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Allgemein

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All Or Nothing At All

Titel

All Or Nothing At All

Text & Musik

Airman & Jack Lawrence

Infos

Dieser Klassiker ist einer von wenigen Songs, die man ausschliesslich mit Sinatra verbindet. Seine erste Aufnahme dieses Songs liegt lange zurück. Es war eine von nur zehn Studioaufnahmen, die er mit Harry James während der 6 Monate machte, in denen er Bandsänger im Orchester des ehemaligen Benny Goodman-Trompeters war. Ironischerweise wurde diese Aufnahme, arrangiert von Andy Gibson und am 31. August 1939 in NYC aufgenommen, erst im Jahr 1943 ein Hit, als Sinatra einen Schnitt machte und die Tommy Dorsey Band verliess, um Solokünstler zu werden. Dieser Columbia-Schnitt wurde in Martin Scorseses Film „Wie ein wilder Stier“ genutzt (1980).

Am 14. August 1943 sang er diesen Song mit den Los Angeles Philharmonic beim Hollywood Bowl Concert, arrangiert von Axel Stordahl - Morris Stoloff leitete das Orchester.

Für das Reprise-Album „Sinatra and Strings“, arrangiert von Don Costa, nahm er das Lied erneut am 22. November 1961 in Hollywood auf.

Weniger als fünf Jahre später ging Sinatra mit dem Titel wieder ins Studio, diesmal arrangiert von Nelson Riddle, aufgezeichnet am 16 Mai 1966, für Sinatras 1966 erschienenes Reprise-Album „Strangers In The Night“.

Damit nicht genug: Am 16. Februar 1977 nahm Sinatra noch eine Disco-Version dieses Songs auf, für die Joe Beck verantwortlich zeichnet und die erst auf der 1995 erschienenen 20-CD-Box „Complete Reprise Studio Recordings“ zu finden ist.

Übersetzung

Alles oder nichts
(All Or Nothing At All)

Alles oder nichts
Halbe Liebe hat mir niemals gefallen
Wenn sich mir dein Herz niemals ergibt
Werde ich nichts haben
Alles oder nichts
Wenn es wirklich Liebe ist, gibt es nichts dazwischen
Warum dann um etwas weinen, das vielleicht etwas werden hätte können
Nein, dann würde ich wirklich nichts haben
Aber bitte bewege deine Lippen nicht zu nahe an meine Wange
Lächle nicht, sonst werde für ewig verloren sein
Die Küsse in deinen Augen, die Berührungen deiner Hände machen mich schwach
Meinem Herzen wird schwindelig und es wird fallen
Und wenn ich dir völlig verfallen würde
Dann würde ich gefangen und dir hörig sein
Jetzt siehst du, warum ich nein, nein sagen muss
Alles oder nichts



Übersetzung: Andreas Bergmann

für
Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de

Stimmen zum Song:

Marcus Prost:

"All or nothing at all" ist sicher einer einer der größten Sinatra-Klassiker, auch wenn das Lied außerhalb der Enthusiasten-Gemeinde gar nicht mal allzu bekannt sein dürfte.
Das schöne an diesem Lied: Sinatra hat etliche Arragements- und Interpretationsmögloichkeiten durchprobiert und das Lied immer wieder anders erscheinen lassen.
Mir gefallen eigentlich alle Sinatra-Fassungen dieses Liedes.
Der Einfachheit beschränke ich mich hier jetzt einfach mal auf die drei Reprise-Fassungen:
Mein persönlicher Favorit ist die "Strangers In The Night"-Fassung. Allein schon die instrumentalische Begleitung ist hier genial.
Die 77er Disko-Fassung gefällt mir persönlich fast genauso gut, auch wenn Sinatras Stimme ruhig etwas kräftiger rüberkommen könnte.
Ebenfalls nicht schlecht, wenn auch deutlich weniger von mir gehört, ist die 61er Fassung. Der Auftakt erinnern ein wenig an die "Smoke gets in your Eyes-Fassungen" der seligen großen MGM-Film-Zeiten, der Schluß ist ebenso großartig intoniert. Dazwischen fehlt dieser Aufnahme ein wenig die Besonderheit, sie ist gut, aber nicht markant genug, um aus der Masse der sehr guten Sinatra-Aufnahmen in jender Zeit herauszustehen.


