Nancy
Infos
Der Song "Nancy" gehört unbestritten zu den Sinatra-Klassikern, die Frank Sinatra über viele Jahre hinweg gesungen hat. Text und Musik stammen von Jimmy van Heusen und Phil Silvers. Gerüchten zufolge soll der Text von Phil Silvers stammen, einem bekannten Komiker seiner Zeit. Er soll den Text in 20 Minuten auf Nancy´s 4. Geburtstagsparty 1944 geschrieben und Frank Sinatra als Geschenk überreicht haben. Die erste bekannte Aufnahme stammt aus der Radioshow "The Frank Sinatra Program" vom 14.06.1944 - sie wurde auf "The Unheard Sinatra Vol. 2" veröffentlicht.
Es gibt verschiedene Studioaufnahmen: 8. Juli 1944, 03.12.1944 und 22. August 1945. Letzte Version stieg in die Top 10 der Billboard-Charts. Weitere Versionen auf CD: 05.Juni 1962 (Live in Paris), 29.04.1962 (Sinatra´s Sinatra und A man and his music), und 07.03.1977 (4er CD Box Reprise Collection).
Darüber hinaus gibt es verschiedene Live-Versionen u.a. Retirement 1971.
Die Aufnahmen für Columbia/ V-Disc wurden mit einem Axel Stordahl, die Reprise-Aufnahmen mit einem Nelson Riddle Arrangement aufgenommen.
Übersetzung
Nancy
Wenn ich sie nicht jeden Tag sehe, dann vermisse ich sie so sehr;
Mann, wie erregt es mich jedes Mal, wenn ich sie küsse!
Glaub’ mir, sie ist mir sehr wichtig,
Nancy mit ihrem lachenden Gesicht.
Sie nimmt den Winter und macht Sommer aus ihm,
Und der Sommer könnte noch Unterricht von ihr nehmen!
Stell’ dir mal eine Range im Spitzenkleidchen vor –
So sieht Nancy mit ihrem fröhlichen Gesicht aus.
Hast du schon einmal Hochzeitsglocken gehört?
Ja, sie wird dich in die gleiche Begeisterung versetzen;
Wenn sie spricht wirst du meinen, sie singe –
Höre doch nur, wie sie „Hallo“ sagt!
Ich schwöre beim Himmel, daß du ihr nicht widerstehen kannst;
Schade für dich, daß sie keine Schwester hat!
Auch ein Engel könnte sie nicht ersetzen –
Nancy mit dem strahlenden Gesicht.
Übersetzung © Uwe Domnickfür Sinatra – The Main Event, 2011
Stimmen zum Song:
Holger Schnabl:
Dieser Song gehört eigentlich nicht eben zu meinen Top-Favoriten, was andererseits aber auch nicht heißt, dass er mir gar nicht gefallen würde, oh nein, es handelt sich dabei nämlich um ein durchaus nettes Liedchen - Nur würde ich nie eine CD extra um dieses Songs Willen aus dem entsetzlichen Durcheinander meines Regals herauskramen, was ich heute aber ausnahmsweise natürlich getan habe, um mir ein Bild von den verschiedenen (Studio)Versionen dieses Liedes zu machen.
Sinatra hat den Song ja in etlichen Versionen aufgenommen, am besten gesungen ist wohl (wie so oft, wenn mehrere zeitlich weit auseinanderliegende Fassungen vorliegen) die erste Columbia-Version. Einzigartig! Die zweite Columbia-Version steht der ersten Version kaum nach, ist ihr im Grunde ebenbürtig. Die erste Reprise-Fassung, die man u.a. auf „Sinatra´s Sinatra“ findet, halte ich auch für ziemlich gelungen und sie ist in erster Linie wegen der ungleich besseren Tonqualität interessant. - Dass sie aber stimmlich den Vergleich mit den Columbia-Versionen nicht standhält, ist eine Tatsache, die sich beinahe von alleine versteht. Sinatra´s Stimme befand sich zum Zeitpunkt der beiden Columbia-Fassungen gerade auf dem Höhepunkt.
