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Allgemein

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That’s Life

Titel

That’s Life

Text & Musik

Text & Musik von Dean Kay und Kelly Gordon

Infos

Der Jazz- und Blues-Sänger O.C. Smith (1936-2001), der 1968 mit „Little Green Apples“ einen Grammy für den besten Song des Jahres gewann, hatte vier Jahre zuvor einen beachtlichen Charterfolg mit „That’s Life!“ gelandet. Das Lied hatte Dean Kay (zusammen mit seinem Partner Kelly Gordon) geschrieben und komponiert, der später erfolgreich das Label CM Welk Music leitete, einige Jahre Präsident von Polygram Records war und bis heute im Produzentenbusiness sehr aktiv ist.
Zum Superhit wurde „That’s Life“ aber erst in der Version von Frank Sinatra, die 1966 entstand – die aber eine Vorgeschichte hat, die oft vergessen wird bzw. unbekannt ist und daher hier einmal in ihren Details hervorgehoben und dadurch (hoffentlich) auch bekannter gemacht werden soll.
Im Frühjahr 1966 hatte Sinatra mit „Strangers In The Night“ von Bert Kaempfert den bis dahin größten Single-Erfolg seiner gesamten Karriere gelandet, innerhalb weniger Tage schoß die Single an die Spitze der Charts (Siehe auch unser Topic of the Week 42/2002) und räumte zahlreiche Preise ab.
Arrangiert hatte den Song „Strangers...“ der Pianist Ernie Freeman (1922-1981), den Sinatra seit knapp zwei Jahren als Arrangeur für „zeitgenössische“ Nummern (wie „Somewhere In My Heart“, „When Somebody Loves You“ und andere) heranzog. Freeman selbst hatte zuvor mit bescheidenem Erfolg als Instrumentalist („Ernie Freeman plays Irving Berlin“, 1957) und unter Aliasnamen auch als Vokalist sein Glück versucht – mit „Strangers“ gelang auch ihm der Durchbruch. Für das nach dem Erfolg der Single hastig aufgenommene Reprise-Album mit demselben Titel verpflichtete Sinatra aber nicht Freeman, sondern den altbewährten Nelson Riddle als Arrangeur. Und Riddle ließ sich nicht lumpen und kreierte quasi über Nacht mit „Summer Wind“ gleich eine weitere #1-Single für Sinatra.
Schon wenige Tage nach der Aufnahme von „Strangers“ (im April 1966) und dem Erfolg der Single und des Albums (aufgenommen im Mai 1966) suchte Sinatra einen neuen „modernen“ Hit für sein Repertoire, und kam dabei bald auf „That’s Life“.
So schrieb Nelson Riddle in Sinatras Auftrag Ende Mai 1966 ein Arrangement für diesen Song, und Sinatra nahm ihn Anfang Juni bei den Sessions für sein nächstes TV-Special „A Man and His Music Part II“ im kalifornischen Burbank zum ersten Mal gemeinsam mit Nelson Riddle und seinem Orchester auf (=#1). Das Special gelangte aber erst im Dezember 1966 zur Ausstrahlung. Riddles Chart arbeitete ganz in dem Stil wie auf dem Reprise-Album „Strangers“ wieder mit einer E-Orgel, diesmal sogar fast als Solo-Instrument.
Den Juli 1966 über war Sinatra in London mit Dreharbeiten zu seinem Kriminalfilm „The Naked Runner“ beschäftigt, wollte aber das Riddle-Arrangement für „That’s Life“ auch für Reprise aufnehmen und ließ daher Orchestertracks aufzeichnen und nach London senden. Zu einer fertigen Aufnahme kam es dann aber nicht, bzw. falls doch, ist sie bislang nirgendwo verzeichnet, auch nicht im Reprise-Archiv selbst.
Dean Kay, der Komponist, selbst hat darüber in einem Online-Review für Amazon.com im Dezember 2000 geschrieben.
(Link: http://www.amazon.com/exec/obidos/tg/det...?v=glance&s=dvd )
Im Oktober 1966 dann nahm Sinatra „That’s Life“ nochmals im Studio auf, diesmal für Reprise, aber nicht mit Nelson Riddles Chart, sondern zu einem umgeschriebenen Arrangement von Ernie Freeman, und mit einem Orchester unter der Leitung von Donnie Lanier plus dreiköpfigem Begleitchor (=#2). Die Aufnahme erschien als Single und wurde ähnlich wie im Frühjahr „Strangers“ rasch so erfolgreich, daß Sinatra Mitte November 1966 sogleich ein ganzes Album darum herum baute, diesmal auch mit Freeman als Arrangeur. Das Album kam Ende November heraus – also auch noch vor der Ausstrahlung des im Juni aufgezeichneten TV-Specials auf CBS.
All dies verdiente (meiner Ansicht nach) einmal hervorgehoben zu werden, weil in diesem Fall die Version mit Nelson Riddle die originale und ursprünglich von Sinatra favorisierte Version ist, und nicht die Studioaufnahme mit Freeman, wie so oft zu lesen ist. Die beiden Fassungen (#1 und #2 also) zu vergleichen, ist äußerst spannend... Freeman „klaute“ einiges von Riddle, fügte aber auch neues hinzu. Was gefällt Euch besser?
Sinatra selbst sang das Lied auf einigen wenigen Konzerten der 60er, und dann aber grandios in seinem von Reprise mitgeschnittenen Retirement-Konzert im Juni 1971 (=#3). Sinatra sang es dann nach seiner Rückkehr auf die Bühne auch beim Carnegie-Hall-Konzert im Mai 1974 (=4), das ebenfalls von Reprise aufgenommen wurde. Auch die Besucher eines Konzerts in London ein jahr später kamen in den seltenen Genuß, das Lied vom „Comeback Sinatra“ live zu hören.
1977/78 und 1986/87 sang Sinatra das Lied erneut auf vielen seiner Konzerte. Sogar 1993 bei den Aufnahmen für „Duets“ probte er es nochmals, ohne daß es allerdings zu einem Master gekommen wäre.
In wohl keinem anderen seiner vielen Songs hat FS soviel „Rat Pack“ untergebracht wie in diesem. Schon seine Studio-Texte sind gespickt damit, später bei den Live-Versionen gerieten einige Zeilen zum Teil dadurch zu geradezu halsbrecherischen Improvisationen, manchmal brachte Sinatra ganze drei Sätze mit vielen Worten und noch mehr Silben dort unter, wo nur eine einzige Zeile vorgesehen war, ohne das Tempo der Zeile auszudehnen.
Kostprobe aus dem Retirement-Konzert (#4), zu der original-Zeile „I thought of quitting, but my heart wouldn’t buy it“: "C’uple-a-weeks’-go-I-was-gonna-turn-on-the-gas-but-my-fine-heart wouldn't buy it" (man denke daran, daß Sinatra sich einmal auf diese Weise umbringen wollte).
Der Song kann in folgenden Filmen gehört werden: "License to Drive" (1988) und Albert Brooks' "Defending Your Life"(1991).