Bernhard Vogel:

Eins der wenigen Lieder, von dem man Sinatra-Fassungen von 1939 bis 1994 hören kann. Faszinierend finde ich sie alle, zumal dies einer der Fälle ist, wo Sinatra ein Lied als Ballade und als Swinger gleichermaßen überzeugend aufnahm (ähnlich wie bei "Night and Day").

Mein Favorit ist auch der Nelson-Riddle-Chart von 1966. Schon auf der Platte gut, und gespielt von großem Live-Orchester bis zum Schluß ein Hammer, darin haben einige von uns uns ja noch 1993 in Deutschland schwelgen dürfen.

Bei den Balladen gefällt mir das Arrangement von Axel Stordahl am besten, das dieser im Frühjahr 1943 für Sinatra schrieb und das FS für seine Radioshow "The Broadway Bandbox" aufnahm. Tim hat das in seinem Essay für TV#6 so schön beschrieben, es ist dramatischer und tiefenschärfer als das Arrangement von Gibson. Für die "Hollywood Bowl" wurde das Stordahl-Arrangement nochmals leicht verändert.

Die 61er Fassung mit Costa ist auch toll, aber auf dem Album sind einige Stücke, die mir noch besser gefallen. Süffisanterweise bekam "Sinatra and Strings" ja 1961 bei seinem Erscheinen gar keine guten Kritiken und manche hoben darauf ab, gerade bei "All Or Nothing At All" könne man hören, daß Sinatras Stimme im Abstieg begriffen sei... na, so kann man sich irren.

Über die Disco-Fassung breite auch ich lieber den Mantel des Schweigens... oder sagen wir mal so, die Soundabmischung dieses von FS im Overdubverfahren hergestellten Songs entspricht ganz der Qualität des 'Arrangements' von Joe Beck.

Tröstlich, und ein sehr schöner Moment zum Schauen und Hören, daß Sinatra nochmals das originale Gibson-Arrangement zusammen mit Harry James sang, 1976 bei John Denver & Friends, und 1979 beim 40th Anniversary Concert in Los Angeles.

Holger Schnabl:

„All Or Nothing At All“ ist ein Paradebeispiel für die Tatsache, dass Sinatra, wenn er im Laufe seiner (überlangen) Karriere einen Song mehrmals aufgenommen hat, ihn jedes Mal schlechter gebracht hat als bei der Aufnahme zuvor. Das ist förmlich Axiom und Naturgesetz, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, die von diesem Stehsatz abweichen und die bestätigen dann die Regel eigentlich nur umso nachdrücklicher.

Die Version von 1977 ist schauderhaft, diese Meinung werden wohl auch die allermeisten Sinatra-Enthusiasten weltweit teilen. Nicht umsonst ließ man sie lange, lange Jahre in einem Archiv vor sich hin faulen. Nicht, dass mir diese perkussiv-funkige Musik generell missfiele, aber die Kombination Sinatra/Disco-Sound geht einfach nicht auf. Sinatra wollte sich wohl ursprünglich bei einem jüngeren Publikum einschleimen, hat aber dann selber gesehen, dass er sich damit nur zum lächerlichen Hanswurst machen würde und ließ die Nummer nicht veröffentlichen. Oder vielleicht hat er auch nur eine Wette verloren... Schwamm drüber.

Die Fassung vom „Strangers In The Night“-Album ist auch etwas moderner arrangiert als von Sinatra gewohnt und sorgt mit der Orgel für Abwechslung im Sound. Sinatra scheint mir damals allerdings etwas lustlos agiert zu haben, zusätzlich ist er – wie wir unfehlbar hören können – stimmlich nicht gerade bestens disponiert. Diese Version gefällt mir weder gut noch schlecht, sie ist gediegenes Mittlemaß.

Die 1961er-Version ist eine atemberaubende Demonstration von Sinatras damals noch intakter Stimme, ein großartiges Arrangement und ein mit großer Emphase zu Werke gehender Sänger mit wunderbarer Phrasierung bescheren uns ein Kleinod auf einem zu Unrecht oft etwas vernachlässigten großartigen Album. Bestellt euch „Sinatra And Strings“ noch heute (dies ist keine Empfehlung, sondern ein Befehl)!

