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Allgemein

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On The Road To Mandalay

Titel

On The Road To Mandalay

Text & Musik

Oley Speaks & Rudyard Kipling

Infos

Sinatra nahm "On the Road to Mandalay" am 01.10.1957 mit einem Billy May Arrangement in Los Angeles auf. Der Song erschien auf dem Album "Come fly with me" (Capitol, 1958). Offiziell ist der Song noch auf "Sinatra with Red Norvo Quintett: Live in Australia, 1959" erschienen.

Sinatra sang "On the Road to Mandalay" zweimal in seiner TV-Sendung "The Frank Sinatra Show" und einige Male in den Jahren 1958 bis 1963 in seinen Konzerten. Gut sieben Jahre später sang Sinatra "On the Road to Mandalay" noch einmal am 07.05.1970 in einem Konzert in der Royal Festival Hall, London.

Übersetzung

Auf Der Straße Nach Mandalay
(On The Road To Mandalay)

Auf der alten Moulmein-Pagode,
Ostwärts zum Meer blickend,
Sitzt ein Burma-Mädchen
Und ich weiß: sie denkt an mich

Der Wind weht durch die Palmen
Und die Tempelglocken sagen
"Komm zurück, Britischer Soldat
Komm zurück nach Mandalay
Komm zurück nach Mandalay

Komm zurück nach Mandalay
Wo die alte Flotille lag
Hörst du nicht ihre Ruder platschen
Von Rangoon bis nach Mandalay?

Auf der Straße nach Mandalay
Wo die fliegenden Fische spielen
Und die Dämmerung wie ein Donner
von China her über die Bucht hereinbricht"

Bringt mich irgendwo hin östlich von Suez
Wo das Beste dem Schlechtesten gleich ist
Wo es keine Zehn Gebote gibt
Und ein Kerl die Begierde wecken kann

Denn diese verrückten Glocken läuten
Und ich möchte genau dort sein
Auf der alten Moulmein-Pagode
(und) faul zur See blicken
(und) faul zur See blicken

Komm zurück nach Mandalay
Wo die alte Flotille lag
Hörst du nicht ihre Ruder platschen
Von Rangoon bis nach Mandalay

Auf der Straße nach Mandalay
Wo die fliegenden Fische spielen
Und die Dämmerung wie ein Donner hereinbricht

Übersetzung: Marc Rothballer für Sinatra – The Main Event

Stimmen zum Song:

Jan Lachmann:

Ein richtig genialer Sinatra-Song! ...ein in beiden Versionen großartiger Titel, kann ich nun endlich einmal etwas richtig positives, vielleicht sogar schon überschwengliches, verfassen.
„On The Road To Mandalay“ ist in jeder Hinsicht ein Stück hoher Herkunft, der Text stammt von niemand anderem als dem Dichter Rudyard Kipling persönlich und erschien erstmals 1892 als Teil seiner „Barrack-Room Ballads“.
Das Arrangement wurde vom großen Billy May geschrieben und ist in jeder Hinsicht ein Knaller, total überdrehte Exotika, mit Perkussion, Flöten, und einem Gong aufgenommen, zwischenzeitlich ergänzt durch eine swingende Big-Band, kommt es im Marschrhythmus daher uns muss einen einfach mitreißen auf dieser Reise durch das Burma, heute Myanmar, des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Sinatra swingt entspannt lässig mit der Band und hat anscheinend großen Spaß dabei. Eine Freude, die sich auch auf den Hörer überträgt. Hier ist er noch gut bei Stimme, trifft die richtigen Töne, seine Phrasierung ist auf den Punkt genau, seine Betonung auf Wörtern wie „flotilla“ oder „pagoda“ ist einfach nur als locker zu bezeichnen.
Das Ende des Stückes ist sehr ungewöhnlich. Nachdem Sinatra „…and the dawn comes up like thunder“ intoniert hat, erklingt der große Gong und der Titel endet abrupt. Jeder hätte hier erwartet, es würde mit „...out of China, ´cross the bay“ weitergehen, aber nein, der Titel ist beendet. (Für meinen Geschmack hätte er ruhig noch fünf Minuten weiterlaufen können!)

Einmal davon abgesehen, dass das komplette „Come Fly With Me“-Album für mich mit zum besten gehört, was Sinatra je aufnahm, ist allein dieser Titel die Anschaffung der CD wert!
Hier hören wir den wahren Sinatra: im Vollbesitz seiner stimmlichen Kräfte, mit einem wirklich genialen Arrangeur und richtig guten Liedern. Wie armselig wirkt dagegen vieles aus seinen späteren Jahren...

By the way:
Für mich gibt es nur ein anderes exotisches Stück, das an diesen Titel heranreicht und das ist „Granada“, ein noch abgedrehterer Swinger, der noch mehr „Dampf ablässt“.