Infos von Bernhard Vogel

Übersetzung

SO IST DAS LEBEN
That's Life

So ist das Leben (so ist das Leben) das sagen alle Leute
Im April bist du obenauf, und fallengelassen im Mai.
Aber ich weiß ich kann den Ablauf verändern
Wenn ich wieder an der Spitze, wieder an der Spitze im Juni bin.
Ich sagte so ist das Leben(so ist das Leben)und wie lustig es zu sein scheint
Manchen Leuten macht es Spaß auf Träumen herrum zutrampeln
Aber ich lasse es nicht zu, lasse es nicht zu, daß mich das fertig macht
Denn die gute, alte Welt wird sich weiter drehen
Ich war eine Marionette, ein Armer, ein Pirat, ein Dichter, ein Bauer und ein König
Ich war oben und unten und aus und vorbei und Eins weiß ich
Jedesmal, wenn ich mich selbst in meinem Gesicht wiedererkenne
Dann reiß ich mich zusammen und bin zurück im Rennen
So ist das Leben (so ist das Leben) ich sage es dir, ich kann es nicht leugnen
Ich dachte ich könnte es beenden, Baby, aber mein Herz würde es mir nicht abkaufen
Und wenn ich denke,daß es nicht einen einzigen Versuch wert ist,
Dann springe ich auf einen großen Vogel und dann fliege ich
Ich bin war eine Marionette, ein Armer, ein Pirat, ein Dichter, ein Bauer und ein König,
Ich war oben und unten und aus und vorbei und Eins weiß ich
Jedesmal wenn ich mich selbst in meinem Gesicht wiedererkenne
Dann reiß ich mich zusammen und bin zurück im Rennen
So ist das Leben(so ist das Leben),so ist das Leben und ich kann es nicht leugnen
Oft habe ich gedacht, ich könnte es abschneiden aber mein Herz würde es mir nicht abkaufen
Aber wenn im July nichts kommt was mich aufrüttelt
Dann werde ich mich zu einem großen Ball zusammenrolllen und sterben