Nun zur Aufnahme mit Harry James aus dem Jahre 1939: Allein aus dieser Nummer lässt sich für den Sänger unsterblicher Ruhm ableiten! Exzellent, großartig, phantastisch, wundervoll, himmlisch, sagenhaft, großmeisterlich, goettlich,exorbitant, funkelnd, tiefempfunden, herrlich! Jeder nur erdenkliche positive Superlativ ist hier angebracht, meine lieben, lieben Freunde. Diese Darbietung des jungen Sinatra nimmt einem den Atem... Hier haben wir es mit der definitiven Version des Songs zu tun, niemand dürfte diese Aufnahme je übertroffen haben, am wenigsten Sinatra selber mit den späteren Neufassungen.

Florian Kerz:

Ich persönlich favorisiere auch klar die Version von "Strangers in the night", wenngleich ich auch die Disko-Fassung des Songs durchaus gelungen finde -
Besonders während der Casino-/ Club Tour mit Dean Martin von 1977 brachte er den Song frisch, kraftvoll und dynamisch.


Tim Bialek:

Also die 39er-Version bedeutete zumindest 1943 unsterblichen Ruhm für ihn und war im Nachhinein gesehen ein zündender Funke für seine Solo-Karriere. Am meisten verbreitet wird die 66er Version sein, weil sie das Gerüst für seine späteren Konzertversionen bildete. Favorisieren würde ich die ersten drei.
Nr. 1 war ein Meilenstein für seine und James' Karriere, Nr. 2 sicher die dramatischste, toll intonierte Version von Don Costa (mit Anstand das beste Album, das er je arrangiert hat) und Nr. 3 ein neues, frisches, duch die Hammondorgel an den Sound der 60er angelehntes Arrangement von Riddle.

Brechreizerregend und völlig lieblos zusammengeschustert ist dagegen die Disko-Version. Die hätte er sich gewiss sparen müssen !

Andreas Kroniger

Auch ich will meine Favoritenreihenfolge für den Song festlegen und schaffe sogar eine neue Reihenfolge:

1. „All or nothing at all“ von „Strangers in the night“

Dies ist die schwingenste aller Versionen und Sinatra gibt dem Song noch einmal eine neue Richtung. Aus diesem Grund ist die „gute Laune“-Version meine Nummer 1.

2. „All or nothing at all“ mit der Harry James Band

Diese Version des Songs ist der Klassiker – Schon 1939 bereits unverkennbar Sinatra. Diese Version ist unverändert in den Radiosendungen der 40er gelaufen und immer wieder hörenswert. Wer sich nicht sicher ist, ob er den Song besitzt: Er ist auf der BONUS-CD von „Ein Mann und seine Musik“ – dem Buch von Will Friedwald.

3. „All or nothing at all“ als Disco-Version

Sicherlich kein künstlerischer Leckerbissen, aber dennoch hörenswert. Wer eine Version zum „nebenbei hören“ sucht, ist mit dieser Version bestens aufgehoben – nicht mehr und nicht weniger.

4. „All or nothing at all“ von „Sinatra and Strings“

Dieser Song schneidet so schlecht ab bei meiner Beurteilung, weil “All or nothing at all” auf KEINEN FALL eine Ballade ist. Musikalisch sicherlich ein Leckerbissen, aber vom eigentlichen Song bleibt hier nicht viel über. Diese Version ist am weitesten weg von der 39er Originalversion – „etwas“ näher schätze ich hier sogar die Disco-Version ein. Eigentlich schade, denn bei dieser Version hat Sinatra definitiv die beste Stimme.

Andreas Bergmann:

"All Or Nothing At All" gefällt mir gut, vor allem die Balladenversion von "Sinatra And Strings" und die modern angehauchte Swingversion vom "Strangers"-Album. Fast schon Kultcharakter hat natürlich die Version mit Harry James, die ich auch mag - nur die Studioaufnahme der Disco-Version ist nicht so mein Fall. Live ist das allerdings was anderes!



 

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