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Allgemein

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The Saddest Thing Of All

Titel

The Saddest Thing Of All

Text & Musik

Michel Legrand, Carl Sigman, & E. Barclay

Infos

Der Song wurde von Gordon Jenkins arrangiert und am 24. September 1974 (unveröffentlicht), sowie am 18. August 1975 aufgenommen. Die Reprise-Single davon erschien später, 1982, auf der italienischen Reprise LP „I Sing The Songs und 1995 auf „The Complete Reprise Studio“.

Übersetzung

DIE TRAURIGSTE SACHE VON ALLEM
Saddest Thing Of All

Durch ein verdunkeltes Fenster über dem Dach,
Beobachte ich, wie der Regen den Himmel reinigt
In dem kleinen Appartement, wo sie mich gewöhnlich liebte
Sitze ich nun hier, sehe mein Leben an mir vorbei ziehen
Da ist kein Türklingeln, keine süße Stimme, die singt
Nur ein stiller Raum, in dem die Tränen nicht trocknen wollen
Das Leben ist traurig, wenn Menschen dich verletzen
Traurig, wenn Freunde dich im Stich lassen
Traurig, wenn Träume verloren gehen, ohne Wiederkehr
Aber sich zu erinnern, das die Liebe aufgehört hat zu blühen
Das ist die traurigste Sache von allem
Einst taten wir es, unser Leben war eine einzige riesige Parade
Aus Erregung und Gelächter, welches nur Liebende kennen
Sie war beeindruckt von mir und wir waren jung und frei
Eine Berührung war alles was es brauchten und wir hoben ab
Nun höre ich über den Regen ein Flugzeug vorbeiziehen
Und ich beginne nun all meine Einsamkeit zu erkennen
Das Leben ist traurig, wenn Menschen dich verletzen
Traurig, wenn Freunde dich im Stich lassen
Traurig, wenn Träume verloren gehen, ohne Wiederkehr
Aber sich an den Frühling zu erinnern, bis es ein einsamer Frühling wurde
Das ist die traurigste Sache von allem

Übersetzung: V. Kroniger
für Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de

Stimmen zum Song:

Florian Kerz:

Die melancholische Stimmung des Songs finde ich einfach phantastisch. Sinatra übernimmt voll und ganz die Rolle des alten Herrn im kleinen Appartement dessen Frau gerade verstorben ist. Dort sitzt er, erinnert sich an das was war und was er jetzt vermisst, das, das sein Leben jetzt so sinnlos und traurig macht.
Die tolle Harmonie von Franks Stimme mit dem Arrangement von Jenkins geben dem Lied eine enorme Glaubwürdigkeit.

Das ist meine Einschätzung. Natürlich kann man das auch komplett anders sehen. Vielleicht ist seine Frau nicht tot, sondern hat ihn nur verlassen?

Holger Schnabl:

Von der melancholischen Stimmung und dem Arrangement her hätte das Lied sicher auf die traurigen Balladen-Alben der Capitol-Platten aus den 50er Jahren gepasst. Positive Erwähnung gebührt auch dem Text des Songs. Allerdings:

Der Song wurde von Sinatra eben nicht in den 50ern, sondern 1974 bzw. 1975 aufgenommen und the saddest thing of all bei diesen Aufnahmen ist – nichts für Ungut - die Stimme des Sängers. Alles was recht ist, aber die 74er Version hört sich mehr nach einem ersten und zudem völlig uninspirierten Probedurchgang an denn sonst was. Ein solches Gebrummel hat Sinatra, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt, kaum je auf Platte verewigt... Da bleibt einem nur Kopfschütteln und Händeringen über eine solche stimmliche Verfassung. Das ist auch bei mildester Beurteilung nicht mehr als dramaturgischer Effekt zur Erhöhung der musikalischen Aussage zu werten, sondern ist schlicht und einfach der weitgehende VERLUST aller gesanglicher Fähigkeiten! Der Song kann wirklich als Paradebeispiel zur Demonstration von Sinatras stimmlichem Niedergang dienen. Vom Gesang her wirklich eine bestürzende „Leistung“, man ist als Hörer geradezu fassungslos... Die Fassung von 1975 ist ihm dann ein wenig besser gelungen

Andreas Kroniger:

Zuerst einmal gehört dieser Song zu meinen persönlichen Favoriten. "The Saddest Thing of All" ist ein genialer Song und, was Holger vielleicht als brüchige Stimme ansieht, finde ich, passt genau zu diesem Song. Der Song befindet sich auf meiner Lieblings-CD - nein, nicht "Some nice things I´ve missed", sondern auf CD 17 der Complete Reprise Studio Recordings.

