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A Foggy Day

Titel

Reprise-Cover "A Foggy Day"

Vielen Dank an Klaus Guse für die Bereitstellung für den Main Event

A Foggy Day

Text & Musik

George & Ira Gershwin

Infos

Ein weiterer Song aus einem weiteren Fred Astaire Film aus dem Jahre 1937 mit dem Titel “ A Damsel in Distress“. Mit einem Nelson Riddle Arrangement nahm Sinatra den Song erstmalig am 05.08.1953 für das Capitol-Album „Songs for young Lovers“ auf. Mit einem Johnny Mandel Arrangement nahm Sinatra den Song am 19.12.1960 für seine erste Reprise-CD „Ring-a-Ding Ding!“ erneut auf. Eine schöne Live-Aufnahme kann auf der Reprise-CD „Sinatra and Sextet: Live in Paris“ vom 05.06.1962 gehört werden. Darüber hinaus gibt es das elektronisch gemischte Duet mit Willie Nelson auf der Capitol CD "Duets II" aus dem Jahre 1994. Soweit dies dokumentiert ist, nahm Sinatra dieses Stück erstmals im September 1949 bei einem Live-Engagement in Miami in sein Programm und sang es dann mehrmals in seiner Radio-Show „Light Up Time“ (NBC) 1949-1950. Bei seinen ersten Konzerten in England, im Londoner Palladium im Juli 1950, bot er es zur Begeisterung des dortigen Publikums als Duett mit Ken Lane am Piano dar.

Dreizehn Jahre später würde FS das Lied nochmals als Duett bringen, bei seinem Mini-Konzert im Festsaal der Vereinten Nationen in New York City 1963, diesmal mit Skitch Henderson am Piano. Ende der 80er Jahre kehrte Sinatra bei seinen Konzerten dann zu dem Johnny Mandel-Arrangement von 1960 zurück und sang es schließlich fast ohne Unterbrechung, zuletzt am 20.11.1994 im „Sands“ in Atlantic City – auch während seiner Deutschlandtournee 1993 bot er es dar (in Dortmund, Berlin und Köln).
Im Oktober 1993 nahm er das Lied, ebenfalls zu dem 1960er Arrangement von Johnny Mandel und daher wiederum ohne die Eingangsverse, auch erneut für Capitol im Studio auf; daraus wurde dann im Jahr darauf das Duett mit Willie Nelson gebastelt, das auf „Duets II“ zu hören ist (#8).

Diskographie:

(1) CAPITOL-Studioaufnahme vom 5.11.1953
aufgenommen in Hollywood, KHJ Studios
Arrangement von George Siravo
Orchester geleitet von Nelson Riddle
Album: Songs For Young Lovers (Capitol)
(2) LIVE Seattle, Civic Auditorium, 9.6.1958 (erste Show)
Arrangement von George Siravo und Nelson Riddle
Orchester geleitet von Nelson Riddle
CD: „Sinatra ’57 In Concert“ (Artanis ARZ-101)
(Hinweis: Dasselbe Konzert ist vorher bereits auf einer inoffiziellen CD (Jazz Hour JH 3001) erschienen.)
(3) REPRISE-Studioaufnahme vom 19.12.1960
aufgenommen in Hollywood, United Recording
Arrangement von Johnny Mandel
Orchester geleitet von Johnny Mandel
Album: „Ring-A-Ding-Ding!“ (Reprise)
(4) RAI-Studioaufnahme von Ende Mai 1962
aufgenommen in Rom, Italien, RAI-TV-Studios (genaues Datum nicht dokumentiert)
Arrangement von Neal Hefti
Bill Miller Sextett
(Hinweis: Außer in den TV-Ausstrahlungen von 1962 bislang nur inoffiziell erhältlich)
(5) LIVE London, Royal Festival Hall, 1.6.1962
Arrangement von Neal Hefti
Bill Miller Sextett
CD: „The 1962 London Concert“ (Artanis/TRAMA)
(6) LIVE Paris, Olympia, 7.6.1962
Arrangement von Neal Hefti
Bill Miller Sextett
CD: „Sinatra & Sextet Live In Paris“ (Reprise)
(7a) LIVE London, Royal Festival Hall, 16.11.1970 (erste Show)
Arrangement von Don Costa
Orchester geleitet von Bill Miller
CD: The Lost London Concert (Esquire CD 2200)
(7b) LIVE London, Royal Festival Hall, 16.11.1970 (zweite Show)
Arrangement von Don Costa
Orchester geleitet von Bill Miller
unveröffentlicht (aus dem offiziell erschienenen Video herausgeschnitten)
(8) CAPITOL-Studioaufnahme vom 12.10.1993
aufgenommen in Hollywood, Capitol Tower (vocal over-dub)
Orchestertrack aufgenommen ebenda am 11.10.1993
Arrangement von Johnny Mandel (1960)
Orchester geleitet von Patrick Williams
Duett mit Willie Nelson (Nelsons Track aufgenommen am 29.9.1994)
Album: Duets II

