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Allgemein

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Rain In My Heart

Titel

Rain In My Heart

Text & Musik

Teddy Randazzo/ Victoria Pike

Infos

Sinatra nahm den Song am 14. November 1968 unter der Verwendung eines Arrangements von Don Costa und der Orchesterleitung Bill Millers auf. Der Song erschien im selben Jahr auf dem Album "Cycles".

„Rain In My Heart“ steigt am 4. Januar 1969 in die amerikanischen Billboard Charts ein. Der Song bleibt insgesamt 6 Wochen in den Charts und belegt als höchste Platzierung Platz 62.

Übersetzung

REGEN IN MEINEM HERZEN
Rain In My Heart

Meine Augen sind trocken, meine Liebe,
Seit du gegangen bist habe nicht eine Träne vergossen
Ich werde niemals weinen, meine Liebe,
Auch wenn jeder Tag wie hundert Jahre scheinen mag
Denn ich bin ein Narr, der an seinem Stolz festhält,
Doch wenn ich alleine bin höre ich

Den Klang des Regens in meinem Herzen,
Der Tränen die ich verberge
Und es zerreißt mich, denn ich halte sie in mir
Ich kann dem Klang des Regens in meinem Herzen nicht entkommen

Wie soll ich wissen , meine Liebe,
War ich ein Spielzeug, nur ein Spiel für dich?
Wie konntest du gehen, meine Liebe,
Ohne einen Gedanken daran was ich durchmachen werde?
Wie soll ich vergessen dass ich dich immer noch so sehr liebe
Jeder Zeit höre ich wie er hallt

Der Klang des Regens in meinem Herzen,
Der Tränen die ich verberge
Und es zerreißt mich, denn ich halte sie in mir
Ich kann dem Klang des Regens in meinem Herzen nicht entkommen
Ich höre den Regen in meinem Herzen der Tränen die ich verberge
Und es zerreißt mich, denn ich halte sie in mir



Übersetzung:Verena Kroniger
für Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de

Stimmen zum Song:

Florian Kerz:

Für mich ein ganz phantastischer Song, der v.a. durch tolles Arrangement und einzigartige Interpretation besticht. Darüber hinaus reiht er sich hervorragend in die weiteren Stücken des Albums ein, die ausnahmslos alle großartige Songs sind.

Bernhard Vogel:

Im letzten Interview vor seinem Tod über Plattenaufnahmen befragt, die er im Nachhinein betrachtet heute ganz anders machen würde, antwortete Don Costa 1982 spontan: "Rain In My Heart mit Sinatra, aus Cycles... das habe ich verschenkt".
Ich denke, Don Costa hatte damit sehr recht. Auf dem Album "Cycles" finden sich mehrheitlich 'Pickups' damals aktueller Hit-Singles anderer Künstler; nur zwei Songs wurden speziell für Sinatra geschrieben: Pretty Colours, und eben Rain In My Heart. Teddy Randazzo hatte mit "Going Out Of My Head" (interpretiert von Little Anthony) 1964 einen Song auf den Markt gebracht, der erst durch Sinatras zahlreiche Live-Interpretationen zum moderaten Hit wurde, seit Anfang 1967 hatte Frank den Song im Programm (nahm ihn aber erst im Sommer 1969 auf). "Write a song for me", wünschte sich Sinatra von Randazzo, als das Projekt eines Albums mit zeitgenössischen Pop- und Countrysongs im Frühjahr 1968 begonnen wurde - herauskam dieses Lied, und wenn man den Text (siehe unten) liest, ist der konkrete, sehr direkte und auch lyrisch sehr gelungene Bezug auf Sinatra auch sofort erkennbar. Mir fällt dazu Tina Sinatras einfühlsames Psychogramm ihres Vaters in ihren Memoiren ein, man könnte sagen, der "depressive" Teil davon ist in diesem Songtext perfekt auf den Punkt gebracht. Randazzo und Pike waren eigentlich ein perfektes Songwriter-Team für Sinatra; von ihnen stammt schließlich auch Musik und Text zu "Forget To Remember" (1969), eine von Sinatras allerbesten Reprise-Aufnahmen überhaupt.
Nun hätte man "Rain In My Heart" sicher dementsprechend als depressive Ballade inszenieren können (so wie "Forget To Remember", ebenfalls arrangiert von Don Costa) - Costa aber entschied sich, natürlich auch aus kommerziellen Gründen, dagegen und versuchte, wie er es selbst nannte, allein das "zornige Herausschreien" des 'rain in my heart that tears me apart' zu orchestrieren, was ihm durch die starke Betonung des Refrains auch ansatzweise gelungen ist.
Freilich ist der Chart dermaßen kommerziell geraten, daß Sinatra gerade an den entscheidenden Stellen des Refrains vom Orchester überdeckt wird, während die mindestens genauso pointierten Nuancen im 'verse' fast gänzlich verschwinden, zu eng ist der Takt gestrickt, der Sinatra keinerlei Spielraum für sein typisches Überdehnen bestimmter Silben und Kola läßt ("...shed a tear/...hundred years" etwa muß er so singen, daß sich 'shed' und 'hun*dred*' auch reimen). Einzig in den beiden Halbzeilen "I'm just a fool who clings to his pride" und "How can I forget I still love you so" ist etwas Spielraum geblieben, den The Voice natürlich auch sofort nutzt. Auch am Schluß hätte es noch die Möglichkeit gegeben, Sinatra die letzte Zeile des Refrains noch einmal in ruhigerem Sound wiederholen zu lassen, etwa: "the souuundd - of the raaiiinnn - innn - myyyy - heaaaartt" Alles typische Sinatra-Silben, und deswegen natürlich auch von den Komponisten so gewählt - aber komplett verschenkt im völlig einfallslosen Fade-Out. Bezeichnenderweise ist auf den ersten Pressungen der LP ganz am Schluß des Fade-Outs noch zu hören, wie Sinatra "No, no, no, no!" sagt. Spätere Pressungen faden eine halbe Sekunde früher.
Gefragt, warum er das Stück denn neu machen wolle, sagte Costa: "It was over-arranged". Dem würde ich persönlich aus den genannten Höreindrücken nur Recht geben. Doppelt schade um den wirklich sehr sehr gut gelungenen Text.
Dadurch fällt das Stück auch gegenüber den anderen Arrangements auf dem Album deutlich ab (sieht man mal von "Moody River" ab, einem Pat-Boone-Gassenhauer, den Sinatra wohl auch selbst nicht so ganz ernst genommen hat, eine reine Spaßnummer). "Cycles" insgesamt mag ich sehr gerne, vor allem wegen des durchgehenden stimmlichen "Moods", der mir hier ähnlich stark ins Ohr geht wie auf "Ol'Blue Eyes Is Back". Und schließlich enthält die LP mit "By The Time I Get To Phoenix" eine von Sinatras schönsten Contemporary-Nummern.
Anfang Januar 1969 kam das Lied als Reprise-Single auf den Markt und gelangte auch für 6 Wochen in die Charts (höchster Platz #62) - mit "Star", dem für lange Jahre letzten klassischen Sinatra-Riddle-Swinger, auf der Rückseite. Auf meinem Plattenteller dreht sich die "Rückseite" häufiger als die Vorderseite.

