Goin’ Out Of My Head
Infos
Zu den größten Charterfolgen des Teams Teddy Randazzo/ Bobby Weinstein (jüngst Präsident der National Academy of Popular Song und der Hall of Fame) gehört „Goin’Out Of My Head“, geschrieben 1964 und im selben Jahr in der Aufnahme von Little Richard & The Imperials populär geworden.
Für Sinatras CBS-Fernsehspecial von 1967, dem dritten seiner „A Man & His Music“-Reihe, schrieb Nelson Riddle Arrangements für viele zeitgenössische Stücke, die Sinatra zusammen mit Ella Fitzgerald als Medley darbieten sollte. Nach über drei Tagen Probe blieb zwar von dem ursprünglichen Konzept dieses Teils wenig übrig, doch das große Finale des „modernen“ Duett-Medleys bildete nach wie vor Riddles Arrangement für den Randazzo-Weinstein-Hit (=Version #1).
Sinatra selbst behielt das Lied in der Riddle-Fassung bis Mitte 1968 in seinen Konzertprogrammen (wie z.B. auf dem inoffiziell erschienenen „Oakland Concert“ vom Mai 1968, das einige von Euch kennen dürften.
Ein Jahr später versuchte er dann auch eine kommerzielle Solo-Aufnahme für Reprise, diesmal zusammen mit Don Costa, der das Arrangement leicht variierte (=Version #2). Die Single kam bei Reprise erst Anfang 1970 heraus, und der Charterfolg nahm sich bescheiden aus, in vier Wochen kletterte das Stück bis auf Rang 79 empor. 1972, während Sinatras Retirement, erschien die Aufnahme dann auch auf einer Reprise-Sampler-LP mit dem Titel „Greatest Hits“. Die Single jedoch wurde bald zum vielgesuchten Sammlerstück – allerdings wegen der Rückseite, auf der mit „Forget To Remember“ ein weiteres Randazzo-Stück in einer Aufnahme zu hören ist, die viele zu Sinatras besten Aufnahmen überhaupt rechnen.
Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Single sang Sinatra das Lied, im Don-Costa-Arrangement, auch nochmals in seinem TV-Special von 1969 („Sinatra“, Version #3). Aus den Konzertprogrammen allerdings verschwand der Song alsbald wieder.
Diskographie:
(1) „A Man & His Music Plus Ella Plus Jobim“ (CBS TV/Budweiser) vom 13.11.1967
aufgezeichnet am 1.-3.10.1967 in Burbank
Duett mit Ella Fitzgerald
Arrangement: Nelson Riddle
Orchester geleitet von Nelson Riddle
DVD/Video/CD
(2) REPRISE-STUDIOAUFNAHME vom 18.8.1969
aufgenommen in Hollywood, Western Recorders
Arrangement: Don Costa
Orchester geleitet von Don Costa
Erstveröffentlichung: Goin’Out Of My Head/Forget To Remember (Reprise 45rpm single, 1969)
LP/CD: Greatest Hits Vol. 2 (Reprise FS 1034)
CD: Complete Reprise Studio Recordings (20 CD set) CD 14
(3) „Sinatra“ (CBS TV/Budweiser) vom 5.11.1969
voraufgezeichnet (Ort und Datum nicht dokumentiert)
Arrangement: Don Costa
Orchester geleitet von Don Costa
DVD/Video/CD
Übersetzung
VERLIERE MEINEN VERSTAND
(Goin´out of my head)
Ich glaube ich verliere den Verstand
Ja, ich glaube ich verliere den Verstand, wegen dir
Ich will dich, ich will, daß du mich willst, ich brauche dich so schrecklich
Ich kann an nichts anderes denken als an dich
Verliere meinen Verstand wegen dir
Verliere meinen Verstand wegen dir
Verliere den Verstand Tag und Nacht
Nacht und Tag und Tag und Nacht
Falsch oder richtig
Ich muß über einen Weg in dein Herz nachdenken
Da gibt es keinen Grund warum meine Schüchternheit uns trennen sollte
Und ich denke ich verliere meinen Verstand
Denn ich kann die Tränen, die ich wegen dir vergieße nicht erklären, wegen dir
Ich sehe dich jeden Morgen, aber du gehst nur an mir vorbei
Du weißt noch nicht einmal, daß ich existiere
Verliere meinen Verstand, wegen dir
Verliere meinen Verstand wegen dir
Verliere meinen Verstand Tag und Nacht
Falsch oder Richtig
Tag und Nacht
Nacht und Tag und Tag und Nacht
Falsch oder Richtig Tag und Nacht
Nacht und Tag und Nacht und Falsch oder Richtig
Übersetzung: V. Kroniger
für
Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de
Stimmen zum Song:
Alfred Terschak:
Ein Supersong, keine Frage und natürlich kann ich da nur für das Sinatra-TV-Special voten - es ist ja eines meiner absoluten Lieblinge.
