knife“ in den 50er Jahren auch zu einem der erfolgreichsten Lieder des Great American Songbook wurde, war aber mehr als jeder andere der Mann verantwortlich, der wie kein zweiter die gesamte Musikszene des 20. Jahrhunderts geprägt hat: Louis Armstrong. Columbia-Produzent George Avakian hatte schon früh das „Jazz-Potential“ des Liedes erkannt und mit dem Posaunisten und Bandleader Turk Murphy auch bereits eine Instrumentalfassung eingespielt, bevor Armstrong 1955 den Song auf Platte aufnahm. Er wurde bald eins seiner „Markenzeichen“.
Zum Welthit wurde „Mack The Knife“ 1959 mit der Aufnahme von Bobby Darin, die sich monatelang an der Spitze der Charts hielt und die mit ihrem grandiosen Bing-Band-Swing die Maßstäbe für alle folgenden Aufnahmen setzte. Eine weitere weltberühmte Version stammt von Ella Fitzgerald, aus ihrem legendären Live-Konzert in der Berliner Deutschlandhalle von 1960 (Grammy-gekröntes Album „Ella in Berlin“, Verve).
1984 schließlich nahm sich dann auch Frank Sinatra des Stückes an, das er zuvor niemals gesungen hatte. Für Sinatras Album „LA Is My Lady“ schrieb Frank Foster ein Arrangement, das sich stark von Ella Fitzgeralds Version beeinflußt zeigte, und Blitzsteins englischer Text wurde um einige „Spezialzeilen“ für Sinatra ergänzt.
Im April 1984 nahm Sinatra das Lied mit Fosters Arrangement und einer All-Star-Big-Band unter Leitung von Quincy Jones erstmals auf (=Version #1), eine Aufnahme, die bislang immer noch auf CD fehlt (nur auf der Album-LP zu hören) und nicht einmal auf dem Reprise-Koffer zu finden ist.
Sinatra sang „Mack The Knife“ fortan praktisch bei jedem seiner Konzerte, zuletzt im Juni 1994 auf den Philippinen – 560 Liveversionen aus zehn Jahren sind dokumentiert. Es war das letzte Mal in seiner Karriere, daß Sinatra einen „neuen“ Song mit solchem Erfolg in sein Repertoire einfügte.
Nach eineinhalb Jahren Bühnenpraxis mit „Mack The Knife“ nahm Sinatra das Lied im Herbst 1986 erneut auf, als vocal over-dub zu der Orchesteraufnahme von 1984 (=Version #2). Diese Aufnahme erschien auf den Reprise-CDs.
Live-Fassungen erschienen offiziell von Tokio 1985 (=#3) und Mailand 1986 (=#4). Eine weitere Live-Version vom Dezember 1988 erschien auf dem offiziellen Video der „Ultimate Event Tour“ mit Liza Minnelli und Sammy Davis jr. (=Version #5).
1994 erschien eine weitere Fassung bei Capitol auf „Duets II“ (=Version 6), die allerdings ein künstliches Produkt darstellt – Sinatras Textzeilen sind aus diversen Liveaufnahmen zusammengeklaubt und zu Orchester und dem Gesang von Jimmy Buffett hinzugemischt.
Aus Konzerten und Fernsehaufzeichnungen existiert daneben eine große Anzahl von Live-Fassungen, die auch auf verschiedensten inoffiziellen CDs zu finden sind. Sie alle einzeln aufzuzählen würde den Platz diesmal sprengen; sie stammen von Sinatras Italien-Tournee (Juni 1987), dem Ultimate Event (1988/89), der Diamond Jubilee Tour (1990/91) und diversen späteren Konzerten. Das TV-Special „Sinatra in Manila“ (1994), das seine letzte Darbietung des Songs enthält, gelangte nie zur Ausstrahlung.
Infos: Bernhard Vogel
Diskographie:
Diskographie
(1) WARNER/QWEST-STUDIOAUFNAHME vom 16.4.1984
aufgenommen in New York City, A&R Studios
Arrangement: Frank Foster
Orchester geleitet von Quincy Jones
Album/LP: LA Is My Lady
bislang nicht offiziell auf CD erschienen!
(2) REPRISE-STUDIOAUFNAHME (nur Vocal) vom 30.10.1986
aufgenommen in Burbank/Ca., Evergreen Studios
Vocal Over-Dub
Sessionleitung: Bill Miller
Orchestertrack vom 16.4.1984 (siehe oben)
Album/CD: LA Is My Lady; auch auf „Reprise Collection“ (CD 4), Koffer usw.