Nun noch einige Worte zu der Reprise-Version, die Sinatra im Jahre 1977 für das geplante „Here´s To The Ladies“-Album aufgenommen hat: Ich halte hier das Arrangement für besonders gelungen, vor allem die Trompete im Hintergrund ist sehr wirkungsvoll eingesetzt. Und Sinatra´s gesanglicher Vortrag... tja, was soll man da sagen... Von der Handvoll damals aufgenommener Ladies-Songs scheint mir der Sänger bei „Nancy“ stimmlich noch am besten beieinander gewesen zu sein, andere Songs dieser Sessions wie etwa „Sweet Lorraine“, vor allem aber „Linda“ sind im Vergleich zu „Nancy“ ganz erbärmlich gesungen, da wird wohl kaum jemand ernsthaft widersprechen wollen... Ja, man könnte durchaus sagen, dass Sinatra auch diese Spät-Version gut geglückt ist, sogar ich, der ich der Post-Retirement-Phase im Allgemeinen nicht ganz ohne gewisse Vorbehalte gegenüberstehe, kann mit dieser Aufnahme leben.
Nun werde ich mir diese 77er-Version zwar mit einiger Sicherheit in den kommenden Jahren nicht so bald willentlich erneut anhören, aber immerhin, sie bereitet mir kein Ungemach, und würde ich sie irgendwann (was aber eher unwahrscheinlich ist) zufällig hören, würde ich mir deswegen nicht gleich die Zeigefinger in die Ohren stecken. Wie gesagt, vor allem das Arrangement (Riddle natürlich!) ist besonders hervorzuheben und Sinatras halbwegs gute stimmliche Verfassung überrascht mich im Grunde, vor allem, wenn man bedenkt, wie wenig erquickend seine Leistungen bei den Sessions 1977 ansonsten waren.
Tim Bialek:
Die Versionen von 1944/45 sind alle sehr liebreizend. Zu erwähnen vielleicht noch, dass es sich praktisch um die gleichen Arrangements handelt, Sinatra und Stordahl sich bei der V-Disc-Einspielung vom 08.07.1944 aber mehr Zeit lassen können, da es für diese Platten das Zeitlimit von ca. 3.20 nicht gab. Bei dieser und der kommerziell veröffentlichten Version vom August 1945 singt er auch noch die "3. Strophe" "Keep Betty Grable...", während bei der bis 1993 unveröffentlichten Version vom Dezember 1944 er an der Stelle nach der Orchesterbrücke "I swear to goodnee..." wiederholt.
Hat jemand eine Ahnung, weshalb erst die Version von 1945 kommerziell veröffentlicht wurde? Etwa wegen der 3. Strophe?
Aus Betty Grable wird dann 1963 Audrey Hepburn. Diese Version treibt mir nach wie vor noch die meisten Schauer über den Rücken, während ich meine, er hätte sich den Abklatsch von 1977 ruhig sparen können. Ist auch reichlich kurz diese Version (keine Wiederholung des 2. Chorusses).
Erwähnenswert noch die Version in Paris im Juni 1962 mit dem Frosch im Hals ("I got to stop sleeping in the park!") und die spontane Darbietung in der "Villa Venice" (November 1962).
Marcus Prost:
Ich persönlich favorisiere eindeutig die Liveversionen dieses Liedes, allen voran, den bereits erwähnten legendären Zuschauerwusch aus der Villa Venice.
Die Stelle bei der die (nichtrauchenden) Damen aus Milwaukee die Frage stellen, ob Sinatra denn nun "Nancy" singen wolle oder nicht, ist doch einfach genial, oder?
Auch beim 100en Hören dieser Stelle liegt immer noch eine Spannung im Raum, die erst durch Sinatras erlösendes "Sure" aufgelöst wird.
Als er das Lied dann tatsächlich singt, wird aus der ansonsten vor Vergnügen brodelden Zuschauermasse ein andächtig und gespanntes Auditorium. Sinatra bewies wieder mal eindeutig, wie er sein Publikum in jener Zeit im Griff haben konnte.
Auch bei anderen Livefassungen dieses Lieder entstanden ähnlich interessante Momente. Die Studiofassungen enttäuschen mich dagegen etwas; mir fällt jedenfalls keine ein, der ich bislang besonderes Augenmerk geschenkt habe. Ich kenne keine, die ich überhaupt nicht mag, aber auch keine, die ich wirklich bewußt gerne anspiele.