Übersetzung

Ein nebliger Tag
(A foggy DAY)

Ein nebliger Tag in London
Es macht mich müde und niedergeschlagen
Ich sah den Morgen mit viel Angst
Das British Museum hat seinen Charme verloren
So lang habe ich mich gewundert,
wie lange das noch so weitergeht
Aber das Zeitalter der Wunder ist nicht vorbei
Und auf einmal sah ich dich hier
Und im nebligen London waren Sonnenstrahlen überall

Übersetzung: Andreas Bergmann
für
Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de

Stimmen zum Song:

Andreas Bergmann:

Auf eine favorisierte Aufnahme kann ich mich nicht festlegen. Bei den Studioaufnahmen hat sowohl die spielerisch-lässige Capitol- als auch die swingend-ausgelassene Reprise-Version (aus meinem Lieblingsalbum ) ihren Reiz. Bei der erstgenannten finde ich die Eingangsverse sehr passend und effektvoll. Die Sextett-Aufnahmen gefallen mir auch, besonders die von Seattle '57, was ja eh ein absolut fantastisches Konzert und meine Lieblings-Liveaufnahme ist.
Die "Duets"-Aufnahme finde ich (was Frank angeht) gar nicht schlecht, er swingt klasse!

Tim Bialek:

Es gibt überhaupt keine schlechten Versionen von dem Lied, weswegen sich irgendeine Abstufung vielleicht sogar verbietet.
Grundsätzlich kann man vielleicht sagen, dass Sinatra sich viel zu selten der tollen Verse des "Great American Songbook" angenommen hat. Bei "A Foggy Day" hat er es Gott sei Dank getan und so würde ich sowohl die Capitol-Version als auch die mit dem Falcone-Quartett favorisieren. Die Capitol-Version ist zudem auch noch in einer wunderbar melancholischen Stimmung gehalten, was der sparsamen, etwas dunklen Instrumentierung von Nelson Riddle zu verdanken ist. Mit Falcone konnte er sich bei den Auftritten mit kleiner Bestzung stets musikalisch etwas freier bewegen, und somit wird jeder dieser(leider viel zu seltenen) Gelegenheiten zu einem Höhepunkt.
Das Mandel-Arrangement ist wesentlich swingender und extrovertierter im Vergleich zu Capitol. Witzig finde ich die Erinnerung an Big Ben am Anfang (benutzt auch Falcone).
Diese Version würde ich einen Millimeter hinter Capitol und Falcone sehen, weil ohne Verse.
Auch Costa hat für den Londoner Auftritt 1970 ein sehr schmissiges Arrangement geschrieben, das vielleicht ein wenig überladen wirkt, aber sicher auch nicht schlecht. Das an vierter Stelle.
Das Mandel-Arrangement wurde von Neal Hefti für die World Tour 62 für kleine Besetzung umgeschrieben. Hier vielleicht die beste Darbietung davon in London am 1.6. Sehr freie Phrasierungen und Wortspiele und (leider?) auch wieder das von Michael erwähnte Zitat. Auch 79 mit Falcone benutzt er das. Wäre wirklich mal spannend zu erfahren, was das soll.
Über die Duets-Version breite ich den Mantel des Schweigens.

Marcus Prost:

Ich liebe dieses Lied in seinen unterschiedlichen Variationen durch Sinatra und alle gefallen mir gut.
Leider spukt sein etlichen Jahren eine "Idealfassung" in meinem Kopf herum, die Sinatra so leider nie gesungen hat, die ich mir aber sehr reizvoll vorstellen würde.
Im Stile der 1960er Aufnahme, aber mit melancholischer Eingangsstrophe und einem Steigerungsbruch zwischen dieser und dem Hauptteil.
Falls es so eine Aufnahme gäbe, wäre sie mir jedenfalls nicht bekannt.
Aber auch die reine 60er Fassung hat ihren Reiz, besonders durch das pulsartige rhythmische Instrumentalvorspiel und dem plötzlichen explosionsartigen Einsatz Sinatras.

