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Auld Lang Syne

Titel

Auld Lang Syne

Text & Musik

Text und Musik von Robert Burns (1788) nach alten Überlieferungen (14.-16. Jht.)

Infos

Nicht nur in Großbritannien und den USA, sondern auch in vielen, vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt wird zum Jahreswechsel um Mitternacht ein Lied angestimmt, das zu den populärsten Melodien überhaupt gehören dürfte, an dessen spätmittelalterliche europäische Wurzeln jedoch heute allenfalls noch die „merkwürdige“ Schreibweise des Titels erinnert: Auld Lang Syne.

Robert Burns (1759-1796), als Poet und Literat so etwas wie ein schottisches Nationalheiligtum, zeichnete im 18. Jahrhundert viele hundert Gedichte, Balladen und Lieder in schottischer Volkssprache auf, die zum Teil schon seit Jahrhunderten mündlich weitergegeben und dabei auch immer wieder textlich verändert worden waren. Seine Ausgaben gehören zu den wertvollsten Kulturgütern nicht nur Schottlands, sondern auch Europas im Ganzen, da viele der Texte und Melodien auf bis weit ins Mittelalter zurückreichenden Traditionen fußten.

Nur ein Stück unter vielen war dabei zunächst „Auld Lang Syne“, was so viel wie „Old Long Ago“, zu deutsch „(gutes) altes Lange-her-sein“ bedeutet. Burns selbst schrieb im Vorwort zu seiner gedruckten Fassung, er habe sich das Lied von einem alten schottischen Bauern vorsingen lassen und anschließend zu Papier gebracht, „was noch niemals zuvor der Feder anvertraut worden ist“.

Inzwischen weiß man freilich, daß es bereits im 16. Jahrhundert, also zur Zeit Königin Elisabeths I. und Maria Stuarts, mehrere textlich verschiedene Aufzeichnungen dieses Liedes gegeben hat. Auch Burns dürfte sie gekannt und (außer dem Gesang des Bauern) auch daraus die von ihm gedruckten Verse zusammengetragen haben. Bestimmte Motive des Textes lassen sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

Robert Burns hätte damit sicherlich nicht im Traum gerechnet – aber seine Ausgabe des Liedes, die 1788 erschien, schuf die Grundlage dafür, daß „Auld Lang Syne“ einen Siegeszug rund um den anglophonen Globus angetreten hat, der sich allenfalls noch mit der ebenfalls im 16. Jahrhundert erstmals faßbaren Ballade „Greensleeves“ (Sinatra sang es als „The Bells Of Christmas“) vergleichen läßt.

Heute werden zumeist nur die erste Strophe und der Refrain gesungen, bevorzugt um Mitternacht zum Jahreswechsel.
Es war also auch ein passender Schlußpunkt für die „Dean Martin Show“ vom 31.12.1970 – am Ende eines langen Medleys stimmten Frank Sinatra, Dino, Ruth Buzzi und die „Golddiggers“ gemeinsam die Melodie an. Diese Sequenz (ärgerlicherweise aber nicht das ganze Medley) ist als „Bruchstück“ jüngst auf der Capitol-CD „Christmas with The Rat Pack“ offiziell herausgekommen (=#1).

Zweimal war „Auld Lang Syne“ aber auch Teil eines Sinatra-Konzertes, und beide Male war es ungleich passender:
Am Silvesterabend 1975 trat er im ausverkauften Chicago Stadium auf, lieferte ein perfekt getimtes Galakonzert ab und konnte am Schluß auf der Bühne den Countdown für Neujahr starten und pünktlich um 00.00 Uhr gemeinsam mit seinem Publikum „Auld Lang Syne“ anstimmen (#2).

