Why Try To Change Me Now?
Infos
Am Ende von Frank Sinatras Laufbahn bei Columbia Records stand ein Lied, das 1952 speziell für ihn geschrieben wurde: „Why Try To Change Me Now?“ von Cy Coleman und Joseph A. McCarthy. Sinatra nahm den traurig-melancholischen Song bei seiner letzten Session für das Label auf, im September 1952, zu einem Arrangement von Percy Faith (#1). Im März 1959 machte er eine zweite Studioaufnahme von dem Stück, diesmal zusammen mit Gordon Jenkins, für sein Capitol-Album „No One Cares“ (#2).
Von diesen beiden Versionen abgesehen, ließ Sinatra das Lied unberührt. Trotzdem schien es irgendwie zu dem traurigen Abschied zu passen, den Columbia seinem einstigen Superstar 1952 bereitete. Wenigstens war dieser Abschied nicht im wörtlichen Sinne „sang- und klanglos“...
Vor allem aber war es natürlich ein Lied über Ava Gardner, bzw. über Sinatras Beziehung zu ihr.
Infos: Bernhard Vogel
Diskographie:
(1) COLUMBIA-STUDIOAUFNAHME vom 17.9.1952
aufgenommen in New York City (take 1!)
Arrangement: Percy Faith
Orchester geleitet von Percy Faith
CD: The Columbia Years (Columbia/Legacy 12 CD Box) CD 12
CD: Best Of The Columbia Years (Columbia)
und viele andere
(2) CAPITOL-STUDIOAUFNAHME vom 24.3.1959
aufgenommen in Hollywood, Capitol Tower
Arrangement: Gordon Jenkins
Orchester geleitet von Gordon Jenkins
Album/CD: No One Cares (Capitol)
Übersetzung
Warum Versuchst Du Mich Nun Zu Ändern?
Ich bin rührselig, mithin gehe ich im Regen
Ich habe einige Angewohnheiten, die nichtmal ich erklären kann
Ich könnte zur Ecke aufbrechen
Und in Spanien aufkreuzen
Warum versuchst du mich nun zu ändern?
Ich sitze und tagträume
Ich habe Tagträume im Überfluss
Zigarettenasche, da fällt sie auf den Boden
Ich verreise über das Wochenende und lasse meine Schlüssel in der Tür
Warum versuchst du mich nun zu ändern?
Warum kann ich nicht herkömmlicher sein?
Menschen reden, Menschen starren, also versuche ich es
Aber das ist nichts für mich
Denn ich ertrage es nicht, meine Art von verrückter Welt an mir vorüberziehen zu sehen
Deswegen: lass sie sich wundern, lass sie lachen, lass sie sich die Stirn runzeln
Du weißt ich liebe dich bis der Mond auf dem Kopf steht
Erinnerst du dich nicht, ich war immer dein Clown?
Warum versuchst du mich nun zu ändern?
Erinnerst du dich nicht, ich war immer dein Clown?
Warum versuchst du mich zu ändern
Warum versuchst du mich nun zu ändern?
Übersetzung © Marc Rothballer für Sinatra - The Main Event, 2007
Stimmen zum Song:
Alfred Terschak:
Irgendwie ist es ein schwacher Song, auch wenn er ambitioniert vorgetragen wird. Der Capitol-Version gebe ich klar den Vorzug, trotz der geschichte ist es für mich ein Song, der irgendwie belanglos wirkt. Das hat sich offenbar auch Frank gedacht, weshalb er ihn wohl nie richtig angenommen hat.
Andreas Kroniger:
Gott sei Dank folgte ja am 02.04.1953 bei Capitol eine Fortsetzung der Erfolgsstory von Francis Albert Sinatra.
Übrigens sehr interessant, wenn man sich die Titel der letzten Columbia-Aufnahmen anschaut:
"Why try to change me now" / "Warum mich gerade jetzt ändern"
"The birth of the blues" / "Die Geburtsstunde des Blues"
"Don´t ever be afraid to go home" / "Keine Angst nach Hause zu gehen"
"I could write a book" / "Ich könnte ein Buch schreiben"
"A good man is hard to find" / "Ein guter Mann ist schwer zu finden"
"Farewell, Farewell my love" / "Leb wohl meine Liebe"
oder
"I´m a fool to want you" / "Ich war ein Dummkopf dich zu wollen"
Alle aufgenommen während der letzten 8 Sessions für Columbia!
Ein schöner, schwerfälliger Song, der, wenn man genau hinkommt nicht nur "schmalziger", sondern auch wenig ironisch bei der Capitolaufnahme rüberkommt. Schöner, so finde ich, ist aber die Columbia-Aufnahme vom 17.09.1952.
Einen Bezug zu Ava hatte ich vorher nie gesehen, aber auch das ist möglich.
Tim Bialek:
Ich kann die eher zurückhaltend bis negativen Statements so gar nicht nachvollziehen. Für mich ist dieses Lied eines der schönsten der Columbia-Ära (vielleicht, weil es eben rein stimmlich gar nicht nicht mehr der Columbia- sondern der Capitol-Sinatra ist und Percy Faith ein wunderschönes Arrangement dazu geschrieben hat).
Und hingesummt habe ich das schon x-mal...
Kurzer Vorschlag an unseren "Endlosschleifenhörer": Mach' das doch mal damit...
Aber nehm' dazu die Columbia-Aufnahme, die finde ich wesentlich besser...
Gordon Jenkins hat sich zwar diesmal merklich in der Absicht zurückgehalten, ein eigenes Konzert hinter Frank zu schreiben; trotzdem finde ich diese Version immer noch zu schwerfällig.
Ähnliche Vergleiche zwischen einer Columbia-Aufnahme und einer auf "No One Cares" lassen sich beispielsweise auch mit "None But The Lonely Heart" anstellen. ...
Jedenfalls eine wunderschöne Melodie in meinen Ohren und ein Text, der seine ironischen Stellen hat, wenn man an seine Beziehung zu Mitch Miller denkt:
Why can't I be more conventional?
People talk, people stare, so I try
But that's not for me, 'cause I can't see
My kind of crazy world go passing me by
So, let people wonder, let 'em laugh, let 'em frown
You know I'll love you till the moon's upside down
Don't you remember I was always your clown?
Why try to change me now?
Die Verbindung herzustellen, ist sicher etwas gewollt, gebe ich zu; aber sie gibt zumindest Stoff für Spekulationen...
Violins: S. Carmell, B. Erie, M. Green, H. Hoffman, H. Katzman, M. Lomask, G. Ockner, A. Ores, G. Orloff; Violas: S. Brecher, R. Dickler; Cello: B. Greenhouse; Harp: E. Druzinski; Saxes: V. Abato, R. Banzer, H. Feldman, A. Freistadt, J. Fulton; Trombones: C. Butterfield, P. Giardino, J. Satterfeild; Piano: S. Freeman; Guitar: A. Ryerson; Bass: F. Carroll; Drums: P. Krauss