Rolf Peterberns:

Na wenn das mal kein typischer Sinatra ist.
Die Capitol Version zeigt ein frisches und beswingtes Arrangement.
Die Reprise Variante ist schon eher die cooler swingende Art. Was es gegenüber der 1953er auf keinen Fall schmälert. Und die Pariser Version würde ich schon eher Richtung Jazz einstufen. Super!

Bernhard Vogel:

"A Foggy Day" gehört sicher zu den schönsten (und auf jeden Fall zu den am meisten gesungenen) Liedern der Gebrüder Gershwin, schon die "Originalfassung" von Fred Astaire finde ich ziemlich bestechend! Sinatras Capitol-Aufnahme, die entstand nachdem er mit dem Lied und dem Arrangement von George Siravo schon einige Zeit "auf Tour" gewesen war, ist in jeder Hinsicht perfekt - The Voice gibt den oft ausgelassenen Eingangsversen eine subtil-verspielte Interpretation, um dann zum von Nelson Riddle heiter-bes(ch)wingt-zurückhaltend dirigierten Chart von Siravo eine Version abzuliefern, die auch fast fünfzig Jahre danach nichts von ihrer Frische und ihrem Humor verloren hat, sie zeigt, daß Gershwins Song ebenso zeitlos ist wie Sinatra selbst. Die kleine Besetzung mit einem "nur" zwölfköpfigen Orchester tut ihr übriges, besonders die herausragend besetzte Rhythm-Section angeführt vom legendären Joe Comfort am Bass und Alvin Stoller an den Drums kann hier glänzen, dazu Skeets Herfurt und Mahlon Clark als woodwinds, und natürlich Bill Miller am Piano.
Nur Sinatra selber konnte wohl diese Aufnahme übertreffen - zumindest gleichgezogen hat er, finde ich, mit der Reprise-Aufnahme von 1960 für "Ring-a-ding-ding". Johnny Mandel verfolgte konsequent einen anderen Weg, von der cleveren Anspielung auf das Läuten von Big Ben war schon die Rede, dazu diesmal eine 40köpfige Big Band, deren Brass-Section mit 15 Musikern allein schon größer war als die ganze Truppe von 1953! Joe Comfort war übrigens auch hier wieder am Bass dabei. Genauso frisch und ansteckend wie vor 43 Jahren - eine Entscheidung zwischen den beiden Aufnahmen von 1953 und 1960 ist schwer, qualitativ stehen sie sich einander in nichts nach, und der persönliche Geschmack hilft mir auch nicht weiter, ich finde beide Fassungen spitze, habe also in diesem Falle zwei Favoriten .
Die Sextett-Versionen von 1962 (Paris und London) kombinieren dann auf reizvolle Weise Mandels neuen Chart mit Sounds, die eher an die kleine Besetzung von 1953 erinnern, eigentlich ebenso gut... die Live-Version mit Orchester (Nelson Riddle) aus Seattle 1957 fällt meiner Ansicht nach dagegen ein wenig ab. Auf den "Combo-Sound" kam Sinatra 1979 mit Falcone nochmals zurück, auch diese Fassung hätte eine Studioaufnahme oder zumindest einen Platz auf einem offiziellen Live-Album mehr als verdient gehabt.
Aber "schlechte", geschweige denn auch "nur mittelmäßige" Versionen des Liedes von Sinatra gibt es m.E. gar nicht - selbst die Duets-Fassung hat noch ihre Reize, z.B. wenn Sinatra die Zeile "how long I wondered could this thing last" wunderschön moduliert, so wie er es auch in den Live-Konzerten der späten Jahre zu tun pflegte.
Kurz gesagt: Ein echter "Sinatra-Staple", ein Evergreen, der bis zur letzten Darbietung 1994 immer wieder schön anzuhören war, und dank der erhaltenen Aufnahmen noch ist. Für mich eines seiner schönsten Lieder, anhand dessen man über die Jahre und Jahrzehnte hinweg exemplarisch verfolgen kann, wie und warum Sinatra der beste Interpret solcher Songs im 20. Jahrhundert gewesen ist.

 

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