Übersetzung:Verena Kroniger
für Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de

Diskographie:

(1) CBS-STUDIOAUFNAHME vom 5.6.1966 [= „A Man and His Music II“ gesendet 7.12.1966
aufgenommen in Burbank, California
Arrangement: Nelson Riddle
Orchester geleitet von Nelson Riddle
Video/Laserdisc/DVD (Warner)
(2) REPRISE-STUDIOAUFNAHME vom 18.10.1966
aufgenommen in Hollywood, Western Recorders Studios
Arrangement: Ernie Freeman
Begleitchor: Betty Jane Baker, Gwenn Johnson, Jackie Ward
Orchester geleitet von Donnie Lanier
Album/CD: That’s Life (Reprise)
(3) REPRISE-LIVEAUFNAHME vom 13.6.1971
Los Angeles, Ahmanson Theatre („The Retirement Concert“)
Arrangement: Ernie Freeman
Orchester geleitet von Nelson Riddle
OFFIZIELL UNVERÖFFENTLICHT
Video/CD: Retirement Concert
(4) REPRISE-LIVEAUFNAHME vom 8.4.1974
New York City, Carnegie Hall
Arrangement: Ernie Freeman
Orchester geleitet von Bill Miller
OFFIZIELL UNVERÖFFENTLICHT
(auf verschiedenen inoffiziellen CDs erschienen)

Stimmen zum Song:

Marc Rothballer:

"That's life". Diesen Song habe ich schon eine ganze Zeit lang nicht mehr gehört.
Zuerst etwas zum Text: Ich denke, der passt ziemlich gut zu Frank. Hat fast schon wieder ein bisschen was autobiographisches, ähnlich wie My Way.
Mit der Studioversion dieses Songs kann ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen.
Etwas zu langsam, außerdem nervt mich diese Orgel im Hintergrund. Und der Chor, der an manchen Stellen das Lied schon fast verdirbt.
Es ist ein Song, den man mal ab und zu hören kann, aber es ist nicht der absolute Renner, den ich - day in, day out - hören müsste.
Viel besser gefallen mir da die Lifeversionen. Zum Beispiel ein Beispiel: Oakland 1968.
Keine nervige Orgel und kein Chor. Frank ist bei guter Laune und er improvisiert - wie schon von Bernhard angesprochen - sehr viel:
"...gonna pack my luggage to get on a train to get out the town but my heart wouldn't buy it" (oder so ähnlich )
Nicht nur Frank sang "That's Life", sondern auch der "deutsche Sinatra", Harald Juhnke!
Von der Instrumentalisierung her gefällt mir die Juhnke-Version besser als die Studioversion von Frank.
Außerdem bin ich geneigt, den Song für Juhnke autobiographischer zu sehen, als für Frank.
Juhnke hat zwar nicht die Stimme von Frank, aber er verleiht dem Song etwas ganz besonderes.
Aber auch von Robbie Williams gibt es eine witzige Version, die er im Duett mit Jon Lovitz - wenn ich mich richtig erinnere - singt.
Robbie kündigt ihn als seinen Dad an (Dad, come) und dann fangen die beiden zum singen an. Allerdings landet Lovitz gleich nach dem ersten "That's Life" in der falschen Strophe, er singt nämlich "That's life, funny as it seems...wrong verse".
Ein Song, bei dem die beiden mit Freude bei der Sache sind.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich die juhnke'sche Version der sinatra'schen vorziehe, aber man kann auch Letztere hören, ohne dabei ernsthaft geschädigt zu werden.