Und als im Mai 1989 die „Ultimate Event“-Tournee mit Sammy Davis jr. und Liza Minnelli mit einem Konzert im irischen Dublin zu Ende ging, war „Auld Lang Syne“ die überraschende Zugabe der Drei nach dem letzten Medley (#3) – „Auld Lang Syne“ bekam dabei also wieder seine ursprüngliche Bedeutung als jahreszeitunabhängiges Freundschafts- und Abschiedslied zurück

Einen deutschen Text für das Stück gibt es ürbigens auch – Hans Fritz Beckmann hat ihn geschrieben, und Hans Albers sang ihn 1939 in dem UFA-Film „Wasser für Canitoga“.

Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event

Diskographie:

(1) „The Dean Martin Show“ vom 31.12.1970 (NBC TV)
aufgezeichnet in Hollywood
Frank Sinatra, Dean Martin, Ken Lane, Ruth Buzzi & The Golddiggers
[Schlußstück eines längeren Medleys]
Arrangement: Jack Holloran
Orchester geleitet von Les Brown
CD: Christmas with The Rat Pack (Capitol)

(2) LIVE Chicago, Chicago Stadium, 31.12.1975
Frank Sinatra & Bill Miller, piano
nicht auf Platte erschienen

(3) LIVE Dublin/Irland, The Point, 4.5.1989
Schlußsong der „Ultimate Event“-Tournee
Frank Sinatra, Liza Minnelli, Sammy Davis jr.
Orchester geleitet von Frank Sinatra jr.
nicht auf Platte erschienen

Stimmen zum Song:

Marcus Prost:

Ein sehr schönes Lied, das einem immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen läßt.
Schade, daß Sinatra davon niemals eine offizielle Studiofassung aufgenommen hat.

Tim Bialek:

Es gibt wahrhaftig einen gewichtigen Grund, "Christmas with the Rat Rack" nach dem 2. Weihnachtsfeiertag nicht wegzulegen - nämlich der letzte Track. Das mit dem Schauergefühl überkommt mich da auch.

Andreas Kroniger:

"Auld Lang Syne" gehört zur Weihnachts-/ Neujahrszeit wie kaum ein anderer Song. Ich erinnere nur an "Ist das Leben nicht schön" mit James Stewart - sicherlich einer der schönsten Weihnachtsfilme überhaupt, der jedes Jahr geguckt werden MUSS. Gott sei Dank, dass ich aber auch diese Show habe, denn ich würde mich immer noch schwarz ärgern, dass es eine FILM-Aufnahme gibt und Capitol daraus lediglich einen Song eines Medleys veröffentlichen. Dies sind genau die "Machenschaften", die mich schon bei den letzten Columbia-Aufnahmen gestört haben, als einzelne Songs aus Radioshows genommen wurden.
Wenn ich in Deutschland eine Kopie einer solchen Aufnahme besitze - und sicherlich auch viele von Euch, dann werden Capitol, Warner oder sonst wer sicherlich eine bessere Fassung davon haben, oder? Warum werden uns solche Highlights nachwievor vorenthalten???? Vielleicht können wir ja bald den einen oder anderen weiteren Song auf einer neuen CD "hören", wenn man wieder alte Sachen verkaufen möchte. Im Sinne des Fans ist dies sicherlich nicht.
Ich habe mich damals wahnsinnig über genau diesen Song gefreut, als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe. Eine ganze Version wäre sicherlich auch zum Jahreswechsel (2003) gespielt worden - diesen Schnipsel habe ich nicht gespielt.

Marc Rothballer:

Auld Lang Syne ist ein klasse Song, wehmütig aber auch ein bisschen "reflektierend" angehaucht, ideal für den Jahreswechsel!
Ich habe die 70er-Version von der Dean Martin Show.
Die Version ist ganz ok, zwar nicht gerade der Kracher - das wäre sie vermutlich eher gewesen, wenn Frank den Song alleine gesungen hätte!
Aber ich denke der Song wird auch erst wieder in circa einem Jahr gespielt werden, für den "Alltagsgebrauch" ist er nichts. (Und soll er auch nicht sein!)

 

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