(3) WARNER-LIVEAUFNAHME vom 18.4.1985
aufgenommen in Tokio/Japan, Budokan
Arrangement: Frank Foster
Orchester geleitet von Joe Parnello
Video/Laserdisc/DVD: Sinatra In Japan
(4) RAI-LIVEAUFNAHME vom 27.9.1986
aufgenommen in Mailand/Italien, Palatrussardi
Arrangement: Frank Foster
Orchester geleitet von Bill Miller
Video: The Voice – The Event [nur in Europa erschienen]
(5) WARNER-LIVEAUFNAHME vom 1.12.1988
„The Ultimate Event“ aufgenommen in Detroit, Fox Theatre
Arrangement: Frank Foster
Orchester geleitet von Frank Sinatra jr.
Warner Home Video
(6) CAPITOL-STUDIOPRODUKTION von 1994
(a) Instrumentaltrack vom 18.5.1994, aufgenommen in New York City, Clinton Recording Studio
Arrangement: Frank Foster; Orchester geleitet von Patrick Williams
(b) Sinatra-Gesang aus Live-Konzerten Dezember 1993 [genaue Daten noch nicht dokumentiert]
(c ) Duett-Gesang von Jimmy Buffett (Aufnahmedatum nicht dokumentiert)
Album/CD: Duets II
Stimmen zum Song:
Andreas Est:
Diese Scheibe zählt - spätestens seit ich sie bei seinem Auftritt 1984 in Wien als Zugabe genießen durfte - zu meinen Lieblingsscheiben und gehört unter meine Top 10.
In Wien hat er sich zum Schluss auf einen Barhocker gesetzt und das Lieder wunderbar swingend dargeboten. Es war einfach nur traumhaft.
Alfred Terschak:
Diesmal vor allem Jupp, wegen dem gemeinsamen Erlebnis.
Mack the Knife ist eines der Nummern (hab sogar die offiizielle Mecky Messer CD) , wo ich noch immer Schwierigkeiten hab, meinen Frieden mit dem "alten" Sinatra zu schließen. Ja, ich kann mach noch an die Darbietung erinnern, ja, er liefert eine umwerfende Version ab und dennoch, für mich ist's schade, daß er es nicht schon damals mit Count Basie krachen hat lassen. Gebe zu, es war ein unglaubliches Lebenszeichen. Welche Version mir am besten gefällt? Die von Bobby Darin.
Holger Schnabl:
Bei diesem Song ergibt sich für mich der (eher seltene) Umstand, das später entstandene Versionen eines Titels die Ur-Sinatra-Version übertreffen.
Die 84er-Version, welche nur auf LP erhältlich ist (mein Plattenspieler ist gottlob seit einiger Zeit wieder einsatzfähig) macht auf mich den Eindruck eines ersten Gehversuchs in nagelneuen Schuhen, die noch hie und da drücken und dementsprechend vorsichtig tritt Sinatra hier auf. Darüberhinaus scheint er mir auch emotional nicht besonders beteiligt und nur mäßig inspiriert, was mit Ausnahme von „How Do Keep The Music Playing“ eigentlich für das ganze „L.A. Is My Lady“-Album zutrifft. Diese erste Version klingt eher wie ein Demo, auf dessen Grundlage man den Song interpretationstechnisch noch weiter ausfeilen hätte müssen. Sie ist, obwohl die Nummer an sich dafür prädestiniert ist, ganz einfach NICHT mitreissend. Zu einem gewissen Teil liegt das auch in der Aufnahmequalität begründet: Das ganze Album klingt für eine Produktion des Jahres 1984 ausgesprochen schlecht, die Band hört sich lasch und verwaschen an, die Bläser sind nicht strahlend, das Schlagzeug klingt, als werde es unter Wasser gespielt, alles hört sich seltsam gepresst und flach an. Aber offensichtlich wollten der Produzent und die Toningenieure damals wohl genau diesen Sound...
Die 1986 entstandene (Teil)Neuaufnahme, die man auf allen seither veröffentlichten CD-Ausgaben des Albums bekommt, leidet zwar nach wie vor an den oben ausgeführten tontechnischen Mängeln , dafür hatte Sinatra den Schuh inzwischen aber gut eingelaufen und weiß nun mit dem Song besser umzugehen als 1984. Hier ist sein Vortrag schon wesentlich peppiger, hat mehr Inspiration, Sinatra tritt wesentlich sicherer auf als beim ersten Versuch. Auch stimmlich scheint er mir in eindeutig besserer Verfassung zu sein als 1984.