Andreas Kroniger:

Mir selbst war gar nicht bewußt, dass auf "A man and his music II" ein anderes Arrangement genutzt wurde. Für mich als "Nichtmusiker" bedeutet das eigentlich, dass "Sinatra nich jut drop war" und den Song nicht tragen konnte. Das hier ein anderes Arrangement gewählt wurde, ist mir natürlich lieber. Damit wäre aber auch klar, dass ich das Freeman-Arrangement bevorzuge.
Bevor man etwas schreibt, schaut man erst einmal nach, welche (Live-)Aufnahmen man von diesem Song besitzt. Für mich war klar, dass "That´s Life" - ein absoluter und genialer Klassiker - von Sinatra dutzende Male gesungen wurde. Umso erstaunter war ich , dass weniger als 40 Songs verzeichnet sind (meinen Songausdruck von "Where or when" habe ich ja behalten). Wenn man überlegt, wieviele Auftritte alleine zu einer Tournee gehören, dann hatte ich mit deutlich mehr Live-Versionen gerechnet.
Beim "Main-Event-Day", dass ist der Tag, an dem man alles an Ouzo, Bier und Chips in den Geschäfte in seinem Wohnort mit leerkauft , bekam ich eine weitere geniale Live-Aufnahme geschenkt: "That´s Live" vom 05.08.1986, Spectrum Auditorium, Philadelphia. "I dedicate this Song to the Ex-Präsident Marcos" sang Sinatra an diesem Abend und insbesondere solche "Spielereien" zeigen, wieviel Spaß Sinatra mit dem Song hatte. Hier hat Bernhard ja auch schon verschiedene Nuancen und Hinweise gegeben.

Also, "That´s Life" ist ein genialer POP-Song und zeigt, dass auch Ernie Freeman gute Arrangements machen konnte . An die Live-Versionen kommt keine Studio-Aufnahme ran.

Alfred Terschak:

Also Thats Life hat einen besonderen Stellenwert für mich, weil es just in jener zeit, in der ich "flügge" geworden bin, der einzig aktuelle Sinatra-Song war. In Clubs oder Edeldiscos war es sehr schwierig Sinatra aufgelegt zu bekommen, einzige Ausnahme "That's Life". Außerdem wurde der Song mehrmals in der Werbung eingesetzt, am bekanntesten bei uns wohl in der Kinowerbung der größten Tageszeitung des Landes.
Erst ab 79, 80 wurde alles anders, NY NY hat That's Life in diesem Status abgelöst. Mir gefiel damals der Song eigentlich weniger ....

Tim Bialek:

Wir sind uns alle einig - wie laaaangweilig.
Bei dem Riddle-Arrangement liegt irgendwie die Bremse drauf - da geht nicht viel. Ebenso ist die Orgel viel zu sehr im Mittelpunkt.
Auch mir gefällt Freeman hier mal besser, aber am allerbesten gefällt mir die Version im Retirement-Konzert. Das Programm hat soweiso schon starke autobiographische Züge, da passt "That's Life" natürlich phantastisch hinein. Und so bricht es dann auch alles aus ihm heraus, mit den teilweise halsbrecherisch verlängerten Textpassagen, die die ganze Emotionalität des Abends einfangen. Einfach jeder Song, den Frank an diesem Abend gesungen hat, strahlt eine spezielle Magie und Emotionaliät aus; gerade auch "That's Life."

Christian Weiser:

Mir ist leider nur die Version (2) bekannt; die mag ich aber ziemlich gern. Auch wenn's eigentlich nicht die Art Musik bzw. Song ist, die ich persönlich mit Sinatra verbinde und für die ich ihn liebe - das sind dann doch eher die Capitol- und Columbia-Balladen oder Swing-Songs wie (klar!) "I Get A Kick Out Of You" und "I've Got You Under My Skin" oder die Sessions mit Jobim etc... Aber "That's Life" hat schon was: fast ein bißchen "funky"! "That's Life" ist mal ein etwas anderer Sinatra, aber durchaus gelungen!


 

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