Kurzum: Meiner Meinung verstand FS zwar das Lied in Konzerten auf geniale Weise einzubauen, eine wirklich gelungene Studiofassung existiert allerdings nicht, lediglich einige mäßige Versionen.
Andreas Kroniger:
"Nancy" ist ein genialer Live-Song!
Weniger Instrumente bedeuten gleichzeitig mehr Song. Ich habe heute alle Nancy Songs gehört, die ich besitze und favorisiere die Live-Version "Royal Festival Hall 1962". Sicherlich spielt auch hier der visuelle Moment eine Rolle, aber ich habe mir bewusst erst die Songs auf CD angehört bevor ich zum Video gegriffen habe.
Aus dem Stehgreif hätte ich gesagt, dass die Reprise-Version die beste Studio-Aufnahme ist, ist sie aber nicht!!!
Die Columbia-Version, die letztendlich als Single veröffentlicht wurde, dürfte die beste Studio-Aufnahme sein. Die Variationen der "Traumfrauen" aber auf jeden Fall sind klasse.
"... wait till you meet Tina, that´s Nancy´s sister..."
Bernhard Vogel:
Über die Entstehung von „Nancy“ in seiner Sinatra-Fassung ist recht ausführlich im Buch zur Columbia-Box gehandelt; auch Phil Silvers, der das Lied zusammen mit Jimmy van Heusen schrieb, erzählt davon in seiner Autobiographie. Der Text entstand, wie Andreas schon eingangs geschrieben hat, als Widmung für Franks junge Tochter Nancy im Frühjahr 1944; das Lied ist selbst aber ein paar Monate älter und hieß ursprünglich „Oh Bessie With The Laughing Face“, womit van Heusens Ehefrau gemeint war. Silvers schrieb dann einen zweiten Text „Betsy...“ zu Ehren der Schauspielerin Betsy Blair; er hatte also schon etwas Erfahrung im Umdichten des Songs, als er die Worte neu zu „Nancy With The Laughing Face“ zusammensetzte.
Sinatra begann das Lied im Frühjahr 1944 im Radio zu singen und es avancierte rasch zum Publikumsliebling. Die erste erhaltene Version stammt vom Juni 1944, und damit will ich meine kleine Reise durch die verschiedenen Fassungen beginnen, die ich mir auf eine CD gebrannt und das Wochenende über immer mal wieder angehört habe. Wirklich schwierig, hieraus einen Favoriten zu nennen! Komme am Schluß darauf zurück.
14.6.1944 Radio (The Frank Sinatra Programme, Vimm’s, CBS) 2:52
Arrangement: Axel Stordahl
(CD: „Frank Sinatra Vol.2-Early Encores“ VintageJazzClassics)
Toll an dieser ersten Version finde ich vor allem den „tanzbaren Beat“, der das Arrangement stärker dominiert als in den späteren Fassungen des Stordahl-Charts, und den vor allem Nelson Riddle später wiederaufgreifen sollte. Von allen Fassungen der Columbia-Zeit finde ich Sinatras Gesang und Phrasierung hier am erfrischendsten, irgendwie etwas lebendiger als auf den anderen Versionen.
8.7.1944 Studio (V-Disc Session) 3:37
Arrangement: Axel Stordahl
(CD: „The V-Discs 1“ Columbia/Legacy)
Stordahl hatte sein Arrangement umgeschrieben, nun treten die Streicher deutlich stärker hervor, während der Beat zurückgenommen ist. Musikalisch exquisit finde ich vor allem Axels kleine Spielereien am Rande. Wie schon erwähnt, sang Sinatra jetzt erstmals einen zweiten Chorus und führte den Vergleich mit den drei aktuellen Filmschönheiten ein, Betty Grable, (Dorothy) Lamour und (Lana) Turner.
3.12.1944 Studio (Columbia) 3:23
Arrangement: Axel Stordahl
(CD: Columbia Box CD 1)
Nachdem am 1.12. der Streik der Studiomusiker nach anderthalb Jahren zu Ende war, gehörte „Nancy“ zu den ersten Songs, die Sinatra mit Orchester für Columbia aufnahm. Offenbar war er damit aber nicht zufrieden, denn obwohl das Stück inzwischen via Radio und durch die „V-Disc“ bereits sehr populär war, blieb die Aufnahme unter Verschluß. Ob’s an den kleinen Unsauberkeiten gegen Schluß gelegen hat?