Andreas Bergmann:

Fantastisch. "Rain In My Heart" ist der wohl beste Song aus einem Album, das ich zu meinen absoluten Favoriten zähle. Nur an manchen Stellen habe ich den Eindruck, dass das ganze etwas zu laut wird und sich Frank etwas zu sehr anstrengen muss, um nicht im Orchester unterzugehen. Trotzdem: Eine eingängige Synthese aus melancholischer Ballade und 60er Jahre-Schlager. Top!

Holger Schnabl:

Rain In My Heart halte ich für eine an sich nicht schlechte Nummer und der Song hört sich zu Anfang auch recht vielversprechend an, leider aber wird das Arrangement im Verlauf des Songs immer überladener, das Lied wird zum verkitschten Schmachtfetzen.
– Da wird die Pauke geschlagen, dass einem die Ohren dröhnen, das Arrangement wird immer plakativer und wuchtiger und erschlägt den Song geradezu. Weniger wäre sicher mehr gewesen.
Das Album Cycles halte ich persönlich für eines der problematischten Sinatra-Alben überhaupt....Die Titelnummer und By The Time I Get To Phoenix sind für mich die einzigen Gründe, um diese Platte ab und zu aus dem Regal zu ziehen.


Andreas Kroniger:

"Rain in my heart" halte ich für eine gelungene Eröffnungsnummer für diesen neuen musikalischen Abschnitt. Als (langsame) Ballade kann ich mir diesen Song sehr viel weniger vorstellen, vielmehr finde ich, Sinatra müßte nicht nur den Refrain agressiv singen. Gerade dies macht aber auch die Besonderheit der Sinatra-Pop-Songs aus. Sinatra ist nicht berechenbar und betont Silben, die andere Künstler vielleicht "verschlucken" würden. Diese Agressivität weniger zu betonende Silben hervorzuheben wird Sinatra später vor allem in Live-Konzerten der 70er Jahre perfektionieren. Wenn man einmal ein Konzert der 60er Jahre mit einem der 70er Jahre vergleicht, wird man eine völlig andere Art des Singens feststellen können. Mir gefällt es und "Cycles" und somit "Rain in my heart" lege ich gerne auf. Dieses Album kann man auch jederzeit spielen, wenn Besuch kommt, der mit Sinatra nichts anfangen kann.

Tim Bialek:

"Rain In My Heart finde ich orchestral total überladen. Er hätte den Song, wie auch einige andere auf dem Album, viel melancholischer singen müssen, dann wär's toll gewesen. Dazu bieten ihm die Arrangements aber keine Gelegenheit.
Für meinen Geschmack kann man, eben wegen dieses Umstands, auch hören, dass Sinatra bei den meisten Werken, ausdrucksmäßig gar nicht bei der Sache ist.
Jan Lachmann:

„Rain In My Heart“ ist in meinen Augen nicht besser oder schlechter als der Rest auf "Cycles". Das Arrangement ist zu laut und wummerig und passt irgendwie nicht zu Sinatra. Wenn mich hier irgendetwas einigermaßen überzeugt, dann die eher ruhigen Stellen.
Ich möchte noch nicht einmal sagen, dass es schlecht wäre, nur harmoniert das Arrangement nicht richtig mit Sinatras Stimme. Elvis hätte aus der ganzen Geschichte sicherlich mehr machen können.





 

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