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Easter Parade

Titel

Easter Parade

Text & Musik

Text und Musik von Irving Berlin (1933)

Infos

Den Song „Easter Parade“ schrieb der große Irving Berlin (1888-1989) 1933 für die Revue „As Thousands Cheer“, die ab Ende September 1933 mit großem Erfolg (über 400 Aufführungen) am new Yorker Broadway lief. In dieser Show trat zum allerersten Mal in der amerikanischen Geschichte eine farbige Jazz-Sängerin (Ethel Waters) gleichberechtigt neben den „weißen“ Akteuren als Hauptdarstellerin auf. Die Show geriet später aber in Vergessenheit und wurde erst in den 90er Jahren wiederbelebt, als man das Originalskript im Keller eines Studios in Hollywood fand.
Das Lied „Easter Parade“ aber entwickelte sowas wie ein Eigenleben, es wurde nämlich zum Titellied eines der besten MGM-Filmmusicals aller Zeiten, produziert 1948 (Regie: Charles Walters), mit Fred Astaire und Judy Garland in den Hauptrollen. Eigentlich hätte Gene Kelly die männliche Hauptrolle spielen sollen, aber er verletzte sich vor Beginn der Dreharbeiten und so sprang Fred Astaire ein, der damit den erfolgreichsten Film seit seiner Trennung von Filmpartnerin Ginger Rogers machen würde. Auch war dies sein einziger gemeinsamer Film mit Judy, mit tollen Songs (unter anderem: Steppin’Out With My Baby, We’re A Couple Of Swells, Shakin’The Blues Away, It Only Happens When I Dance With You) und zwei großartigen Darstellern. (Auch der spätere Rat-Packer Peter Lawford ist zu sehen, in einer singenden Nebenrolle, freilich zeigt sein „A Fella With An Umbrella“, daß er wohl weniger zum Sänger geboren war).
Frank Sinatra hatte den Song „Easter Parade“ schon drei Jahre vor dem MGM-Film gesungen, in der Osterausgabe (28.3.1945) seiner „Frank Sinatra Show“ im Radio (CBS, gesponsort von Max Factor), zu einem Arrangement von Axel Stordahl. Als dann der Film mit Astaire und Garland in die Kinos kam, schnellte das Titellied in den Hitparaden nach oben, und so sang Sinatra es auch zwei weitere Male, 1948 und 1949, in „Your Hit Parade“ (NBC Radio, gesponsort von Lucky Strike), einmal als Duett mit Eileen Wilson. Zu einer Studioaufnahme ist es zwar leider nie gekommen, aber dafür sind alle drei erwähnten Versionen von Sinatra auf guten CDs zu hören.

Infos: Bernhard Vogel

Übersetzung

Diskographie

(1) „The Frank Sinatra Show“ (CBS radio/Max Factor) vom 28.3.1945
aufgenommen in New York City, CBS Playhouse #3
Arrangement: Axel Stordahl
Orchester geleitet von Axel Stordahl
CD: „The Unheard Frank Sinatra Vol. 1“ (Vintage Jazz Classics VJC 1004-2)
(2) „Your Hit Parade“ (NBC radio/Lucky Strike) vom 27.3.1948

aufgenommen in New York City, CBS Station KNX
begleitet von „The Hit Paraders“ (Vokalgruppe)
Arrangement: Axel Stordahl
Orchestra geleitet von Axel Stordahl
CD: „Your Hit Parade 1948“ (JRR Records 148-2)
(3) „Your Hit Parade“ (NBC radio/Lucky Strike) vom 16.4.1949

aufgenommen in Hollywood
Duett mit Eileen Wilson
begleitet von Ken Lane & The Hit Paraders
Arrangement: Axel Stordahl
Orchester geleitet von Axel Stordahl
CD: „Your Hit Parade 1949“ (JRR Records 249-2)
CD: „Hit Parade Shows“ (JazzHour JH 1036) (April 30 AFRS re-broadcast)

Stimmen zum Song:

Alfred Terschak:

Toller Song, aber es gehört Fred Astaire, für mich zumindest.

Marcus Prost:

Wer die genannte Radio-Aufnahme kennt, erlebt wie die Anmoderation des Lucky-Strike-Moderators in den Zauber dieses großartigen Liedes übergeht.
"Easter Parade" läßt den Hörer sofort in die verzauberte Kunstwelt des Hollywoodfilms versinken, läßt schmucke weiße Häuser und Damen mit großen Hüten und üppigen Kleidern vor den geistigen Augen auferstehen, und läßt jede Realität vergessen. Die Anmoderation jedoch war ein Teil der realen - für manchen ernüchternden Gegenwartswirklichkeit der USA jener Tage. Und gerade an der Spannung zwischen Realität und Traumwelt liegt für mich der Reiz dieser Sendung; deutlich besser als die spannungsfreie Astaire-Fassung ist sie allemal.


Tim Bialek:

Eine flotte Swing-Nummer anno 45 (mit z.T. sehr modernen, fast Be-Bop-mäßigen Harmonien des Orchesters), eine sehr getragene Version anno 48 mit den Hit Paraders und schließlich - für mich die beste Version - anno 49 ein wirklich schönes Duett mit Eileen Wilson aufbauend auf dem Arrangement von 48 in einem mittleren Tempo, wieder mit den Hit Paraders. Hier beginnt Sinatra auch an einigen Stellen mit der Melodie ein wenig zu spielen, was die Sache noch interessanter macht.

 

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