22.8.1945 Studio (Columbia)
Arrangement: Axel Stordahl
Take 1 (3:19) CD: Columbia Box CD 3
Take 2 (3:22) CD: „Greatest Hits-The Early Years“ (Columbia)
Take PB1 (3:11) CD: „Portrait of Sinatra“ (Columbia/Legacy)
Von diesem Studio-Date sind gleich drei verschiedene Fassungen erschienen. Take 1 war die schon erwähnte Hit-Single, Take 2 kam erstmals 1958 auf der Columbia-LP „Frank Sinatra Story In Music“ heraus, und PB-1 1997 auf der genannten Columbia/Legacy-CD. (Im nächsten Jahr steht noch ein weiterer Alternate Take zur Veröffentlichung an!). Die Fassungen unterscheiden sich alle etwas in Text und instrumentalen Passagen – allesamt hervorragend gelungen, kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Sinatra hatte weitere Live-Erfahrung mit dem Stück gesammelt während seiner ersten Europatournee im Frühjahr 1945 (USO-Tour), auf der ihn auch Phil Silvers begleitet hatte. „Nancy“ war der „Renner“ beim soldatischen Publikum, und Sinatra äußerte sich beeindruckt darüber, daß der Song so bekannt sei, obwohl er ihn noch gar nicht für Columbia veröffentlicht habe. Mir persönlich gefällt die V-Disc-Aufnahme von 1944 aber ein bischen besser als diese drei Columbia-Versionen von 1945.
19.1.1955 Live (Melbourne/Australia) 2:11
Duet with Bill Miller, piano
Arrangement: Bill Miller
(CD: „Melbourne 19-January-1955“ JRR Records)
Fast zehn Jahre später kam „Nancy“ wieder ins Programm, als Duett mit Bill Miller am Klavier. Eine ganz andere Nuancierung, die Sinatra, wie ich finde, besonders in Australien 1955 toll gelungen ist, vielleicht auch deswegen, weil die junge Nancy ihren Vater erstmals auf eine Auslandstournee begleiten durfte und im Publikum saß. Sinatra & Miller im Duett waren immer eine Bank, so auch hier.
1.6.1962 Live (London) 2:53
(CD: „Royal Festival Hall“ Artanis/TRAMA, auch auf JRR Records)
7.6.1962 Live (Paris, Olympia) 2.30
(CD: „Sinatra & Sextet Live“ Reprise)
Arrangement: Neal Hefti
„Nancy“ gehörte auch zum Standardprogramm der Konzerte der Benefiz-Welttournee mit dem Bill-Miller-Sextett im Frühjahr 1962. Neal Hefti (der Arrangeur von „Swinging Brass“ und später „Sinatra-Basie“ auf Reprise) hatte zu diesem Zweck Sinatras Charts von Big Band für Sextett umgeschrieben; bei „Nancy“ knüpfte er an die Piano-Version mit Miller und an den Beat des allerersten Stordahl-Arrangements an, heraus kam diese phantastische Fassung. Sinatra sang sie jeweils ziemlich zum Schluß des Programms; in Paris (Reprise CD) ist er, wie schon erwähnt, dabei stimmlich schon leicht erschöpft, ich mag daher die „räusper-freie“ London-Version lieber.
2.12.1962 Live (Chicago, Villa Venice) 2:28
Arrangement: Neal Hefti & Matty Malneck
(CD: „The Clan At Villa Venice“ JazzHour, „Rat Pack Live In Chicago“ Brilliant)
Eine Rat-Pack-Abend-Fassung des Stücks gibt’s auch, „gewünscht“ von Dean Martin. Matty Malnecks Orchester benutzte das Hefti-Arrangement. Ebenfalls eine wunderschöne Fassung.
29.4.1963 Studio (Reprise) 3:37
Arrangement: Nelson Riddle
(CD: „Sinatra’s Sinatra“ Reprise, Reprise-Koffer CD 6)
Wie nach soviel erfolgreichen Versionen noch „was neues“ aus diesem Song machen? Nelson Riddle wußte eine Antwort und schrieb ein ganz neues Arrangement, indem vor allem die Brass section brilliert, mit einer tollen instrumentalen Bridge nach dem ersten Chorus. Sammy Cahn schrieb Sinatra eine „aktualisierte“ Zeile mit Filmschönheiten: „Keep Audrey Hepburn, and keep Liz Taylor/Nancy’s the feature, they’re just the trailer“.