Aus den Jahren 84-94 gibt es wie wir wissen unzählige Liveaufnahmen, jene die ich kenne, sind alle durchaus brauchbar und der Erst-Aufnahme überlegen. Soweit bei den Live-Aufnahmen die Tonqualität professioniell ist, wie etwa bei Ultimate Event oder Sinatra In Japan, fällt sofort auf, dass Sinatra und die Band hier sehr viel mehr den Eindruck einer „Einheit“ machen als bei den Studioaufnahmen.
Von allen Studio-Aufnahmen scheint mir jene vom Duets 2-Album noch die gelungenste zu sein, wenngleich Sinatras Gesang im Speziellen hier nicht im Studio aufgenommen, sondern aus verschiedenen Live-Aufnahmen zusammengestoppelt wurde. Die Band auf dem Duets 2-Album klingt nicht nur tontechnisch besser, sondern geht wesentlich beherzter zur Sache und swingt schon von Beginn weg wesentlich härter. Dasselbe gilt für Sinatra, dessen Stimme zwar vom rein gesanglichen Standpunkt nicht mehr viel zu bieten hat, was der Sänger aber damit kompensiert, dass er wesentlich mehr Biss in seine Interpretation legt und hier schon richtiggehend angriffslustig wirkt. Die Zurückhaltung und Vorsicht der Erst-Aufnahme ist hier nunmehr völlig überwunden. Jimmy Buffett allerdings empfinde ich nicht eben als eine Bereicherung.
In Summe ist „Mack The Knife“ der wohl letzte wichtige Sinatra-Song, vor allem auch ein Publikums-Favorit bei Konzerten, der Sinatra auf der Bühne offenbar mehr Spass machte als im Studio.
Andreas Kroniger:
Da haben wir den Salat - der Kroniger muss wieder eine andere Meinung haben .
Das hängt aber damit zusammen, dass ich den Originaltext so klasse finde. Wo ist in der englischen Fassung "Schmul Meier"? Ich habe sehr viele Versionen der deutschen Fassung:
Schnelle Versionen á la Udo Lindenberg, Trallalla-Versionen á la Valente und Einschlafversionen á la Max Raabe. Wenn Künstler allerdings die Genialität des Liedes erkennen, dann komme solche klasse Interpretationen wie von Harald Juhnke (!), Ute Lemper oder Hildegard Knef dabei heraus.
Obwohl der Sound schnittig ist und ins Ohr geht, benötigt der Song für mein Dafürhalten den berliner Sound der "Gosse". Ute Lempers Fassung werde ich mir gleich nochmal 5x anhören.
Seid nicht böse - Sinatras Fassung ist ja toll, aber ich finde von der Genialität des Originals ist alles verloren gegangen. Kommunist hin oder her . "Die Moritat des Mäckie Messer" ist nun mal ein sozialistisches Arbeiterlied und kein Big-Band-Ich-feg-Euch-von-der-Bühne
Marc Rothballer:
Da "Mack the knife" zu meinen unzähligen Lieblingsliedern gehört, habe ich auch viele verschiedene Versionen dieses Songs.
Die Studioversion (#2) wirkt, wie auch schon Holger vor mir gesagt hat, nicht sehr mitreissend.
Frank ist nicht so recht bei der Sache, was sich bei den zahlreichen Live-Aufnahmen ändert!
Dort swingt er hemmungslos, ist mit Spaß bei der Sache und verleiht dem Song den richtigen "Biss".
Er steigert sich vom Anfang des Liedes bis zum Schluss hin fast ins Unermessliche.
Diese Life-Aufnahmen schlagen die Studioaufnahme in jeder Hinsicht!
Nicht zuletzt auch wegen seiner Textänderungen oder solch Zeilen wie "That dirty ol' son of a ..... is back in town!".
Da der Song aber nicht nur von FS gesungen wurde, sondern - wie auch schon von anderen erwähnt - von einer ganzen Menge nationaler und internationaler Sänger, will ich ein paar dieser Versionen aufführen:
Interpretationen von Clay Aiken (einem amerikanischen "Pop Idol"-Teilnehmer) oder beispielsweise von Robbie Williams wirken und sind anfängerhaft und natürlich in überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was Frank&Co. aus dem Song machen.
Hildegard Knef verleiht dem Song etwas "exotisches", er swingt nicht wie bei Frank&Co. Der Song hat bei ihr etwas "geheimnisvolles", ja fast schon "verschwörerisches".
Andreas hat die Version von Max Raabe als "Einschlafversion" bezeichnet. Da gebe ich ihm voll und ganz recht, die Interpretation des Songs selbst wirkt wie ein "Einschlaflied" und bei Raabe weiß man wirklich nicht, ob er schon schläft oder noch Wach ist.