Allerdings verstehe ich nicht, dass die bessere Version (vom 24.09.1974) - sehr viel gefühlvoller und reizvoller - es nicht auf den besagten Koffer geschafft hat. Leider habe ich keinerlei weitere Informationen über diesen Song, der, so glaube ich, in den Burbanks Studios, Hollywood, am 24.09.1974 aufgenommen wurde. Die veröffentlichte Orginalversion stammt vom 18.08.1975 únd ist nur auf dem Koffer als CD erhältlich.

Bernhard Vogel:

Ich teile Andreas Ansicht, daß Sinatras erster Versuch mit diesem Lied (24.9.74) erheblich besser gelungen ist als das "Remake" von 1975, das auf dem Koffer zu hören ist. Letzteres ist übrigens ein "Zwitter", denn nur der Gesang ist vom 18.8.75, während der Orchestertrack schon zwei Wochen vorher entstand. Sinatra war bei der Aufnahme also allein in der Overdub-Box, vielleicht auch deswegen war er nicht mehr so gut. Auch ist die ursprüngliche Fassung des Gordon-Jenkins-Arrangements pointierter als das Remake mit seinem etwas zu schleppend gewordenem Tempo.

Die Session im Sepember 1974 sollte den Auftakt für ein Saloon-Album bilden, aus dem leider leider nichts geworden ist; am selben Tag entstanden ja auch noch "Everything Happens To Me" und "Just As Though You Were Here" (beide auf dem Koffer zu hören), zwei Balladen im übrigen, die ich als Songs beide besser finde als "Saddest Thing". Sinatra war an diesem Tag in phantastischer Saloon-Form... und doch verschwanden alle drei Aufnahmen (plus diverser Alternate Takes) für Jahre im Archiv, nachdem das Plattenprojekt ad acta gelegt worden war. "Just As Though..." kam erst 1990 auf dem 4-CD-set heraus, "Everything..." erst 1995 auf dem Koffer.

Sinatra sang "Saddest Thing" vielfach live während seiner Europa-Tournee im Frühjahr 1975, auch darunter finden sich einige Aufnahmen, die ähnlich gut gelangen wie die 74er Fassung.

Jan Lachmann:

Ich diesem Lied immer noch nicht allzu viel abgewinnen kann.
Eigentlich ist es nichts anderes als irgendein amerikanischer Schlager ohne jegliche Besonderheiten. Der Text ist zwar ganz hübsch, bewegt sich doch aber eher auf durchschnittlichem Niveau. Das Arrangement ist langweilig und ohne nennenswerte Dynamik, die Melodie bleibt nicht wirklich im Kopf hängen. Nun kommt auch leider noch hinzu, dass Sinatra, wie ja hier auch schon an anderer Stelle erwähnt, bei recht schwacher Stimme war. Natürlich kann eine Brüchigkeit der Gesangsstimme auch effektvoll eingesetzt werden, natürlich bedarf es keines großen Stimmvolumens um ein großer Sänger zu sein, nur hier passt wirklich nichts so recht zusammen. Der Sänger wird von den Streichern „zugezuckert“ und schafft es nicht, sich völlig in den Vordergrund zu stellen. Vielleicht war dies aber auch beabsichtigt, um Sinatras stimmliche Unzulänglichkeiten zu kaschieren? Wer kann das schon wissen...?
Selbst vor etwa drei Jahren, als ich noch leidenschaftlicher Sinatra-Verehrer war und vieles noch nicht so sah wie heute, konnte mich „The Saddest Thing Of All“ nie wirklich begeistern. Zu blutarm und fern jeglicher Höhepunkte ist es, zu uninteressant das Arrangement, zu schwach der stimmliche Vortrag.

 

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