24.11.1965 TV (A Man & His Music, NBC) 2:30
Arrangement: Nelson Riddle
(Reprise/Warner Video, Laserdisc, DVD)
Riddles Arrangement gabs dann in Sinatras erstem NBC-Special, grammygekrönt, auch zu sehen. Neue Variante: „keep Audrey Hepburn, Miss Taylor and Turner“.
22.5.1968 Live (Oakland Coliseum) 2:52
Arrangement: Neal Hefti
(CD: „The Oakland Concert“ BaySound)
Sinatras Benefizauftritt zugunsten des Wahlkampfes von US-Präsidentschaftskandidat Hubert Humphrey in Oakland gilt vielen Fans (ich schließe mich da ein) als eines der zehn besten Konzerte, die Sinatra überhaupt in seiner Karriere gegeben hat. Für „Nancy“ griff er diesmal wieder auf die ruhigere Neil-Hefti-Version zurück. Eine tolle Version. „Wait t’ll you meet Tina, that’s Nancy’s sister“.
13.6.1971 Live (Los Angeles, Ahmanson Theatre) 2:32
Arrangement: Nelson Riddle
(CD: „Retirement Concert“ versch. Labels)
Auch bei seinem Abschiedskonzert sang er das Lied, aufgenommen von Reprise, aber bislang unveröffentlicht geblieben. Nicht so gut gelungen wie Oakland, finde ich.
16.7.1974 Live (Sydney/Australia) 2:32
Arrangement: Don Costa
(CD: „Sydney 16 July 1974“ JRR Records)
Nachdem der Streit um seine Pressebeschimpfungen in Australien beigelegt war, wurde Sinatras letztes Konzert der Australien-Tournee 1974 auch im TV übertragen. Für die Tour hatte Don Costa ein neues Arrangement für Rhythm und Piano geschrieben, das sich etwas an die Hefti-Fassung anlehnt. Sinatras Version von diesem Abend ist für mich die beste der „Harvest Sinatra“-Fassungen aus den 70er Jahren. Interessanterweise singt er hier wieder die Zeile mit Grable, Lamour und Turner.
9.3.1977 Studio (Reprise) 2:28
Arrangement: Nelson Riddle
(CD: „The Reprise Collection“ CD 4, Reprise-Koffer CD 17)
Aus den rhythmischen Akzenten der Costa-Fassung und seinem eigenen Chart von 1963 bastelte Nelson Riddle dieses Arrangement, eines seiner letzten überhaupt für Sinatra, und ohne die alte Fassung irgendwie nur zu kopieren, ist der Chart wiederum brilliant, in dem Punkt kann ich mich nur Holger anschließen. Sinatra selbst setzt, wie ich finde, aber keine neuen Akzente im Vergleich zu 1963, und vor allem nicht im Vergleich zu 1974.
Am Rande sei noch erwähnt, daß Sinatra das Lied im Januar 1981 mit einem neuen Text von Sammy Cahn bei der Inaugurationsfeier für Ronald Reagan in Washinghton gesungen hat, gewidmet an die neue First Lady Nancy (With that Reagan face). Aus seinen Konzertprogrammen hingegen war das Lied zu diesem Zeitpunkt bereits verschwunden – nur einige sehr wenige „Zugaben“ gab es noch, zum allerletzten Mal beim „Ultimate Event“ in San Carlos im November 1988.
Meine Lieblingsfassung? Schwierig wie nie... also mach ichs mir ein bischen leichter und trenne nach Studio- und Live-Versionen.
Für die Studioaufnahmen: Die V-Disc-Fassung von 1944, dicht gefolgt von der Radioversion vom Juni 1944 (die man zu Studio zählen darf, weil Sinatra die Stücke jeweils kurz vor der Sendung auf Glasplatte aufnahm), und dann der Reprise-Fassung von 1963.
Für die Live-Versionen: London 1962, dicht gefolgt von Oakland 1968 und Sydney 1974.
Am Ende der Reise durch „Nancy 1944-1988“ bleibt aber wieder mal, mit der Melodie des Songs, vor allem eins festzustellen:
„Believe me, my favourite choice
is Frankie with that golden voice“.