Mir gefällt natürlich - wie fast immer - die Zusammenarbeit mit Don Costa besonders gut.
Katharina Herrmann:
Naja ich muss sagen der song ist intern nicht sehr abwechslungsreich. Er hat eine eingängliche Melodie ist aber eher langweilig, vergleicht man ihn mit den anderen Prachtstücken auf der DVD.
Michael Dörffler:
Der Song ist meiner Meiung nach nichts Besonderes - auch nicht in Franks Händen. Sicherlich gibt es schlechtere Lieder, aber der große Wurf ist dieser Song nicht.
Fazit: nettes Liedchen
Marcus Prost:
Für mich ist es ein sehr beeindruckendes Lied, daß perfekt als Bühnenlied zum älteren Sinatra der späten 60er paßt.
Es ist dynamisch und kraftvoll und stellt für mich beim Hören eines Tonträgers stehts einen Höhenpunkt in der Liedabfolge dar, da es meldodisch zu den lebendigsten Lieder dieser Ära gehört.
Marc Rothballer:
Die Studioversion ist ganz gut. Nicht übermäßig gut, aber auch nicht sonderlich schlecht! Frank singt ihn anfangs sanft und gefühlvoll, zum Ende hin eine große emotionale Steigerung. Der Text ist wirklich nicht der Kracher, da hätte sich mit Sicherheit was "geistreicheres" finden lassen. Allerdings hat der Song eine schöne, einprägsame Melodie, ideal für "Zwischendurch".
Die TV-Special-Version zusammen mit Ella ist phänomenal (so wie das ganze TV-Special, außer vielleicht der Auftritt mit Jobim, da ist nichts einprägsames oder wirklich gutes dabei, wenn ich die Show fertig gesehen habe, kann ich mich schon gar nicht mehr an den Sinatra-Jobim-Auftritt erinnern).
Dieses Duett zusammen mit Ella ist einsame Spitze, die beiden harmonieren wunderbar, von Anfang an. Auch wenn die "Witze", die Ella in dem Dialog reißt, nach dem 10 Mal hören/sehen abgedroschen wirken, so ist es doch immer wieder sehenswert und vor allem hörenswert!
Und dieses Duett endet mit "Goin' out of my head". Der Song wird hier wirklich klasse dargebracht, wenn Ella und Frank obwechselnd die Verse wiederholen; fabelhaft!
Im dieser Version steckt viel mehr Energie, Gefühl und Elan als in der Studioversion, die beiden singen ihn aus vollem Herzen.
Vor allem der Schluss, dieses kraftvolle "day and night, night and day and night, wrong or right..." rundet den Song gekonnt ab, kurzum: einfach Klasse!
Die Live-Version von Oakland 1968 ist auch ganz gut, ebenso wie im TV-Special dieses kraftvolle und schon fast penetrant-eindringliche "day and night, night and day...." Auch diese Version ist klasse und besser als die Studioversion!
Alles in allem ein guter Song, allerdings höre ich ihn mir nicht allzu oft an.