Conny Matzenbacher:

Finde diese Aufnahme mehr als ungewöhnlich. Ist auf einem von meinen Sampler wo man keine Aufnahme Daten findet.
Finde das Lied sehr erfrischend, aber nix militärisches.
Mich kommt der Sänger nur sehr abgelenkt vor, da er während der Aufnahme mehrere male vom Mikro weggeht oder sich wegdreht.
Auch ist der Part vorm Schluss anders, er singt vorm letzten Satz noch einen Satz dazwischen, der sö ahnlich klingt.
Und der Schluss ist schon irgendwie zu abruppt.
Aber im allgemeinen gefällt mir der Song... weil er eben so total anders ist.
Mal nicht so seicht und dahinplätschernd.

Holger Schnabl:

Hier erleben wir Sinatra, wie er uns eigentlich am liebsten ist (bzw. sein sollte): ausgeruht, relaxt, mit unvergleichlicher Lockerheit im Umgang mit den Lyrics, on top of his voice, voll von augenzwinkerndem Charme, kongenial unterstützt durch ein einfallsreiches Arrangement. Damals schüttelte Sinatra seine Songperlen noch mit scheinbar völliger Mühelosigkeit aus dem Ärmel, man sieht ihn förmlich vor seinem Pult stehen, Krawatte gelockert, den Hut ein wenig aus der Stirn gerückt, Hände in den Hosentaschen, Melodie, Text und Orchester voll im Griff, „totally in command“. Hier stimmt einfach alles - - -, die Capitol-Phase war der „Sommer“ von Sinatra, wenngleich seine Stimme natürlich nicht mehr ganz die Reinheit der Columbia-Phase aufweisen konnte. Songs, Arrangements, Orchester – alles auf höchstem Niveau.

Michael Dörffler:

Das Arrangement von Billy May ist wirklich etwas ganz besonderes. So abwechlunsgreich und exotisch hat es hinter Sinatra noch nie geklungen und trotzdem stört das Arrangement überhaupt nicht.
Sinatra's herausragendes Rhythmusgefühl kommt bei diesem ungewöhnlichen Arrangement natürlich besonders zu Tage. Ich kann mir jedenfalls kaum jemanden vorstellen, der den Song nur annähernd so gut bringen könnte wie eben Sinatra. Zudem klingt er noch, wie so oft mit Billy May, total relaxt und gut gelaunt.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch. Irgendwie störe ich mich an Sinatra's letzten "where the flyin' fishes play". Das langezogene "fffflyin" hört sich für mich in dem Moment irgendwie komisch an und ich weiß nicht so recht wieso.

Andreas Kroniger:

Dieser Song ist weder typisch Swing, noch typisch eine einzelne Musikrichtung, sondern überrascht mit keinem durchgängigem Rythmus. Der Song verzeichnet keinen "Höhepunkt" und der Schluss des Songes fehlt gänzlich. (Hatte nun May oder Sinatra die Idee den Schluss wegzulassen? Hierzu habe ich verschiedene Äußerungen gelesen...).

Hervorzuheben ist sicherlich Sinatras Lockerheit, aber das wurde ja bereits erwähnt.

Bernhard Vogel:

Auch ich kann mich nur voll und ganz dem anschließen, was Jan schon geschrieben hat, besonders, was das clevere Billy-May-Arrangement betrifft, der hier einmal alle Register seines unvergleichlichen musikalischen Humors ziehen kann – ein absoluter Klassiker, wie natürlich das ganze Album.

Nur eine kleine Ergänzung: Der Song erschien NICHT auf „Come Fly With Me“, als die LP im Januar 1958 herauskam. Sein Text basiert auf einem längeren Gedicht des englischen Literaten Rudyard Kipling, und dessen Verwendung für einen „pop song“ fanden die Kipling-Erben damals so verwerflich, daß sie eine gerichtliche Verfügung gegen die Veröffentlichung des Songs erwirkten, die mehrere Jahre Bestand hatte. Weltweit ließ sich das Verbot freilich nicht durchsetzen, so daß er auf ausländischen Capitol-Pressungen später doch auftauchte. Erst die Neuauflage der Capitol-LPs zur Zeit des Retirements führte das Lied an den ihm zugedachten Platz auf dem Album. Sinatra ließ sich das im übrigen nicht entgehen; gegen Live-Darbietungen des Songs hatten die Kipling-Erben keine Handhabe, und so sang er das Stück bei fast jedem Konzert der späten fünfziger Jahre, natürlich nicht ohne entsprechende hämisch-spöttische Vorbemerkungen.

Marcus Prost:

Rudyard Kipling hat es wie kein anderer verstanden, das Indien des British Empire mit seinen Problemen, seinen Menschen, aber auch seiner Einzigartigkeit der Nachwelt zu erhalten. Frank Sinatra hat uns mit der Interpretation von "On The Road To Mandalay" ein Stück der Welt "East of Suez" lebendig gemacht.
Das Lied klingt einerseits exotisch, hat aber andererseits viele vertraute Elemente des klassischen US-Swing. Und genau diese musikalische Mischung aus Vertrautheit und Exotik spiegelt die hinterindische Welt jener Zeit exzellent wieder. Das Indien Kiplings war eine Mischung aus der für uns vertrauten Welt des britischen Reiches und den indigenen Eigenarten, die wir als exotisch empfanden. Und dieser Spagat kommt meiner Ansicht nach auch bei Sinatras Interpretation sehr gut rüber.

 

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