Ute Lemper singt den Song wirklich wunderbar! Sie betont die letzten Silben beziehungsweise die "r", was dem Song "Biss" gibt, der den meisten anderen Versionen fehlt.
Bei diesen zulezt genannten Versionen fehlt mir persönlich allerdings die Big Band, da fehlt mir der Swing.
Sicher sind diese Versionen auch etwas ganz Besonderes, eine Klasse für sich, die man eigentlich nicht mit den sinatra'schen Versionen vergleichen kann.
Aber wenn ich die Wahl zwischen Lemper und Frank hätte, dann würde ich - selbstverständlich - Letzteren wählen.
Ich habe auch noch eine Version von Nick Cave, die wirkt jedoch nahezu schon düster bis "psychopathisch". (Was ja eigentlich auch ganz gut zum Text passen würde)
Aber eine Version, die nichtmal Frank toppen kann, ist die von Bobby Darrin!
Sowohl die Studioversion von Darrin als auch eine Life-Version kann ich mein Eigen nennen. Und diese beiden sind wirklich der Hammer!
Darrin ist von Anfang an bei der Sache, schon nach den ersten paar Zeilen ist das Publikum hin und weg und er swingt und singt sich und die Zuhörer ins Unermessliche.
Er gibt dem Song Biss - und das auf eine ganz andere Art und Weise, wie Frank es macht. Und gerade das liebe ich an diesem Song.
Marcus Prost:
Ich l i e b e dieses Lied. Es klingt nie langweilig, obwohl es Sinatra am Schluß regelmäßig gesungen hat, denn es klingt immer irgendwie anders!
Außerdem hat dieser Song Dynamik, er swingt im allerbesten Sinne!!!!!!!! Er ist leicht und lässig, klingt nie künstlich artifiziell und gibt dem Sänger die Möglichkeit ein Konzert kraftvoll ausklingen zu lassen.
Soweit zu den Liveversionen; was die Studioaufnahmen angeht, scheint es hier ja Konsens zu geben, daß die 1986er Fassung der 84er vorzuziehen ist. Und soll ich Euch was sagen?
Jawohl, ich schließe mich ausnahmsweise mal diesem Konsens an!!!
Ich gehöre zu den glücklichen Besitzern einer guten alten Vinyl-Platte von L.A.Is My Lady und finde die dortige Aufnahme wirklich deutlich fader und kraftloser als die Neuaufnahme von 1986.
Oft bin ich ja mit meiner Meinung alleine, aber hier scheint es so, daß alle die diese beiden Fassungen vergleichen sich für die 1986er entscheiden würden.
Florian Kerz:
Ich denke, ich kann mich soweit anschließen, dass die 86er Version die gelungenere ist. Aber eben die gelungenere Version eines meiner Meinung nach schlechten Songs
Ich kann dem Lied, dem Arrangement und der Interpretation nichts abgewinnen - wenn ich die Sinatra-Songs nennen müsste, die mir am wenigsten gefallen, wäre Mäckie sicherlich an der Spitze.
Auch bei Live-CDs muss immer der "Skip"-Knopf herhalten, wenn "Mack the knife" kommt. Die Versionen von Harald Juhnke und Louis Armstrong würde ich Franks vorziehen, wenn ich den Song hören müsste
Bernhard Vogel:
"Mack The Knife" ist ein absoluter Feger, bzw. er wurde es, nachdem Sinatra sich mit dem Arrangement angefreundet hatte und "seinen" Weg gefunden hatte, das Stück zu singen - 1984 ist noch nicht alles ganz rund. Es war das letzte Mal, das ein neuer Song den Weg in Sinatras Standardrepertoire fand, und musikalisch gehört er mit Abstand zum Besten, was Sinatra nach 1973 noch probiert hat, vor allem weil sich zeigt, das Swing wie dieser sein ureigenes Territorium ist. Meine Lieblingsfassung unter denen, die offiziell herausgekommen sind, ist die Live-Version vom "Ultimate Event". An Bobby Darins grandiose Aufnahme allerdings kommt auch Sinatra nicht heran, seine Fassung ist zurecht auch offiziell in der "Hall Of Fame".
In Will Friedwalds neuem Buch ist "Mack The Knife" einer der ausführlichst portraitierten Songs, da kann man auch alles über die komplizierte Entstehungsgeschichte und die verschiedenen nebeneinander entstandenen deutschen und englischen Originaltexte erfahren.
